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Ness, Wolfgang [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 10, Teil 1): Stadt Hannover — Braunschweig, 1983

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https://doi.org/10.11588/diglit.44751#0118

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Baurat Mohrmann an der Ecke Herrenhäu-
ser Kirchweg/Reinholdstraße eine bemer-
kenswerte Wohnhausgruppe (Herrenhäuser
Kirchweg 11, Reinholdstraße 5, 7, 9). Der
reich gegliederte Eckbau Herrenhäuser Kirch-
weg 11/Reinholdstraße 5 setzt sich aus drei
Einfamilien-Reihenhäuser zusammen, von
denen das mittlere, durch einen ursprünglich
höheren Eckturm hervorgehobene das Wohn-
haus des Architekten bildete. Trotz der teil-
weisen Kriegszerstörung gibt der Backstein-
bau mit seiner gotisierenden Formensprache
und der großzügigen Flächenverzierung u.a.
durch braun und grün glasierte Formsteine
einen bezeichnenden Eindruck von der ge-
lungenen Gestaltung. Von dem anschließen-
den Doppelhaus in der Reinholdstraße hat
nur die Nr. 7 das alte Aussehen bewahren
können. Bei dem Einfamilienhaus ist die
Vorliebe der Zeit für verzierte Fachwerkkon-
struktionen im Dach- bzw. Obergeschoß
aufgegriffen, während das Erdgeschoß und
die Rückfront in Werk- bzw. Backsteinbau-
weise ausgeführt sind.

Wl LHELM-BUSCH-STRASSE
Etwa gleichzeitig mit der entlang des Geor-
gengartens sich vollziehenden Erschließung
der westlichen Nordstadt als Wohngebiet für
den gehobenen Mittelstand wurde begonnen,
die Grundstücke an der Ostseite des vor dem
Welfenschlosses liegenden Parks („Putten-
serfeld") zu überbauen. Teilweise waren die
durch einen alten Gartenweg, der Juden-
kirchhof und Nienburger Straße verband,
erschlossenen Parzellen bereits mit Garten-
häusern bestanden. 1865 erhielt der vorher
zur Straße Am Puttenserfelde gehörige Weg
den Namen Parkstraße, da durch den Neu-
bau des Marstalles eine Unterbrechung der
Wegführung eingetreten war. 1936 erfolgte
die Umbenennung in Wilhelm-Busch-Straße.
Die Bebauung erstreckte sich bis in die fünf-
ziger Jahre des 20. Jh., doch bietet trotz der
langen Zeitspanne die Häuserzeile insbeson-
dere im nördlichen Bereich einen das freie
Gelände (heute teilweise von dem Neubau
der Universitätsbibliothek eingenommen)
wirkungsvoll begrenzenden geschlossenen
Eindruck.

Auf dem von der schönen originalen Back-
steinmauer eingefriedigten Eckgrundstück
zum Judenkirchhof baute 1886 C. W. Hase
das Wohnhaus für den Fabrikanten Karl
Schwarz, das einzige erhaltene Wohnhaus
des Architekten in Hannover (Wilhelm-
Busch-Straße 24). Der zweigeschossige Back-
steinbau ist mit dem aufwendigen, dem
alten Rathaus entlehnten Fialengiebel zum
Park orientiert. Gliederung und Dekor des
auf unregelmäßigem Grundriß errichteten
Baus durch glasierte Ziegelbänder und Form-
ziegel.
Noch vor dem Wohnhaus Schwarz bzw. etwa
gleichzeitig entstanden so unterschiedliche
Bauten wie Nr. 14, ein verputzter Massivbau
im Rundbogenstil mit erhöhtem Mittelteil
und seitlicher Durchfahrt, sowie das reprä-
sentative Doppelwohnhaus Nr. 20/22, ein re-
naissancistischer Rohziegelbau mit Putzde-
kor, dessen Eckrisalite durch eine offene
Loggia verbunden sind. Bedingt durch die
Nähe der Technischen Universität steht die
Nutzung der Häuser heute im Zusammen-
hang mit der Hochschule.


Reinholdstraße 5, 7

Wilhelm-Busch-Straße 24, Wohnhaus Schwarz
1886, Architekt C. W. Hase

Wilhelm-Busch-Straße 16, Verbindungshaus,
um 1907, Architekt H. Schaedtler

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Herrenhäuser Kirchweg (13), 11 /Reinholdstraße9,7,5

Wilhelm-Busch-Straße 24,22 bis 14 von Westen

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