mit einer eingehälsten Ankerbalkenkonstruktion
(1. Hälfte 17.Jh.), die wohl zu den ältesten der
Region zählt.
Das Empfangsgebäude der 1890 eröffneten
Bahnhofsstation (Bahnhofstr. 41) folgt dem
zeittypischen historistischen Baustil, obgleich
es als öffentliches Gebäude in deutlich reprä-
sentativeren Formen entstand, die allerdings
dennoch dem stereotypen Spektrum der Jahr-
hundertwende zuzuweisen sind.
WEDEMARK/BRELINGEN
Das Haufendorf Brelingen im Herzen der
Wedemark erstreckt sich am Südhang einer
eiszeitlich aufgestauchten Endmoräne, die ihren
Namen nach diesem Ort erhielt: Die Brelinger
Berge.
In die Zeit um 990 fällt die erste schriftliche
Nennung des Dorfes als „Bredanlagu” (zit. in
Grenzbeschreibung, um 990), das damals noch
zum Bistum Hildesheim gehörte und erst mit
einer späteren Grenzverschiebung dem Terri-
torium des Mindener Bistums als geistlichem
Herrn zugeschlagen wurde; in weltlicher
Hinsicht unterstand es seit dem 13.Jh. dem
jungen Herzogtum Braunschweig-Lüneburg
bzw. der Großvogtei Celle.
Das Schatzregister aus dem Jahr 1438 nennt
34 Hofstellen in „Bredelge”, eine Akte des Kon-
tributionskatasters von 1678 zehn Halbmeier,
vier Viertelmeier, drei Achtelmeier, zwei Zwölf-
telmeier und 21 Kötnerstellen, unter denen
allerdings auch die namentlich nicht gesondert
erwähnten Brinksitzer zu suchen sind , weil sie
bezüglich der Abgaben als Köther angeset-
zet ...” (1694) wurden.
Als Standort der Amtswaage (bis 1858) wird
Brelingen von einigem Wohlstand getragen
worden sein, da nur ein Drittel der Einnahmen
an den Landesherrn weiterzuführen war und
das Recht auf Kostenerhöhung dem Ort
zustand. Gleichzeitig sicherte der Waagzwang
den stetigen Zustrom der Händler und
Kaufleute, so dass sich im Ort ein Vieh- und
Krammarkt entwickeln konnte, der bis heute
besteht. Die moderne Industrie fasste in
Brelingen nur zaghaft Fuß, ältestes Zeugnis ist
die 1802 gegründete Kornbrennerei Martens.
Dennoch wurde die Ortsgestalt durch eine
intensive Wohnbebauung des 20.Jh. deutlich
überformt, als deren augenfälligstes Zeichen die
Überbauung des historischen Friedhofes anzu-
führen ist.
Vor allem gegen Westen zeigt sich Brelingen
jedoch nach wie vor von einer locker streuen-
den, teilweise älteren Bebauung bestimmt,
wobei seine Beliebtheit als ländlich geprägter
Wohnort von den zahlreichen innerorts gelege-
nen, aber auch angrenzenden Streuobst- und
Wildblumenwiesen getragen wird.
Herzstück des durch zahlreiche verwinkelte
Straßenzüge geprägten Ortes ist die in ost-
westlicher Richtung verlaufende, weitgehend
modern überprägte Hauptstraße, die in einem
Brelingen, Königl. Preuß. Landes-Aufnahme 1897, Ausschnitt (Landesvermessung und Geobasisinformation
Niedersachsen)
Brelingen, Hauptstraße 33, Pfarrkirche, Blick auf Altarmensa, Retabel und Kanzel
491
(1. Hälfte 17.Jh.), die wohl zu den ältesten der
Region zählt.
Das Empfangsgebäude der 1890 eröffneten
Bahnhofsstation (Bahnhofstr. 41) folgt dem
zeittypischen historistischen Baustil, obgleich
es als öffentliches Gebäude in deutlich reprä-
sentativeren Formen entstand, die allerdings
dennoch dem stereotypen Spektrum der Jahr-
hundertwende zuzuweisen sind.
WEDEMARK/BRELINGEN
Das Haufendorf Brelingen im Herzen der
Wedemark erstreckt sich am Südhang einer
eiszeitlich aufgestauchten Endmoräne, die ihren
Namen nach diesem Ort erhielt: Die Brelinger
Berge.
In die Zeit um 990 fällt die erste schriftliche
Nennung des Dorfes als „Bredanlagu” (zit. in
Grenzbeschreibung, um 990), das damals noch
zum Bistum Hildesheim gehörte und erst mit
einer späteren Grenzverschiebung dem Terri-
torium des Mindener Bistums als geistlichem
Herrn zugeschlagen wurde; in weltlicher
Hinsicht unterstand es seit dem 13.Jh. dem
jungen Herzogtum Braunschweig-Lüneburg
bzw. der Großvogtei Celle.
Das Schatzregister aus dem Jahr 1438 nennt
34 Hofstellen in „Bredelge”, eine Akte des Kon-
tributionskatasters von 1678 zehn Halbmeier,
vier Viertelmeier, drei Achtelmeier, zwei Zwölf-
telmeier und 21 Kötnerstellen, unter denen
allerdings auch die namentlich nicht gesondert
erwähnten Brinksitzer zu suchen sind , weil sie
bezüglich der Abgaben als Köther angeset-
zet ...” (1694) wurden.
Als Standort der Amtswaage (bis 1858) wird
Brelingen von einigem Wohlstand getragen
worden sein, da nur ein Drittel der Einnahmen
an den Landesherrn weiterzuführen war und
das Recht auf Kostenerhöhung dem Ort
zustand. Gleichzeitig sicherte der Waagzwang
den stetigen Zustrom der Händler und
Kaufleute, so dass sich im Ort ein Vieh- und
Krammarkt entwickeln konnte, der bis heute
besteht. Die moderne Industrie fasste in
Brelingen nur zaghaft Fuß, ältestes Zeugnis ist
die 1802 gegründete Kornbrennerei Martens.
Dennoch wurde die Ortsgestalt durch eine
intensive Wohnbebauung des 20.Jh. deutlich
überformt, als deren augenfälligstes Zeichen die
Überbauung des historischen Friedhofes anzu-
führen ist.
Vor allem gegen Westen zeigt sich Brelingen
jedoch nach wie vor von einer locker streuen-
den, teilweise älteren Bebauung bestimmt,
wobei seine Beliebtheit als ländlich geprägter
Wohnort von den zahlreichen innerorts gelege-
nen, aber auch angrenzenden Streuobst- und
Wildblumenwiesen getragen wird.
Herzstück des durch zahlreiche verwinkelte
Straßenzüge geprägten Ortes ist die in ost-
westlicher Richtung verlaufende, weitgehend
modern überprägte Hauptstraße, die in einem
Brelingen, Königl. Preuß. Landes-Aufnahme 1897, Ausschnitt (Landesvermessung und Geobasisinformation
Niedersachsen)
Brelingen, Hauptstraße 33, Pfarrkirche, Blick auf Altarmensa, Retabel und Kanzel
491



