Negenborn, Werner-von-Negenborn-Straße 22, Mühlengebäude
ten anzutreffende K-Verstrebung. Das rückseiti-
ge, unausgefachte Ständerwerk nahm seit
1885 ein neues Mühlenrad auf, eine Fertigung
des Tischlers Biester und des Mühlenbauers H.
Schröder aus Rodewald, dem man 1930 eiser-
ne Schaufeln einarbeitete. 1966 wurde der
Betrieb eingestellt, nachdem seit 1947 bereits
elektrisch gemahlen wurde; heute sind nur
noch Reste des Mahlwerkes erhalten.
Seit 1903 ergänzt ein zweigeschossiges Wohn-
haus in Ziegelbauweise den weitläufigen, von
zwei Seiten aus zugänglichen Mühlenhof.
WEDEMARK/OEGENBOSTEL
Wie kaum eine andere Ortschaft der Wedemark
zeigt das im äußersten Nordwesten der Region
an der Kreisstraße K 105 gelegene Oegenbos-
tel (990 „Aingaburstalde”; 1438 „Oyngebostel”)
einen beeindruckenden Querschnitt durch die
bäuerlich-ländliche Wohn- und Wirtschaftskul-
tur, bedingt durch den relativ guten bzw. durch
Teilerneuerungen im Zuge von Translozierun-
gen optimierten Bauzustand der aus drei
Jahrhunderten stammenden Haupt- und
Nebengebäude.
Reizvoll präsentiert sich auch sein naturräumli-
ches Umfeld, die idyllische Einbettung des
Ortes zwischen den sanft abfallenden Wiesen-
hängen der Brelinger Berge im Süden und der
weiten Auelandschaft der Hoper Niederung mit
der Großen Beeke im Norden, die Oegenbostel
zu einem beliebten Wohnort mit nostalgischem
Flair werden ließ. Ursprünglich sicherte diese
Mittlerstellung des Ortes zwischen der hanno-
verschen Moorgeest und der Unteren Aller-
Talsandebene günstige Voraussetzungen für
eine florierende Landwirtschaft, die trockene
Ackerböden in den Höhen und Wiesen und
Waldweiden für die Viehzucht (Rinder, Schwei-
ne, Pferde; Schafzucht von geringerer Bedeu-
tung) in den Tallagen gleichermaßen erfordert;
folgerichtig wurden im Jahr 1689 ein Kuh-, ein
Schweine- und ein Schafhirt in Oegenbostel
genannt (1770: fünf Hirten).
Oegenbostel, Königl. Preuß. Landes-Aufnahme 1897, Ausschnitt (Landesvermessung und Geobasisinformation
Niedersachsen)
Vermutlich entwickelte sich Oegenbostel aus
vier bis fünf Grundhöfen mit angrenzenden
Blockfluren, aus denen bis zum 14.Jh. bereits
zehn Höfner hervorgegangen waren, die sich
bis zum 19.Jh. wiederum um vier Kötner, einen
Brinksitzer und zwei Abbauern erweiterten.
Ein Großteil der heute unter Denkmalschutz
stehenden Bausubstanz ballt sich um die
Hauptstraßenkreuzung des Dorfes (Oegenbos-
teler Straße/Treiberstraße), wo auch der älteste
Kern der Ansiedlung mit den fünf Grundhöfen
zu vermuten ist; heute dominiert hier ein auffal-
lend junger Baubestand. Um diesen Kern grup-
pieren sich einige deutlich ältere Gebäude, die
allerdings nicht alle an ihrem heutigen Standort
errichtet, sondern häufiger von umliegenden
Ortschaften nach Oegenbostel versetzt wurden
und somit die Ortsgestalt mit einigen ortsfrem-
den Details durchsetzen.
Als ältester Bau der Siedlung gilt das nachträg-
lich verbreiterte Hallenhaus Treiberstraße 1, im
Jahr 1750 mit Zweiständerinnengerüst erstellt.
Oegenbostel, Treiberstraße 9, Wohnhaus
518
ten anzutreffende K-Verstrebung. Das rückseiti-
ge, unausgefachte Ständerwerk nahm seit
1885 ein neues Mühlenrad auf, eine Fertigung
des Tischlers Biester und des Mühlenbauers H.
Schröder aus Rodewald, dem man 1930 eiser-
ne Schaufeln einarbeitete. 1966 wurde der
Betrieb eingestellt, nachdem seit 1947 bereits
elektrisch gemahlen wurde; heute sind nur
noch Reste des Mahlwerkes erhalten.
Seit 1903 ergänzt ein zweigeschossiges Wohn-
haus in Ziegelbauweise den weitläufigen, von
zwei Seiten aus zugänglichen Mühlenhof.
WEDEMARK/OEGENBOSTEL
Wie kaum eine andere Ortschaft der Wedemark
zeigt das im äußersten Nordwesten der Region
an der Kreisstraße K 105 gelegene Oegenbos-
tel (990 „Aingaburstalde”; 1438 „Oyngebostel”)
einen beeindruckenden Querschnitt durch die
bäuerlich-ländliche Wohn- und Wirtschaftskul-
tur, bedingt durch den relativ guten bzw. durch
Teilerneuerungen im Zuge von Translozierun-
gen optimierten Bauzustand der aus drei
Jahrhunderten stammenden Haupt- und
Nebengebäude.
Reizvoll präsentiert sich auch sein naturräumli-
ches Umfeld, die idyllische Einbettung des
Ortes zwischen den sanft abfallenden Wiesen-
hängen der Brelinger Berge im Süden und der
weiten Auelandschaft der Hoper Niederung mit
der Großen Beeke im Norden, die Oegenbostel
zu einem beliebten Wohnort mit nostalgischem
Flair werden ließ. Ursprünglich sicherte diese
Mittlerstellung des Ortes zwischen der hanno-
verschen Moorgeest und der Unteren Aller-
Talsandebene günstige Voraussetzungen für
eine florierende Landwirtschaft, die trockene
Ackerböden in den Höhen und Wiesen und
Waldweiden für die Viehzucht (Rinder, Schwei-
ne, Pferde; Schafzucht von geringerer Bedeu-
tung) in den Tallagen gleichermaßen erfordert;
folgerichtig wurden im Jahr 1689 ein Kuh-, ein
Schweine- und ein Schafhirt in Oegenbostel
genannt (1770: fünf Hirten).
Oegenbostel, Königl. Preuß. Landes-Aufnahme 1897, Ausschnitt (Landesvermessung und Geobasisinformation
Niedersachsen)
Vermutlich entwickelte sich Oegenbostel aus
vier bis fünf Grundhöfen mit angrenzenden
Blockfluren, aus denen bis zum 14.Jh. bereits
zehn Höfner hervorgegangen waren, die sich
bis zum 19.Jh. wiederum um vier Kötner, einen
Brinksitzer und zwei Abbauern erweiterten.
Ein Großteil der heute unter Denkmalschutz
stehenden Bausubstanz ballt sich um die
Hauptstraßenkreuzung des Dorfes (Oegenbos-
teler Straße/Treiberstraße), wo auch der älteste
Kern der Ansiedlung mit den fünf Grundhöfen
zu vermuten ist; heute dominiert hier ein auffal-
lend junger Baubestand. Um diesen Kern grup-
pieren sich einige deutlich ältere Gebäude, die
allerdings nicht alle an ihrem heutigen Standort
errichtet, sondern häufiger von umliegenden
Ortschaften nach Oegenbostel versetzt wurden
und somit die Ortsgestalt mit einigen ortsfrem-
den Details durchsetzen.
Als ältester Bau der Siedlung gilt das nachträg-
lich verbreiterte Hallenhaus Treiberstraße 1, im
Jahr 1750 mit Zweiständerinnengerüst erstellt.
Oegenbostel, Treiberstraße 9, Wohnhaus
518



