elemente der zwanziger Jahre - Betonung
der Waagerechten durch schichtweisen, ge-
simsstrukturierten Wechsel zwischen Fen-
ster- und Brüstungszone, im Kontrast dazu
Betonung der Senkrechten im (hier) zurück-
springenden leicht überhöhten Eingangsbe-
reich durch übergreifende lisenenartige Vorla-
gen und schmale hochrechteckige Fensteröff-
nungen, flächige Seitenkompartimente quasi
als Folie für Statuen - sind hier angereichert
mit verkürzten Zitaten („romanische“ Fenster,
Natursteinmaterial), die in charakteristischer
Manier Verbindung zum Kirchenkomplex her-
stellen.
So wirkt die Platzbebauung trotz der langen
Entstehungszeit und der Beeinträchtigung
durch Neubauten (Küchengarten) relativ ge-
schlossen.
Über drei Straßen ist der Bethlehemplatz an
den Kötnerholzweg und den oben beschriebe-
nen Dreiecksplatz (Ahlemer-, Velberstraße)
angebunden. Der mittleren Bethlehemstraße
mit ihren gut erhaltenen, im ganzen beschei-
denen zweispännigen, viergeschossigen
Mietwohnhäusern kommt wegen der Ausrich-
tung auf den Kirchenchor besondere Bedeu-
Bethlehemkirche, 1904/06,
Architekt K. Mohrmann
Kochstraße 8, 7-4, Wohnhäuser, um 1895
tung zu. Die Gebäude entstanden etwa gleich-
zeitig mit dem Kirchenbau. Vorherrschend ist
der Typ der sechsachsigen Fassade mit be-
tontem Mittelabschnitt, der sich in der Dachzo-
ne als vierachsiges, meist waagrecht abge-
schlossenes Zwerchhaus fortsetzt. Das Mate-
rial ist Verblendziegel und/oder Putz. An ein-
zelnen Fassaden ist das Nachleben der Han-
noverschen Bauschule erkennbar (z.B. Nr. 1,
3, 9), das an anderen auf den Mittelteil redu-
ziert und mit einem nüchternen „Putzrahmen“
umgeben ist (z.B. Nr. 5, 7). Gegenüber finden
sich reine Putzfronten mit hochgerückten ver-
tikalen geschoßübergreifenden Gliederungs-
elementen, flachen, sparsamen Ornamenten
oder schmückenden Fensterverdachungen.
Die vermutlich etwas späteren Bauten (Nr. 21,
20) sind etwas reicher gehalten und leiten
durch das Schmuckrepertoir (Nr. 21) oder die
Ausstattung mit Balkon/Erker vor allem aber
durch das trichterartige leichte Zurückwei-
chen der Flucht die Bebauung des Platzes ein.
Bethlehemplatz 6, Wohnhaus, um 1910
x"z-/ f- r
Kochstraße 14, Hinterhofbebauung, um 1895
BEREICH NÖRDLICH DER
LIMMERSTRASSE
KOCHSTRASSE
Mitte der neunziger Jahre erfolgte die Bebau-
ung des nördlichen Abschnitts der Straße (Nr.
4-11 und 12-18) und der angrenzenden
Parzellen in der Elisen- (Nr. 2,4,6) und Otten-
straße (Nr. 1,3). Auf beiden Seiten entstanden
geschlossene Zeilen (zwei Häuser inzwi-
schen abgerissen) und parallel dazu, getrennt
durch einen Hof je eine geschlossene Hinter-
hauszeile aus viergeschossigen, zweispänni-
gen Wohngebäuden z.T. mit ausgebautem
Dach. Während die Vorderhäuser - um ihren
Tauschwert zu steigern - mit durchaus re-
spektablen neorenaissancistischen bzw. goti-
sierenden Putz- und Verblendziegelfassaden
versehen wurden und mit den Nachbargebäu-
den der Elisen- und Ottenstraße das von gro-
ßer Einheitlichkeit und „Gediegenheit“ ge-
prägte, der Öffentlichkeit zugewandte Bild des
Spekulationsbaus zeigen (vgl. z.B. Wittekind-
und Dieckbornstraße), fehlt den nur den Nut-
zern sichtbaren Rückfronten und Hinterhäu-
sern jegliche freundliche Ausstattung; die
Kehrseite des Spekulationsbaus verdeutlicht
Bethlehemplatz 2/3, Wohnhaus, um 1910,
Architekt C. Arend
Kochstraße 14,13,12, Ottenstraße, 1,
Wohnhäuser, um 1895
141
der Waagerechten durch schichtweisen, ge-
simsstrukturierten Wechsel zwischen Fen-
ster- und Brüstungszone, im Kontrast dazu
Betonung der Senkrechten im (hier) zurück-
springenden leicht überhöhten Eingangsbe-
reich durch übergreifende lisenenartige Vorla-
gen und schmale hochrechteckige Fensteröff-
nungen, flächige Seitenkompartimente quasi
als Folie für Statuen - sind hier angereichert
mit verkürzten Zitaten („romanische“ Fenster,
Natursteinmaterial), die in charakteristischer
Manier Verbindung zum Kirchenkomplex her-
stellen.
So wirkt die Platzbebauung trotz der langen
Entstehungszeit und der Beeinträchtigung
durch Neubauten (Küchengarten) relativ ge-
schlossen.
Über drei Straßen ist der Bethlehemplatz an
den Kötnerholzweg und den oben beschriebe-
nen Dreiecksplatz (Ahlemer-, Velberstraße)
angebunden. Der mittleren Bethlehemstraße
mit ihren gut erhaltenen, im ganzen beschei-
denen zweispännigen, viergeschossigen
Mietwohnhäusern kommt wegen der Ausrich-
tung auf den Kirchenchor besondere Bedeu-
Bethlehemkirche, 1904/06,
Architekt K. Mohrmann
Kochstraße 8, 7-4, Wohnhäuser, um 1895
tung zu. Die Gebäude entstanden etwa gleich-
zeitig mit dem Kirchenbau. Vorherrschend ist
der Typ der sechsachsigen Fassade mit be-
tontem Mittelabschnitt, der sich in der Dachzo-
ne als vierachsiges, meist waagrecht abge-
schlossenes Zwerchhaus fortsetzt. Das Mate-
rial ist Verblendziegel und/oder Putz. An ein-
zelnen Fassaden ist das Nachleben der Han-
noverschen Bauschule erkennbar (z.B. Nr. 1,
3, 9), das an anderen auf den Mittelteil redu-
ziert und mit einem nüchternen „Putzrahmen“
umgeben ist (z.B. Nr. 5, 7). Gegenüber finden
sich reine Putzfronten mit hochgerückten ver-
tikalen geschoßübergreifenden Gliederungs-
elementen, flachen, sparsamen Ornamenten
oder schmückenden Fensterverdachungen.
Die vermutlich etwas späteren Bauten (Nr. 21,
20) sind etwas reicher gehalten und leiten
durch das Schmuckrepertoir (Nr. 21) oder die
Ausstattung mit Balkon/Erker vor allem aber
durch das trichterartige leichte Zurückwei-
chen der Flucht die Bebauung des Platzes ein.
Bethlehemplatz 6, Wohnhaus, um 1910
x"z-/ f- r
Kochstraße 14, Hinterhofbebauung, um 1895
BEREICH NÖRDLICH DER
LIMMERSTRASSE
KOCHSTRASSE
Mitte der neunziger Jahre erfolgte die Bebau-
ung des nördlichen Abschnitts der Straße (Nr.
4-11 und 12-18) und der angrenzenden
Parzellen in der Elisen- (Nr. 2,4,6) und Otten-
straße (Nr. 1,3). Auf beiden Seiten entstanden
geschlossene Zeilen (zwei Häuser inzwi-
schen abgerissen) und parallel dazu, getrennt
durch einen Hof je eine geschlossene Hinter-
hauszeile aus viergeschossigen, zweispänni-
gen Wohngebäuden z.T. mit ausgebautem
Dach. Während die Vorderhäuser - um ihren
Tauschwert zu steigern - mit durchaus re-
spektablen neorenaissancistischen bzw. goti-
sierenden Putz- und Verblendziegelfassaden
versehen wurden und mit den Nachbargebäu-
den der Elisen- und Ottenstraße das von gro-
ßer Einheitlichkeit und „Gediegenheit“ ge-
prägte, der Öffentlichkeit zugewandte Bild des
Spekulationsbaus zeigen (vgl. z.B. Wittekind-
und Dieckbornstraße), fehlt den nur den Nut-
zern sichtbaren Rückfronten und Hinterhäu-
sern jegliche freundliche Ausstattung; die
Kehrseite des Spekulationsbaus verdeutlicht
Bethlehemplatz 2/3, Wohnhaus, um 1910,
Architekt C. Arend
Kochstraße 14,13,12, Ottenstraße, 1,
Wohnhäuser, um 1895
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