deren 1769 eingeweihtes Langhaus ein
gedrungener Turmbau überragt - spärlicher
Rest des mittelalterlichen Vorgängerbaus (um
1300, 1794 erneuert), einst Mittelpunkt des
weitläufigen Kirchspieles Bissendorf (zugehörig
u.a. die Dörfer Mellendorf, Bennemühlen,
Wennebostel, Hainhaus, Maspe, Twenge).
Die Fassaden des überkommenen Kirchenbaus
werden einzig von schmalen, stichbogigen
Fensterbahnen und einer glatten Eckquaderung
akzentuiert, zwischen denen reliefierte Grab-
platten des 17. und 18.Jh. ihren neuen Stand-
ort fanden, nachdem wohl der Kirchfriedhof
aufgelassen worden war.
Nach umgreifenden Restaurierungen 1967/68
(Ausbau der barocken Ausstattung) und
1984/85 (neue Farbgebung) zeigt sich das
Innere des mit einem Spiegelgewölbe überfan-
genen Saalbaus schlicht und hell. Eine von höl-
zernen Stützen abgetragene Empore umläuft
dreiseitig den Raum und bildet zusammen mit
einigen ins Innere verbrachten Grabplatten (s.
die prächtige Stele des Pastors L. Collenius,
gest. 1652, im Chor) und einem hochmittelal-
terlichen Scheibenkreuz (Turmvorhalle) die his-
torische Ausstattung, ergänzt von einem fla-
chen Tafelbild aus der Predella des früheren
Kanzelaltars (sign. W. Richters und H. E. Ban-
gemann, 1699) und einem überkörpergroßen
Bildnis M. Luthers (Öl auf Leinwand, um 1830).
Um 1895 entstand das hinter der Kirche aufge-
hende historistische Pfarrhaus als ein zeitgemä-
ßer, durch glasierte Ziegel belebter Klinkerbau
(Am Kummerberg 2). Besondere Beachtung
verdient die architektonische Gestaltung des
Zuganges, eine Zinnenarchitektur mit neugoti-
schem, von Stabwerk gerahmten Portal. Die
dem Pfarrhof zugehörige Fachwerkscheune
des Jahres 1858 wurde 1987 zu Büro- und
Gruppenräumen (Jugendarbeit) umgebaut.
Das hoch gelegene Kirchviertel am Markt bildet
zusammen mit einer alten Feldsteinmauer den
Übergang zu einer Gehöftgruppe entlang der
Straße Am Kummerberg und der durch einen
schmalen Eichenbrink abgegrenzten, sanft
abfallenden Gasse Koopfore, die einst den
Rand der Ortschaft bezeichneten.
Die als Denkmale ausgewiesenen Wohnwirt-
schaftsgebäude, Ställe und Scheunen dieses
modern erweiterten Quartiers entstammen
zumeist dem frühen und entwickelten 19.Jh.
und zeigen die zeittypische Abzimmerung als
Vierständer-, selten Dreiständer- oder Wand-
ständerbau. Mit der nach Norden verlaufenden
Lindenallee veranschaulichen sie das typische
Bild einer historischen Ortszu- bzw. -ausfahrt
(Wohnwirtschaftsgebäude: Am Kummerberg 1:
„1849”; Nr. 4: „1858"; Nr. 6: um 1800; Koop-
fore 2: „1865”, mit parallelem, lang gezogenem
Ziegelstall von 1883; Nr. 8 mit Stallanbau:
„1796”; Querdurchfahrtsscheune Koopfore 6:
19.Jh.). Ein verbautes Sturzholz des Haupt-
hauses Am Kummerberg 6 („1713”) und ein der
Hofstelle zugehöriger Sandsteinbrunnen
(„1765”) lassen den Schluss zu, dass die Ge-
schichte einiger Höfe schon im 17. oder 18.Jh.
begann. In das Jahr 1664 reicht auch die Ge-
schichte des Grundstücks Am Kummerberg 1
zurück, das bis 1900 durchgehend der Wohn-
platz (ev. auch Schmiede) des örtlichen Grob-
schmiedes war; das überkommene Gebäude
wurde vermutlich 1921 (Bauinschrift) umgestal-
tet (Zierziegelsetzungen etc.).
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wur-
de 1823 der Dorffriedhof Am Hellenfeld eröff-
net, ein von einer Ziegelmauer (Pforte: „1910”
und „Selig sind die in dem Herrn sterben”)
abgegrenzter Bestattungsplatz, der sich zu-
nächst auf eine querrechteckige Parzelle
beschränkte; seine heutige Gestalt entstand
erst 1965, als man den Friedhof in nördlicher
Richtung beträchtlich erweiterte. Seit ca. 1890
wird er von einer kleinen Backsteinkapelle im
neugotischen Stil überragt, die sich seit 1984
Bissendorf, Am Markt, Michaeliskirche, Blick von Nordosten
485
gedrungener Turmbau überragt - spärlicher
Rest des mittelalterlichen Vorgängerbaus (um
1300, 1794 erneuert), einst Mittelpunkt des
weitläufigen Kirchspieles Bissendorf (zugehörig
u.a. die Dörfer Mellendorf, Bennemühlen,
Wennebostel, Hainhaus, Maspe, Twenge).
Die Fassaden des überkommenen Kirchenbaus
werden einzig von schmalen, stichbogigen
Fensterbahnen und einer glatten Eckquaderung
akzentuiert, zwischen denen reliefierte Grab-
platten des 17. und 18.Jh. ihren neuen Stand-
ort fanden, nachdem wohl der Kirchfriedhof
aufgelassen worden war.
Nach umgreifenden Restaurierungen 1967/68
(Ausbau der barocken Ausstattung) und
1984/85 (neue Farbgebung) zeigt sich das
Innere des mit einem Spiegelgewölbe überfan-
genen Saalbaus schlicht und hell. Eine von höl-
zernen Stützen abgetragene Empore umläuft
dreiseitig den Raum und bildet zusammen mit
einigen ins Innere verbrachten Grabplatten (s.
die prächtige Stele des Pastors L. Collenius,
gest. 1652, im Chor) und einem hochmittelal-
terlichen Scheibenkreuz (Turmvorhalle) die his-
torische Ausstattung, ergänzt von einem fla-
chen Tafelbild aus der Predella des früheren
Kanzelaltars (sign. W. Richters und H. E. Ban-
gemann, 1699) und einem überkörpergroßen
Bildnis M. Luthers (Öl auf Leinwand, um 1830).
Um 1895 entstand das hinter der Kirche aufge-
hende historistische Pfarrhaus als ein zeitgemä-
ßer, durch glasierte Ziegel belebter Klinkerbau
(Am Kummerberg 2). Besondere Beachtung
verdient die architektonische Gestaltung des
Zuganges, eine Zinnenarchitektur mit neugoti-
schem, von Stabwerk gerahmten Portal. Die
dem Pfarrhof zugehörige Fachwerkscheune
des Jahres 1858 wurde 1987 zu Büro- und
Gruppenräumen (Jugendarbeit) umgebaut.
Das hoch gelegene Kirchviertel am Markt bildet
zusammen mit einer alten Feldsteinmauer den
Übergang zu einer Gehöftgruppe entlang der
Straße Am Kummerberg und der durch einen
schmalen Eichenbrink abgegrenzten, sanft
abfallenden Gasse Koopfore, die einst den
Rand der Ortschaft bezeichneten.
Die als Denkmale ausgewiesenen Wohnwirt-
schaftsgebäude, Ställe und Scheunen dieses
modern erweiterten Quartiers entstammen
zumeist dem frühen und entwickelten 19.Jh.
und zeigen die zeittypische Abzimmerung als
Vierständer-, selten Dreiständer- oder Wand-
ständerbau. Mit der nach Norden verlaufenden
Lindenallee veranschaulichen sie das typische
Bild einer historischen Ortszu- bzw. -ausfahrt
(Wohnwirtschaftsgebäude: Am Kummerberg 1:
„1849”; Nr. 4: „1858"; Nr. 6: um 1800; Koop-
fore 2: „1865”, mit parallelem, lang gezogenem
Ziegelstall von 1883; Nr. 8 mit Stallanbau:
„1796”; Querdurchfahrtsscheune Koopfore 6:
19.Jh.). Ein verbautes Sturzholz des Haupt-
hauses Am Kummerberg 6 („1713”) und ein der
Hofstelle zugehöriger Sandsteinbrunnen
(„1765”) lassen den Schluss zu, dass die Ge-
schichte einiger Höfe schon im 17. oder 18.Jh.
begann. In das Jahr 1664 reicht auch die Ge-
schichte des Grundstücks Am Kummerberg 1
zurück, das bis 1900 durchgehend der Wohn-
platz (ev. auch Schmiede) des örtlichen Grob-
schmiedes war; das überkommene Gebäude
wurde vermutlich 1921 (Bauinschrift) umgestal-
tet (Zierziegelsetzungen etc.).
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wur-
de 1823 der Dorffriedhof Am Hellenfeld eröff-
net, ein von einer Ziegelmauer (Pforte: „1910”
und „Selig sind die in dem Herrn sterben”)
abgegrenzter Bestattungsplatz, der sich zu-
nächst auf eine querrechteckige Parzelle
beschränkte; seine heutige Gestalt entstand
erst 1965, als man den Friedhof in nördlicher
Richtung beträchtlich erweiterte. Seit ca. 1890
wird er von einer kleinen Backsteinkapelle im
neugotischen Stil überragt, die sich seit 1984
Bissendorf, Am Markt, Michaeliskirche, Blick von Nordosten
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