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Krumm, Carolin [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 13,2): Region Hannover: nördlicher und östlicher Teil; mit den Städten Burgdorf, Garbsen, Langenhagen, Lehrte, Neustadt a. Rbge., Sehnde, Wunstorf und den Gemeinden Burgwedel, Isernhagen, Uetze und Wedemark — Hameln, 2005

DOI Page / Citation link:
https://doi.org/10.11588/diglit.44258#0402
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im hinteren Teil neu errichtet und damit der
Kirchenraum vergrößert wurde (laut Überliefe-
rung von 1860 wohl um 1711).
Erst 1822 zog man die heutige Korbbogen-
tonne ein, bevor man um 1870 den historisti-
schen Westturm mit spitzbogigen Schallarka-
den errichtete und auch die großformatigen
Spitzbogenfenster einbrachte, die den 1992
neu gestalteten Innenraum großzügig belichten.
Nach dem Verlust (Abbruch) des Kanzelaltars
mitsamt den umlaufenden Priechen und der
Orgel in der Nachkriegszeit, blieb einzig der
barocke hölzerne Taufstock erhalten, den
wiederum der 1988 wiederaufgefundene goti-
sche Taufstein ersetzt. Zusammen mit einem
schlichten Kanzelkorb und dem farbenfrohen
Ölbild W. Petzolds/Berlin von 1995 gestaltet er
heute den 1964 verlängerten Altarraum der
Kirche, der zur ebenfalls neu errichteten
Sakristei überleitet.

Von der historischen Funktion des umge-
benden Kirch(fried-)hofes zeugen heute zwei
Stelen bzw. Grabplatten des 18. und 19.Jh., die
in jüngerer Zeit ihre Aufstellung entlang der
Kirchenmauern fanden. Der noch eine Grab-
anlage des frühen 20.Jh. aufweisende Kirchhof
schließt auch das Grottenehrenmal mit Findling-
und Adleraufsatz mit ein, das an die Gefallenen
beider Weltkriege erinnert (Otternhagener Str.
72).
Unter den großenteils modernisierten anliegen-
den Bauten der nordsüdlich verlaufenden
Otternhagener Straße weist einzig das bauin-
schriftlich 1838 errichtete, stark renovierungs-
bedürftige Vierständerhaus Nr. 34 Denkmal-
qualitäten auf; so zeigt das parallel zur Straße
gelagerte Wohnwirtschaftsgebäude die histori-
sche Fassadengliederung mit holzverschaltem
Steilgiebel, Vorschauer und gleichmäßig abge-
zimmerten Gefachen.

NEUSTADT A. RBGE./POGGENHAGEN
Die moderne Ortschaft Poggenhagen liegt mit-
tig zwischen Wunstorf und Neustadt auf dem
Westufer der Leinemasch und besitzt ihren his-
torischen Ursprung im Bordenauer Lehnsgut
„Grevenborstel zum Poggenhagen”, dem spä-
teren Gutshof derer von Campen, der sich am
äußersten Rande der Leineniederung entwi-
ckelte. Der Bau der nahebei verlaufenden
Bahnlinie nach Bremen 1847 blieb für die
Entwicklung Poggenhagens zunächst völlig
unbedeutend. Erst nach 1900 bzw. der Ein-
richtung einer eigenen Bahnstation und der
Gründung einer Torffabrik entstanden neben
einigen Landarbeiterhäusern im Süden der
Gutsanlage neue Wohngebiete westlich der
Bahngleise. Enormen Flächenzuwachs ver-
zeichnete der Ort jedoch mit der Eingemein-
dung eines nordwestlich gelegenen Moordorfs
1928, das sich ebenfalls nach 1900 gegen

Otternhagen, Blick von Süden auf das Hagenhufendorf Otternhagen (Luftbild: Ohr. Stahl)


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