Garbsen, Calenberger Straße, Kircheninnenraum, Blick auf den Kanzelaltar
der Zweigeschossigkeit und der axialen Er-
schließung.
Gegen Süden läuft das Dorf in einigen alten
Hofstellen aus, die unmittelbar zur freien Land-
schaft vermitteln; den bäuerlich-ländlichen
Charakter übermittelt u.a. eine straßenparallel
abgezimmerte Längsdurchfahrtsscheune („1724”),
deren straßenseitige Traufe um 1900 massiv
ersetzt werden musste (Hegerwisch 5/5A).
Folgt man von hier aus dem bogigen Verlauf der
Calenberger Straße gegen Norden, so führt der
Weg direkt auf ein eingeschossiges straßenpa-
ralleles Ziegelgebäude der Jahrhundertwende
(Nr. 2) zu, das einst die Schule Alt-Garbsens
gewesen sein soll. Da schon 1901 ein neues
Schulgebäude am Kirchweg errichtet wurde,
kann es sich hierbei nur um das quellenkundlich
überlieferte Hallenhaus handeln, das man 1899
zur Schule umbaute; nach einem Grundrisspian
dieses Jahres zu folgern, führte ein schmaler
Flurgang vom traufseitigen Zugang zur großen
Schulstube rechts des Flures.
Die gegenüberliegende Hofstelle Nr. 3/3a
gehört zu den Vollmeierhöfen des Ortes und
verfügt als einer der letzten Höfe über ein etwas
altertümlich abgezimmertes Vierständerhaupt-
haus mit doppelter Giebelvorkragung („1830”)
und eine etwas zurückversetzte Längsein-
fahrtsscheune des Jahres 1743. Der durch
Taubandknaggen und geschwungene Kopf-
bänder ohnehin dekorativ anmutende einstige
Nutzbau ist nach seinem Umbau zum Wohn-
haus allerdings kaum mehr als historische
Scheune zu erkennen (Altenteiler ?).
Kleinstädtisch inspiriertes Bauen übermitteln
östlich des Dorfkerns die historisierenden
Wohnbauten Kampweg 3 und Nr. 5, die dem
Stilempfinden der Jahrhundertwende gemäß
von der Bautradition dörflicher Wohnwirt-
schaftsgebäude deutlich Abstand nehmen; So
wurden die benachbarten eingeschossigen
Ziegelbauten als kleine Reihenhäuser konzi-
piert, wie sie für Arbeitersiedlungen des frühen
20.Jh. typisch sind. In bekannter Weise be-
stimmt das Nebeneinander von Zierdrempel,
Mittelrisalit oder Zwerchhaus die optische
Wirkung der dekorativen Fassaden, die im Falle
des Wohnhauses Nr. 3 durch die Material- und
Farbvielfalt (Ziegel, glasierte Ziegel, Putzflächen)
eine weitere Steigerung erleben. Älteres Bauen
dokumentiert in diesem durchweg modern
überprägten Quartier nur noch der Vierstän-
derbau Konrad-Adenauer-Straße 11 („1850”).
GARBSEN/BERENBOSTEL
1206 wurde der Ort Berenbostel als „Bardinge-
burstelle” erstmals erwähnt, der sich damit als
Bauernstelle (Burstelle) auf gerodeter Fläche zu
erkennen gibt. Als vermutlich früher Rodungs-
platz des 6./7.Jh. profitierte er von den damals
weitgehend noch unbesiedelten Höhenzügen
der Engelbosteler Moorgeest, die an die feuch-
ten Böden der Leineniederung grenzt.
Die Kurhannoversche Landesaufnahme des
Jahres 1781 zeigt das 29 Feuerstellen große
Garbsen, Blick auf den Westturm der 1843 von F.A.L. Hellner erbauten Kirche (neobarocke Veränderung
1905/07)
196
der Zweigeschossigkeit und der axialen Er-
schließung.
Gegen Süden läuft das Dorf in einigen alten
Hofstellen aus, die unmittelbar zur freien Land-
schaft vermitteln; den bäuerlich-ländlichen
Charakter übermittelt u.a. eine straßenparallel
abgezimmerte Längsdurchfahrtsscheune („1724”),
deren straßenseitige Traufe um 1900 massiv
ersetzt werden musste (Hegerwisch 5/5A).
Folgt man von hier aus dem bogigen Verlauf der
Calenberger Straße gegen Norden, so führt der
Weg direkt auf ein eingeschossiges straßenpa-
ralleles Ziegelgebäude der Jahrhundertwende
(Nr. 2) zu, das einst die Schule Alt-Garbsens
gewesen sein soll. Da schon 1901 ein neues
Schulgebäude am Kirchweg errichtet wurde,
kann es sich hierbei nur um das quellenkundlich
überlieferte Hallenhaus handeln, das man 1899
zur Schule umbaute; nach einem Grundrisspian
dieses Jahres zu folgern, führte ein schmaler
Flurgang vom traufseitigen Zugang zur großen
Schulstube rechts des Flures.
Die gegenüberliegende Hofstelle Nr. 3/3a
gehört zu den Vollmeierhöfen des Ortes und
verfügt als einer der letzten Höfe über ein etwas
altertümlich abgezimmertes Vierständerhaupt-
haus mit doppelter Giebelvorkragung („1830”)
und eine etwas zurückversetzte Längsein-
fahrtsscheune des Jahres 1743. Der durch
Taubandknaggen und geschwungene Kopf-
bänder ohnehin dekorativ anmutende einstige
Nutzbau ist nach seinem Umbau zum Wohn-
haus allerdings kaum mehr als historische
Scheune zu erkennen (Altenteiler ?).
Kleinstädtisch inspiriertes Bauen übermitteln
östlich des Dorfkerns die historisierenden
Wohnbauten Kampweg 3 und Nr. 5, die dem
Stilempfinden der Jahrhundertwende gemäß
von der Bautradition dörflicher Wohnwirt-
schaftsgebäude deutlich Abstand nehmen; So
wurden die benachbarten eingeschossigen
Ziegelbauten als kleine Reihenhäuser konzi-
piert, wie sie für Arbeitersiedlungen des frühen
20.Jh. typisch sind. In bekannter Weise be-
stimmt das Nebeneinander von Zierdrempel,
Mittelrisalit oder Zwerchhaus die optische
Wirkung der dekorativen Fassaden, die im Falle
des Wohnhauses Nr. 3 durch die Material- und
Farbvielfalt (Ziegel, glasierte Ziegel, Putzflächen)
eine weitere Steigerung erleben. Älteres Bauen
dokumentiert in diesem durchweg modern
überprägten Quartier nur noch der Vierstän-
derbau Konrad-Adenauer-Straße 11 („1850”).
GARBSEN/BERENBOSTEL
1206 wurde der Ort Berenbostel als „Bardinge-
burstelle” erstmals erwähnt, der sich damit als
Bauernstelle (Burstelle) auf gerodeter Fläche zu
erkennen gibt. Als vermutlich früher Rodungs-
platz des 6./7.Jh. profitierte er von den damals
weitgehend noch unbesiedelten Höhenzügen
der Engelbosteler Moorgeest, die an die feuch-
ten Böden der Leineniederung grenzt.
Die Kurhannoversche Landesaufnahme des
Jahres 1781 zeigt das 29 Feuerstellen große
Garbsen, Blick auf den Westturm der 1843 von F.A.L. Hellner erbauten Kirche (neobarocke Veränderung
1905/07)
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