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Krumm, Carolin [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 13,2): Region Hannover: nördlicher und östlicher Teil; mit den Städten Burgdorf, Garbsen, Langenhagen, Lehrte, Neustadt a. Rbge., Sehnde, Wunstorf und den Gemeinden Burgwedel, Isernhagen, Uetze und Wedemark — Hameln, 2005

DOI Page / Citation link:
https://doi.org/10.11588/diglit.44258#0403
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Otternhagen, St. Johannes-Kirche, Grundriss (Plansammlung des Nieders. Landesamtes für Denkmalpflege)

Süden vergrößerte und allmählich mit Poggen-
hagen zusammenwächst.

Gut Harms
Das seit dem 14.Jh. bis Ende des Iß.Jh. im
Besitz des Adelsgeschlechts von Campen
befindliche Gut (Gut Harms 1-5) trägt nach
seinem Übergang an die Familie Harms 1937
heute den Namen des letzten Eigentümers. Als
Kern der bestehenden Anlage wird allgemein
eine Wasserburg vermutet, von der sich jedoch
kaum etwas erhalten haben dürfte. Zwar kön-
nen die zwei lang gezogenen Teiche am Ost-
rand des Gutsparks weitergenutzte Reste des
alten Wassersystems repräsentieren, obgleich
ihre Ausrichtung auf die Gesamtanlage des frü-
hen 18.Jh. (1712-1726) Bezug zu nehmen
scheint.


Otternhagen, An der Waldbühne, St. Johannes-Kirche, Außenansicht von Nordosten



Poggenhagen, Gut Harms, Herrenhaus, Gartenseite, Blendfassade (1899)

Damals wurde die Gutsanlage um einen trape-
zoiden Wirtschaftshof neu gestaltet, der in sei-
ner nordöstlichen Ecke einen Ehrenhof aus-
spart, ansonsten aber die übliche funktionale
Bebauung samt Scheune und einem Land-
arbeiterhaus zeigt.
Am nördlichen Ende des Ehrenhofes erhebt
sich das zweigeschossige und neunachsige,
einst von zwei eingeschossigen Kavaliersbau-
ten („1713“; im 19.Jh. durch Drempelgeschoss
erhöht; Glocke „1712”) flankierte Herrenhaus
(„1715“), so dass sich der Eindruck einer
bescheidenen, ganz in Fachwerk gehaltenen
Dreiflügelanlage ergab. Nach dem Abbruch des
östlichen Kavalierbaus wurde dieser Eindruck
leider empfindlich reduziert.
Ein tiefer Graben (Ausmauerung „1722”) grenzt
den Ehrenhof vom vorgelagerten Wirtschaftshof
ab und trägt heute zusammen mit der durch
Vasen-Postamente akzentuierten erschließen-
den Brücke („1716”) zum privaten Charakter
dieses räumlich beengten Vorplatzes bei.
Im Innern zeigt das allein durch ein Zwerchhaus
ausgewiesene Herrenhaus einen auf die
Mittelachse und den rückseitig anschließenden
Park ausgerichteten Grundriss, wobei man den
erdgeschossigen Gartensaal als Wohn- und
Bibliotheksraum, den 1 1/2-geschossigen Saal
im Obergeschoss hingegen als Fest- und
Repräsentationsraum ausgestaltete. Von der
einst bedeutenden Ausstattung der Räume
berichten noch heute die Wandflächen des mit
einem stuckierten Spiegelgewölbe überzoge-
nen Saals, den kannelierte Lisenen im Wechsel
mit Muschel- und Kartuschendekor dekorieren.
1899 wurde der Gartenseite eine massive
Blendfassade vorgelegt, die mit Schweifgiebel,
Volutierung, Lisenengliederung und Altan ein-
deutig neubarockem Stilempfinden folgt.
Sie bildet den Prospekt für den nördlich an-
schließenden, über eine Freitreppe zugäng-
lichen Park- oder Gartenbereich, dessen einsti-
ge Gestaltung nur andeutungshaft abzulesen
ist. Den historischen Abschluss des ursprüng-
lich querrechteckigen Hausgartens markiert ein
rosengirlandengeschmücktes Tor, von dem aus

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