wertes Detail dieser Hofstelle sind die Hofmauer
aus Raseneisenstein und ein kleines Backhaus
des 19.Jh. anzuführen, das man wohl aufgrund
seiner brandunanfäliigen Ziegelbauweise in
ungewöhnlicher Stellung am Rande des Wirt-
schaftshofes platzierte.
Die Entwicklung verstädterter Wohnwirtschafts-
gebäude mündet schließlich in das massive
Traufenhaus, das als zumeist reines Wohn-
gebäude auf einen Wirtschaftstrakt verzichtet
(Bahnhofstr. 12). Als charakteristischer Bautyp
der Jahrhundertwende zeigt sich das dörfliche
Wohnhaus (hier: „1901”) durch ein axiales
Zwerchhaus akzentuiert als auch durch Friese
und Zierziegelsetzungen (Wechsel glasierter
und unglasierter Ziegel) belebt.
Seit einigen Jahren erhebt sich am Pinkvosshof
ein durch Scheingeschosse (mit hoch liegender
Giebelschwelle) und paarweise Kopfbänder
charakterisiertes grundsaniertes Fachwerk-
gebäude (Nr. 10), dessen Geschichte allerdings
an anderem Ort (Langenhagen-Twenge?) um
1760/70 als Längsdurchfahrtsscheune begann.
Nach seiner Umnutzung zum Wohnhaus zeigt
es heute eine eigentümliche Fassadengestal-
tung zur Belichtung des in die Diele einge-
brachten Wohnraumes.
Der südöstliche Dorfbereich
Ein dritter baulicher Kernbereich bildete sich im
Südosten des Straßenberings im Umkreis des
weitläufigen Münkelshofes heraus, dessen
weite Wiesen- und Ackerflächen lange Zeit zur
freien Landschaft vermittelten. Seit dem allmäh-
lichen Wandel dieses Dorfviertels zum Haus-
platz heimatlos gewordener Fachwerkbauten
hat sich der Gesamteindruck des Quartiers,
aber auch die Silhouette des ehemals zehnt-
freien Münkelshofes (Burgwedeler Str. 25) deut-
lich verändert: Unter den nach und nach hinzu-
gekommenen Fachwerkbauten sticht das unter
altem Baumbestand aufgehende einstige
Haupthaus der Hofstelle heraus, „1660” als
Scheingeschossbau mit hoch liegender Giebel-
schwelle erbaut (Giebelfeld durch Umbau zum
Wohnhaus 1979 teilweise geöffnet). Das
Hallenhaus mit Zweiständerinnengerüst zeigt
die typische enge, durch kurze Kopfbänder
gesicherte Ständerstellung und ein rundbogig
gearbeitetes Sturzholz des Dielentores; der
Wohnteil zeigt die gängige Abzimmerung mit
durchschießenden Ständern.
In seinen Konstruktionen (Zweiständerbau,
Scheingeschossbau mit hoch liegender Giebel-
schwelle) gleicht es dem 1993 an den Rand
des Münkelshofes verbrachten Hallenhaus der
beengten Hofstelle Bahnhofstraße 10, wo die-
ses 1656 - also nur vier Jahre früher - entstan-
den war. Das schmale Hallenhaus der einst
zehntpflichtigen Brinksitzerstelle zeichnet sich
allerdings durch eine deutlich zurückhaltende
Formensprache und reduzierten Aufwand aus:
Nur ein Taustab ziert das Dielentor, ein Schein-
geschoss das Giebeltrapez. Seit seiner Trans-
lozierung auf den Münkelshof zeigt es sich um
zwei Kübbungen, Gauben, Ziegelausfachungen
und zwei Fachwerk-Tennenwände ergänzt,
Bissendorf, Burgwedeler Straße/Flassworth, Hofanlage
489
aus Raseneisenstein und ein kleines Backhaus
des 19.Jh. anzuführen, das man wohl aufgrund
seiner brandunanfäliigen Ziegelbauweise in
ungewöhnlicher Stellung am Rande des Wirt-
schaftshofes platzierte.
Die Entwicklung verstädterter Wohnwirtschafts-
gebäude mündet schließlich in das massive
Traufenhaus, das als zumeist reines Wohn-
gebäude auf einen Wirtschaftstrakt verzichtet
(Bahnhofstr. 12). Als charakteristischer Bautyp
der Jahrhundertwende zeigt sich das dörfliche
Wohnhaus (hier: „1901”) durch ein axiales
Zwerchhaus akzentuiert als auch durch Friese
und Zierziegelsetzungen (Wechsel glasierter
und unglasierter Ziegel) belebt.
Seit einigen Jahren erhebt sich am Pinkvosshof
ein durch Scheingeschosse (mit hoch liegender
Giebelschwelle) und paarweise Kopfbänder
charakterisiertes grundsaniertes Fachwerk-
gebäude (Nr. 10), dessen Geschichte allerdings
an anderem Ort (Langenhagen-Twenge?) um
1760/70 als Längsdurchfahrtsscheune begann.
Nach seiner Umnutzung zum Wohnhaus zeigt
es heute eine eigentümliche Fassadengestal-
tung zur Belichtung des in die Diele einge-
brachten Wohnraumes.
Der südöstliche Dorfbereich
Ein dritter baulicher Kernbereich bildete sich im
Südosten des Straßenberings im Umkreis des
weitläufigen Münkelshofes heraus, dessen
weite Wiesen- und Ackerflächen lange Zeit zur
freien Landschaft vermittelten. Seit dem allmäh-
lichen Wandel dieses Dorfviertels zum Haus-
platz heimatlos gewordener Fachwerkbauten
hat sich der Gesamteindruck des Quartiers,
aber auch die Silhouette des ehemals zehnt-
freien Münkelshofes (Burgwedeler Str. 25) deut-
lich verändert: Unter den nach und nach hinzu-
gekommenen Fachwerkbauten sticht das unter
altem Baumbestand aufgehende einstige
Haupthaus der Hofstelle heraus, „1660” als
Scheingeschossbau mit hoch liegender Giebel-
schwelle erbaut (Giebelfeld durch Umbau zum
Wohnhaus 1979 teilweise geöffnet). Das
Hallenhaus mit Zweiständerinnengerüst zeigt
die typische enge, durch kurze Kopfbänder
gesicherte Ständerstellung und ein rundbogig
gearbeitetes Sturzholz des Dielentores; der
Wohnteil zeigt die gängige Abzimmerung mit
durchschießenden Ständern.
In seinen Konstruktionen (Zweiständerbau,
Scheingeschossbau mit hoch liegender Giebel-
schwelle) gleicht es dem 1993 an den Rand
des Münkelshofes verbrachten Hallenhaus der
beengten Hofstelle Bahnhofstraße 10, wo die-
ses 1656 - also nur vier Jahre früher - entstan-
den war. Das schmale Hallenhaus der einst
zehntpflichtigen Brinksitzerstelle zeichnet sich
allerdings durch eine deutlich zurückhaltende
Formensprache und reduzierten Aufwand aus:
Nur ein Taustab ziert das Dielentor, ein Schein-
geschoss das Giebeltrapez. Seit seiner Trans-
lozierung auf den Münkelshof zeigt es sich um
zwei Kübbungen, Gauben, Ziegelausfachungen
und zwei Fachwerk-Tennenwände ergänzt,
Bissendorf, Burgwedeler Straße/Flassworth, Hofanlage
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