5 zuzuweisen, ein Ensemble einer giebelständi-
gen Doppellängsdurchfahrtsscheune des
19.Jh. und eines zweigeschossig-traufständi-
gen Ziegelbaus des Jahres „1898” (Pforte:
„1906”). Auf einer der ältesten Hofstellen erhebt
sich das kurz nach der Erstellung der Kur-
hannoverschen Landesaufnahme (1781) abge-
zimmerte Vierständerhallenhaus Röddenser
Dorfstraße 9 („1794”). Sein durch gleichmäßi-
ge Gefache und K-Streben an den Eckständern
charakterisierter Wirtschaftsgiebel zeigt die
bündige Abzimmerung.
Wohl annähernd dem gleichen Zeithorizont wird
die Querdurchfahrtsscheune der Hofstelle Nr. 1
zuzuweisen sein, abzulesen an der flachen
Gestaltung des nur schwach vorkragenden
Scheingeschosses im holzverschalten Steilgie-
bel und dem Unterrähmgefüge.
Baugeschichtliches Interesse verdient jedoch
ein ursprünglich bescheidenes Fachwerkhaus
westlich der im Dorfgebiet als Celler Straße
benannten Bundesstraße 443, der einst als
Hirtenhaus genutzte Fachwerkbau Kolshorner
Straße 2. Obwohl massive Teilerneuerungen
die Baustruktur des Zweiständerhallenhauses
ein wenig verunklärten, blieb im Innern das
Ständergerüst mit den aufliegenden Jochbal-
ken, mächtigen Knaggen und dem beeindru-
ckenden Luchtbalken in situ erhalten. Die
Datierung der verbauten Eichenhölzer ermittelte
als Bauzeit die Jahre um 1604 und damit einen
erstaunlich jungen Beleg für das altertümliche
Jochbalkengerüst. Heute zeigt sich der im
Volksmund als „Hölle” bezeichnete Bau aller-
dings mit neuen Fenstern, modernen Dachgau-
ben, neuer Ausmauerung, Dachdeckung und
massiver Schwelle.
Jüngstes Baudenkmal im Ort ist schließlich das
am östlichen Rand des Friedhofes aufgerichte-
te Pfeilermal, ein reliefiertes Ehrenmal zur
Erinnerung der im Ersten Weltkrieg Gefalle-
nen (Celler Str.; um 1920); nach Ende des
Zweiten Weltkrieges lagerte man ihm eine
Steintafel zur Erinnerung der Toten der Jahre
1939-45 vor.
Röddensen, Röddenser Dorfstraße 9, Wohnwirtschaftsgebäude, „1794"
Röddensen, Röddenser Dorfstraße 5, Wohnhaus, „1898"
LEHRTE/SIEVERSHAUSEN
Die Geschichte stellte dem östlich von Lehrte
und Hämeier Wald sowie unmittelbar an der
Autobahn A 2 gelegenen Sievershausen günsti-
ge Weichen für seine Entwicklung - dennoch
blieb der 1235 als „Sifrideshusen” bezeichnete
Ort (1295: „Siverdeshusen”) fast immer ein
unbedeutendes Dorf, das aufgrund der Entfer-
nung von größeren Verkehrsachsen weder öko-
nomisch noch sozial von seinen Rahmen-
bedingungen zu profitieren wusste: Den Kopien
eines hochmittelalterlichen Verzeichnisses des
Bistums Hildesheims nach zu folgern, besaß
Sievershausen vermutlich schon damals ein
Archidiakonat. In jedem Fall war es Zentrum
eines weitläufigen Pfarr- und Sendgebietes, das
neben dem Sprengel Sievershausen zeitweilig
auch die Sprengel Burgdorf und Edemissen
umfasste. Alle drei Mutterkirchen waren damals
nicht nur ausgewiesene Orte der Festgottes-
dienste, Taufen und Begräbnisse, sondern
Röddensen, Kolshorner Straße 2, ehern. Hirtenhaus
309
gen Doppellängsdurchfahrtsscheune des
19.Jh. und eines zweigeschossig-traufständi-
gen Ziegelbaus des Jahres „1898” (Pforte:
„1906”). Auf einer der ältesten Hofstellen erhebt
sich das kurz nach der Erstellung der Kur-
hannoverschen Landesaufnahme (1781) abge-
zimmerte Vierständerhallenhaus Röddenser
Dorfstraße 9 („1794”). Sein durch gleichmäßi-
ge Gefache und K-Streben an den Eckständern
charakterisierter Wirtschaftsgiebel zeigt die
bündige Abzimmerung.
Wohl annähernd dem gleichen Zeithorizont wird
die Querdurchfahrtsscheune der Hofstelle Nr. 1
zuzuweisen sein, abzulesen an der flachen
Gestaltung des nur schwach vorkragenden
Scheingeschosses im holzverschalten Steilgie-
bel und dem Unterrähmgefüge.
Baugeschichtliches Interesse verdient jedoch
ein ursprünglich bescheidenes Fachwerkhaus
westlich der im Dorfgebiet als Celler Straße
benannten Bundesstraße 443, der einst als
Hirtenhaus genutzte Fachwerkbau Kolshorner
Straße 2. Obwohl massive Teilerneuerungen
die Baustruktur des Zweiständerhallenhauses
ein wenig verunklärten, blieb im Innern das
Ständergerüst mit den aufliegenden Jochbal-
ken, mächtigen Knaggen und dem beeindru-
ckenden Luchtbalken in situ erhalten. Die
Datierung der verbauten Eichenhölzer ermittelte
als Bauzeit die Jahre um 1604 und damit einen
erstaunlich jungen Beleg für das altertümliche
Jochbalkengerüst. Heute zeigt sich der im
Volksmund als „Hölle” bezeichnete Bau aller-
dings mit neuen Fenstern, modernen Dachgau-
ben, neuer Ausmauerung, Dachdeckung und
massiver Schwelle.
Jüngstes Baudenkmal im Ort ist schließlich das
am östlichen Rand des Friedhofes aufgerichte-
te Pfeilermal, ein reliefiertes Ehrenmal zur
Erinnerung der im Ersten Weltkrieg Gefalle-
nen (Celler Str.; um 1920); nach Ende des
Zweiten Weltkrieges lagerte man ihm eine
Steintafel zur Erinnerung der Toten der Jahre
1939-45 vor.
Röddensen, Röddenser Dorfstraße 9, Wohnwirtschaftsgebäude, „1794"
Röddensen, Röddenser Dorfstraße 5, Wohnhaus, „1898"
LEHRTE/SIEVERSHAUSEN
Die Geschichte stellte dem östlich von Lehrte
und Hämeier Wald sowie unmittelbar an der
Autobahn A 2 gelegenen Sievershausen günsti-
ge Weichen für seine Entwicklung - dennoch
blieb der 1235 als „Sifrideshusen” bezeichnete
Ort (1295: „Siverdeshusen”) fast immer ein
unbedeutendes Dorf, das aufgrund der Entfer-
nung von größeren Verkehrsachsen weder öko-
nomisch noch sozial von seinen Rahmen-
bedingungen zu profitieren wusste: Den Kopien
eines hochmittelalterlichen Verzeichnisses des
Bistums Hildesheims nach zu folgern, besaß
Sievershausen vermutlich schon damals ein
Archidiakonat. In jedem Fall war es Zentrum
eines weitläufigen Pfarr- und Sendgebietes, das
neben dem Sprengel Sievershausen zeitweilig
auch die Sprengel Burgdorf und Edemissen
umfasste. Alle drei Mutterkirchen waren damals
nicht nur ausgewiesene Orte der Festgottes-
dienste, Taufen und Begräbnisse, sondern
Röddensen, Kolshorner Straße 2, ehern. Hirtenhaus
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