Die Fuhrberger historische Kapelle und das
Kirchviertel
Nachdem der mittelalterliche Vorgängerbau
baufällig geworden und aufgrund des morasti-
gen Bodens kaum mehr benutzbar war, schritt
man 1769 zum Neubau der Kapelle, die man
nun um etliche Meter weiter südlich, an einen
leicht erhöhten Standort verschob (An der
Kirche 4). Das Burgwedeler Kirchenbuch 1781
berichtet von einem ca. 15x9 Meter messen-
den Fachwerkbau mit backsteinerner Ausmau-
erung, innen weiß getüncht und von einem
Dachreiter bekrönt. Eine historische Fotografie
belegt die Gestalt des elfachsigen Gebäudes,
das ein Halbwalmdach überfing und über ein
traufseitiges Portal zu betreten war.
1908 zur eigenständigen Kirchengemeinde
erhoben, strebte Fuhrberg zwar bauliche Ände-
rungen der Kapelle an, die aber aus Kosten-
gründen vorerst unterblieben. Erst um 1932
erhielt die Kapelle nach Entwürfen des Archi-
tekten Haro ihr heutiges Satteldach aufgesetzt
und den schmalen holzverschalten Glocken-
turm im Westen sowie die Fachwerksakristei im
Osten vorgelegt, die man im Zuge der Sanie-
rungen 1965-67 allerdings zum Chor umnutzte.
Im Innern der Kirche verdient der Altar beson-
dere Aufmerksamkeit, der sich aus dem „anno
1678” vom Oberförster O. J. Frese gestifteten
Retabel und einer mittelalterlichen Altarplatte
zusammensetzt; vermutlich stammt die erst
nach dem Zweiten Weltkrieg in der Nähe der
Kirche wiederaufgefundene Platte aus der
ersten Fuhrberger Kapelle.
Auf dem kleinen, von alten Eichen abgegrenz-
ten Kirchhof zeugen nur noch wenige Grabmale
des 19.Jh. von der historischen kirchlichen
Eigenständigkeit Fuhrbergs.
Wie insgesamt für Fuhrberg typisch, zeigt sich
auch das Viertel westlich der Kirche auffallend
jung - kaum eines der historischen Gebäude
datiert noch in die 1. Hälfte des 19.Jh. zurück.
Typisch ist die Ausrichtung der Hofstellen, die
Orientierung ihrer Wirtschaftshöfe zu den nörd-
lich angrenzenden Feldern, so dass sich ent-
lang der Straße An der Kirche vornehmlich die
Wohnteile und Altenteiler aneinander reihen.
Zu den ältesten anliegenden Bauten zählt das
der Kirche schräg gegenüberliegende, nach
seiner Bauinschrift im Jahr 1848 vom Meister
Fricke errichtete Vierständerhallenhaus Nr. 3,
das noch das historische Gefüge und den
ursprünglich durch seitliche Misttüren geglie-
derten Wirtschaftsgiebel zeigt. Im Wohnteil
wurde durch eine einzapfende Ankerbalken-
konstruktion ein Kniestock im Dachraum
geschaffen, der die Zweigeschossigkeit bzw.
den Ausbau des Dachraums zu Wohnzwecken
bereits zur Bauzeit nahe legt.
Bereits wenige Jahre später - „1854” - ent-
stand das breit lagernde Wohnwirtschaftsge-
bäude der Hofstelle Nr. 9, zu der einer der für
Burgwedel typischen, separat errichteten Fach-
werkställe gehört, der hier in ungestörter Kon-
struktion erhalten blieb. Den historischen Bau-
Fuhrberg, An der Kirche 4, Kapelle, Blick in den Altarraum auf das 1678 gestiftete Retabel
Fuhrberg, An der Kirche, Kirchviertel mit historischer Kapelle, Blick von Süden
Fuhrberg, An der Kirche, Blick auf die Hofanlagen Nr. 6 und 8
183
Kirchviertel
Nachdem der mittelalterliche Vorgängerbau
baufällig geworden und aufgrund des morasti-
gen Bodens kaum mehr benutzbar war, schritt
man 1769 zum Neubau der Kapelle, die man
nun um etliche Meter weiter südlich, an einen
leicht erhöhten Standort verschob (An der
Kirche 4). Das Burgwedeler Kirchenbuch 1781
berichtet von einem ca. 15x9 Meter messen-
den Fachwerkbau mit backsteinerner Ausmau-
erung, innen weiß getüncht und von einem
Dachreiter bekrönt. Eine historische Fotografie
belegt die Gestalt des elfachsigen Gebäudes,
das ein Halbwalmdach überfing und über ein
traufseitiges Portal zu betreten war.
1908 zur eigenständigen Kirchengemeinde
erhoben, strebte Fuhrberg zwar bauliche Ände-
rungen der Kapelle an, die aber aus Kosten-
gründen vorerst unterblieben. Erst um 1932
erhielt die Kapelle nach Entwürfen des Archi-
tekten Haro ihr heutiges Satteldach aufgesetzt
und den schmalen holzverschalten Glocken-
turm im Westen sowie die Fachwerksakristei im
Osten vorgelegt, die man im Zuge der Sanie-
rungen 1965-67 allerdings zum Chor umnutzte.
Im Innern der Kirche verdient der Altar beson-
dere Aufmerksamkeit, der sich aus dem „anno
1678” vom Oberförster O. J. Frese gestifteten
Retabel und einer mittelalterlichen Altarplatte
zusammensetzt; vermutlich stammt die erst
nach dem Zweiten Weltkrieg in der Nähe der
Kirche wiederaufgefundene Platte aus der
ersten Fuhrberger Kapelle.
Auf dem kleinen, von alten Eichen abgegrenz-
ten Kirchhof zeugen nur noch wenige Grabmale
des 19.Jh. von der historischen kirchlichen
Eigenständigkeit Fuhrbergs.
Wie insgesamt für Fuhrberg typisch, zeigt sich
auch das Viertel westlich der Kirche auffallend
jung - kaum eines der historischen Gebäude
datiert noch in die 1. Hälfte des 19.Jh. zurück.
Typisch ist die Ausrichtung der Hofstellen, die
Orientierung ihrer Wirtschaftshöfe zu den nörd-
lich angrenzenden Feldern, so dass sich ent-
lang der Straße An der Kirche vornehmlich die
Wohnteile und Altenteiler aneinander reihen.
Zu den ältesten anliegenden Bauten zählt das
der Kirche schräg gegenüberliegende, nach
seiner Bauinschrift im Jahr 1848 vom Meister
Fricke errichtete Vierständerhallenhaus Nr. 3,
das noch das historische Gefüge und den
ursprünglich durch seitliche Misttüren geglie-
derten Wirtschaftsgiebel zeigt. Im Wohnteil
wurde durch eine einzapfende Ankerbalken-
konstruktion ein Kniestock im Dachraum
geschaffen, der die Zweigeschossigkeit bzw.
den Ausbau des Dachraums zu Wohnzwecken
bereits zur Bauzeit nahe legt.
Bereits wenige Jahre später - „1854” - ent-
stand das breit lagernde Wohnwirtschaftsge-
bäude der Hofstelle Nr. 9, zu der einer der für
Burgwedel typischen, separat errichteten Fach-
werkställe gehört, der hier in ungestörter Kon-
struktion erhalten blieb. Den historischen Bau-
Fuhrberg, An der Kirche 4, Kapelle, Blick in den Altarraum auf das 1678 gestiftete Retabel
Fuhrberg, An der Kirche, Kirchviertel mit historischer Kapelle, Blick von Süden
Fuhrberg, An der Kirche, Blick auf die Hofanlagen Nr. 6 und 8
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