Großburgwedel, Im Mitteldorf 3, ehemaliges Küsterhaus
Fünf imposante Grablegen und ihre steinernen
Memorialen erheben sich nördlich der Kirche
auf der Fläche des 1824 geschlossenen
Kirchfriedhofes: Sie erinnern an drei Amtsvögte
aus der Familie von Alten (Bodo Christoph, Au-
gust Eberhard und Ernst Bodo von Alten) sowie
an Dorothee Lucie und Auguste von Alten.
1833 wurde seitlich zum Kirchhof ein neues
Küsterhaus (Nr. 3) errichtet, das in alter Tradi-
tion auch als Schule und als Entlastungsbau
der älteren, 1801 erweiterten Schule an der
Kirche (Nr. 7) diente. Das in herkömmlicher
Weise als Vierständerbau errichtete Fachwerk-
gebäude wurde nur von älteren Mädchen
besucht, da die jüngeren Kinder gemeinsam die
Schule in der Meineworth, die Jungen die alte
Kirchschule aufsuchten. 1984 wurde das
Hallenhaus zur Galerie umgenutzt. Das sym-
metrisch zu diesem gelegene sog. Glöckner-
haus Nr. 7 wurde der Bauinschrift nach im Jahr
1801 vom Zimmermeister Mjeister] H. Brandes
erbaut, obgleich die Quellen lediglich von einer
Vergrößerung einer alten Schule in diesem Jahr
berichten.
Nach ersten Diskussionen 1869 wurde 1907
ein moderner Schulbau eingeweiht, damals für
gut 180 Schüler konzipiert (Nr. 13). Der im
Heimatstil ausgeführte, durchaus repräsentativ
anmutende Massivbau mit Fachwerkdrempel
und geschwungen geführtem, mächtigem Glo-
ckenturm hielt auf winkelförmiger Fläche nur
vier Klassenräume und zwei Lehrerwohnungen
bereit, obgleich im durch Zierfachwerk betonten
Dachgeschoss weitere, vorerst ungenutzte
Räumlichkeiten zur Verfügung standen; hier zog
1912 die höhere Privatschule Großburgwedels
ein.
Im flachen Saaltrakt des benachbarten Pfarr-
und Gemeindehauses („1892”) lagerte man die
seit 1879 zusammengetragene Bibliothek der
Kirchengemeinde ein, die sich v.a. außerhalb
der Saat- und Erntezeiten regen Zulaufes er-
freute (Nr. 11). Die Bausprache des von seit-
lichen Ecklisenen, Geschossgesimsen und stei-
genden Friesen straff gegliederten Klinkerbaus
kontrastiert mit dem gegenüberliegenden histo-
rischen Wohn- und Geschäftshaus Nr. 4, einen
Großburgwedel, Im Mitteldorf 11, ehemaliges Gemeindehaus
beeindruckenden, von Blendgliederungen ge-
stalteten Ziegelbau des Jahres 1896. Bauherr
des reich gestalteten Gebäudes war Wilhelm
Henke, der bereits im Vorgängerbau seit 1865
eine Bäckerei betrieb und den Neubau auch
direkt als Wohnhaus mit Backwarenladen im
Erdgeschoss entwickeln ließ.
Zusammen mit dem benachbarten, schräg ge-
genüber der Kirche und des Kirchhofes errich-
teten neoklassizistischen Klinkerbau Nr. 2 ver-
anschaulicht es die einstige Bedeutung und
den Stand der Bewohner des Kirchhofquar-
tiers.
Beide Bauten gehören zur späten Überbauung
des einst frei belassenen dreieckigen Markt-
platzes, an dessen Rändern sich erst nach und
nach die Straßen Im Mitteldorf, Am Markt und
Im Klint herausbildeten; noch 1724 erfasste der
Franzose de Bonninet den Bereich nördlich von
„Eglise” und „Cimetiere” als freies, baumbe-
standenes Areal, ähnlich wie es der Wiederauf-
bauplan E.G. Haases des gleichen Jahres
wiedergibt. Über Jahrhunderte wurden hier der
Kram- und der Schweinemarkt abgehalten, de-
Großburgwedel, Im Mitteldorf 13, Schule, erb. 1907
172
Fünf imposante Grablegen und ihre steinernen
Memorialen erheben sich nördlich der Kirche
auf der Fläche des 1824 geschlossenen
Kirchfriedhofes: Sie erinnern an drei Amtsvögte
aus der Familie von Alten (Bodo Christoph, Au-
gust Eberhard und Ernst Bodo von Alten) sowie
an Dorothee Lucie und Auguste von Alten.
1833 wurde seitlich zum Kirchhof ein neues
Küsterhaus (Nr. 3) errichtet, das in alter Tradi-
tion auch als Schule und als Entlastungsbau
der älteren, 1801 erweiterten Schule an der
Kirche (Nr. 7) diente. Das in herkömmlicher
Weise als Vierständerbau errichtete Fachwerk-
gebäude wurde nur von älteren Mädchen
besucht, da die jüngeren Kinder gemeinsam die
Schule in der Meineworth, die Jungen die alte
Kirchschule aufsuchten. 1984 wurde das
Hallenhaus zur Galerie umgenutzt. Das sym-
metrisch zu diesem gelegene sog. Glöckner-
haus Nr. 7 wurde der Bauinschrift nach im Jahr
1801 vom Zimmermeister Mjeister] H. Brandes
erbaut, obgleich die Quellen lediglich von einer
Vergrößerung einer alten Schule in diesem Jahr
berichten.
Nach ersten Diskussionen 1869 wurde 1907
ein moderner Schulbau eingeweiht, damals für
gut 180 Schüler konzipiert (Nr. 13). Der im
Heimatstil ausgeführte, durchaus repräsentativ
anmutende Massivbau mit Fachwerkdrempel
und geschwungen geführtem, mächtigem Glo-
ckenturm hielt auf winkelförmiger Fläche nur
vier Klassenräume und zwei Lehrerwohnungen
bereit, obgleich im durch Zierfachwerk betonten
Dachgeschoss weitere, vorerst ungenutzte
Räumlichkeiten zur Verfügung standen; hier zog
1912 die höhere Privatschule Großburgwedels
ein.
Im flachen Saaltrakt des benachbarten Pfarr-
und Gemeindehauses („1892”) lagerte man die
seit 1879 zusammengetragene Bibliothek der
Kirchengemeinde ein, die sich v.a. außerhalb
der Saat- und Erntezeiten regen Zulaufes er-
freute (Nr. 11). Die Bausprache des von seit-
lichen Ecklisenen, Geschossgesimsen und stei-
genden Friesen straff gegliederten Klinkerbaus
kontrastiert mit dem gegenüberliegenden histo-
rischen Wohn- und Geschäftshaus Nr. 4, einen
Großburgwedel, Im Mitteldorf 11, ehemaliges Gemeindehaus
beeindruckenden, von Blendgliederungen ge-
stalteten Ziegelbau des Jahres 1896. Bauherr
des reich gestalteten Gebäudes war Wilhelm
Henke, der bereits im Vorgängerbau seit 1865
eine Bäckerei betrieb und den Neubau auch
direkt als Wohnhaus mit Backwarenladen im
Erdgeschoss entwickeln ließ.
Zusammen mit dem benachbarten, schräg ge-
genüber der Kirche und des Kirchhofes errich-
teten neoklassizistischen Klinkerbau Nr. 2 ver-
anschaulicht es die einstige Bedeutung und
den Stand der Bewohner des Kirchhofquar-
tiers.
Beide Bauten gehören zur späten Überbauung
des einst frei belassenen dreieckigen Markt-
platzes, an dessen Rändern sich erst nach und
nach die Straßen Im Mitteldorf, Am Markt und
Im Klint herausbildeten; noch 1724 erfasste der
Franzose de Bonninet den Bereich nördlich von
„Eglise” und „Cimetiere” als freies, baumbe-
standenes Areal, ähnlich wie es der Wiederauf-
bauplan E.G. Haases des gleichen Jahres
wiedergibt. Über Jahrhunderte wurden hier der
Kram- und der Schweinemarkt abgehalten, de-
Großburgwedel, Im Mitteldorf 13, Schule, erb. 1907
172



