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Krumm, Carolin [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 13,2): Region Hannover: nördlicher und östlicher Teil; mit den Städten Burgdorf, Garbsen, Langenhagen, Lehrte, Neustadt a. Rbge., Sehnde, Wunstorf und den Gemeinden Burgwedel, Isernhagen, Uetze und Wedemark — Hameln, 2005

DOI Page / Citation link:
https://doi.org/10.11588/diglit.44258#0196
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Gebieten auf. Regionaltypisch ist auch der
repräsentative zweigeschossige Wohnteil, den
man in ungewöhnlicher Weise quer zur Firstlinie
des Wirtschaftsteiles platzierte.
Allgemein zeigen die Hallenhäuser dieser Zeit
schlichte, von quadratischen Gefachen überzo-
gene Fassaden, die gelegentlich einige Fußstre-
ben oder geschosshohe Schrägstreben akzen-
tuieren und einen zweigeschossig ausgebauten
Wohnteil unter durchlaufendem Dach (Unter
den Eichen 6: um 1780/90). Das Vierständer-
hallenhaus Meitzer Weg 2 von „1788” doku-
mentiert diese Form, erhielt jedoch wohl erst im
19.Jh. seinen zweigeschossigen Wohnteil an-
gefügt.
Den jüngeren Bauhorizont des späten 19.Jh.
dokumentieren im Ort drei Wohnhäuser bzw.
Wohnwirtschaftsgebäude, Belege der zuse-
hends an Beliebtheit gewinnenden Ziegelbau-
weise in Folge der allerorts aufstrebenden
Ziegeleien: So erhielt der vermutlich um 1800
abgezimmerte Vierständerbau Unter den
Eichen 10 „1883” einen massiven Blendgiebel
vorgelegt, während man den als Kopfbau am
Ende eines Scheunentraktes ausgelegten
Wohnteil Unter den Eichen 1 als separaten
Ziegelbau errichtete. Steigende Friese im
Giebelfeld und Geschossgesimse kennzeich-
nen beide Gebäude, wenngleich der Wohnteil
Unter den Eichen 1 (um 1900) durch Zweige-
schossigkeit, Traufständigkeit, glasierte Sohl-
bänke und aufwendige Formziegel repräsenta-
tivere Züge trägt.
Diese Details wiederholen sich am eingeschos-
sigen Wohnhaus Hauptstraße 20, um 1905 in
der damals beliebten eingeschossigen Ausfüh-
rung mit Mittelrisalit und Drempelgeschoss
erstellt. Ortstypisches Detail ist seine dreibogig,
von zierlichen Rundpfeilern getragene Rundbo-
genloggia vor dem modernisierten Hauptzu-
gang.
Den nördlichen Ortsausgang markiert seit 1747
eine holzverschalte Bockwindmühle (Mühlen-
weg 26), die erst 1940 ihren Betrieb einstellte
und vermutlich die zweite an gleicher Stelle ist.
Bereits die Otzer Freiengerichtstagung 1585
berichtete von einer Windmühle am Wettmarer
Nordberg, die damals auf einem Kötnerhof
errichtet wurde und bis 1795 im Besitz der
Kötnerfamilie verblieb. Seit ca. 1905 bildet sie
zusammen mit dem backsteinernen Mühlen-
wohnhaus (Nr. 24) ein beeindruckendes En-
semble am heute bebauten Nordberg aus.
Wellmühle
Ein einst bescheidener, heute zum Wohnhaus
umgenutzter Fachwerkbau (Wellmühle 1) ist
baulicher Zeuge der landesherrlichen Forstver-
waltung, die 1752 zur Verbesserung der
Waldaufsicht in der Oberförsterei Fuhrberg die
Försterei in der Wellmühle einrichtete.
Dies geschah allerdings erst nach einigen
Auseinandersetzungen mit den Wettmarer
Freien, die mit der Entstehung des Fuhrberger
Forsthofes Einschränkungen ihrer Nutzungs-

Wettmar, Unter den Eichen 10, Wohnwirtschaftsgebäude, „1883"



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Wettmar, Unter den Eichen 10, Giebel des Wohnteils

Wettmar, Mühlenweg 24, Mühlengebäude


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