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Krumm, Carolin [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 13,2): Region Hannover: nördlicher und östlicher Teil; mit den Städten Burgdorf, Garbsen, Langenhagen, Lehrte, Neustadt a. Rbge., Sehnde, Wunstorf und den Gemeinden Burgwedel, Isernhagen, Uetze und Wedemark — Hameln, 2005

DOI Page / Citation link:
https://doi.org/10.11588/diglit.44258#0465
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Vierständerhallenhaus Marktstraße 7, das als
Bauwerk des endenden 18.Jh. („1783”) schon
wesentliche Kennzeichen des Hallenhauses
des 19. Jh. vorwegnimmt: So zeigt es die für
diese Region typische Abzimmerung eines über
Knaggen und Füllhölzern schwach vorkragen-
den Giebels mit den charakteristischen liegen-
den Gefachen im Giebeltrapez, wobei die
Horizontale stichbogige Zierhöizer unterhalb
des Giebelvorsprungs betonen.
Genau hundert Jahre älter datiert der zweige-
schossige Speicher Winkelstraße 9, 9A, 9B
(„1683”), ein Stockwerkbau mit erd- und ober-
geschossigem Zugang. Der durch Wellenbän-
der, Zahnschnitt, Sechssterne und dekorative
Sturzhölzer der Pforten (Kielbogen, Rundbogen
mit eingearbeiteten Sechssternen) betonte
Speicher in Unterrähmkonstruktion zeigt teil-
weise noch alte Lehmausfachungen.
Westlich von Uetze erhebt sich direkt am künst-
lich geschaffenen Irenensee der bauliche Rest
der sog. Kötjemühle (Nr. 1), deren Anfänge als
Öl- und Kornmühle quellenkundlich bis in das
16.Jh. zurückzuverfolgen sind. Nach einem
Brand wurde die Mühle samt angrenzendem
Wohnwirtschaftsgebäude 1818 neu errichtet,
1833 erneuert und schließlich 1903 zur Gast-
stube umgebaut, die sich zusammen mit einem
benachbarten Gasthaus „Kötjemühle” als
Ausflugsziel großer Beliebtheit erfreute. Nach
dem jüngst erfolgten Abbruch der Mühle (bis
1999) blieb lediglich das Wohnhaus erhalten,
ein Vierständerhallenhaus mit holzverkleidetem
Giebel unterhalb des Halbwalmes und frontsei-
tigem Stallanbau (um 1850) mit heute ge-
schlossener Querdurchfahrt. Den einzigen
Hinweis auf den historischen Mühlenstandort
gibt heute nur noch der massiv ummantelte
Bachzulauf.

BENRODE
Folgt man der Bahnlinie in Richtung Osten, so
führt der Weg bald zu der nur wenige Häuser
starken Ansiedlung Benrode, die sich schon

Uetze, Winkelstraße 9, Speicher, Detail der Vorkragung


von weitem durch den hohen Eichenbestand
aus der Umgebung der Wiesen und Weiden
absetzt. Unmittelbar am Rande der weiten
Wiesen erhebt sich das Vierständerhallenhaus
Benrode 2, ein nur von geschosshohen
Schrägstreben akzentuiertes Wohnwirtschafts-
gebäude mit zweigeschossigem Wohnteil aus
der Mitte des 19.Jh. (um 1850/60). Fast zeit-
gleich entstand das in Vierständerbauweise
errichtete Haupthaus der über eine Allee
erschlossenen Hofstelle Nr. 3, ein insgesamt
ansprechendes Ensemble mehrerer, im Halb-
kreis gruppierter historischer Bauten. Zu diesen
gehört der zweigeschossige, stockwerkweise
vorkragende Speicher, den eine Inschrift über
den abtragenden Knaggen als im Jahr 1705
erbaut ausweist.

WACKERWINKEL
Kaum weniger idyllisch zeigt sich die auf
einem Geländeabbruch über der Fuhse-
niederung erstreckende, 1265 erstmals er-

Uetze/Benrode, Benrode 3, Speicher, „1705“

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