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Krumm, Carolin [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 13,2): Region Hannover: nördlicher und östlicher Teil; mit den Städten Burgdorf, Garbsen, Langenhagen, Lehrte, Neustadt a. Rbge., Sehnde, Wunstorf und den Gemeinden Burgwedel, Isernhagen, Uetze und Wedemark — Hameln, 2005

DOI Page / Citation link:
https://doi.org/10.11588/diglit.44258#0523
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Oegenbostel, Treiberstraße 9, Wirtschaftsgebäude der Hofanlage, 2. Hälfte 19.Jh.


Oegenbostel, Burgstraße 9, Wohnwirtschaftsgebäude, „1747"

Jüngstes Baudenkmal am Platz repräsentiert
das Ensemble der ehemaligen Dorfschule mit
zugehörigem Stallgebäude und Fachwerkabort
des Jahres 1906 (Nr. 9), deren einstige Funk-
tion heute lediglich an zwei parallelen Zugängen
und zwei großzügig durchfensterten Räumen
abzulesen ist.
Um 1980 wurde in Oegenbostel eine Reihe
dekorativer, aus anderen Ortschaften und
Regionen stammender Fachwerkbauten aufge-
richtet, die man an die bis dahin fast unbebau-
te, parallel zur Treiberstraße verlaufende
Burgstraße und den verbindenden Ackerweg
verwies.
Etwas ungewöhnlich für die Wedemarker
Region wirkt daher die Fassadengliederung des
„1747” erstellten Zweiständerhauses Burgstra-
ße 9, obgleich es den regionaltypischen holz-
ausgefachten Scheingeschossgiebel mit hoch
liegender Giebelschwelle kennt; selten sind
jedoch die die Ständerstellung verstärkenden
Kopfwinkelhölzer, welche erahnen lassen, dass
die Geschichte dieses Haupthauses nicht in der
nördlichen Wedemark, sondern in der Garbse-
ner Region (Stelingen) begann. Den regionalty-
pischen Scheingeschossgiebel zeigen weiterhin
der zugehörige Schafstall (ursprünglich Oegel-
bosteler Str. 6A) und die kleine Scheune mit
schmaler, durch vorkragende Deckenbalken
ausgebildeter Unterfahrt Bestenbosteier Straße
1. Beide um 1800 datierende Nebengebäude
(hist. Foto nennt für den Schafstall das Baujahr
„1822”) wurden im Ankerbalkengefüge (einge-
hälst) erstellt und springen im Giebel über ein-
gehälste Kragbalken einfach vor.
Zu der Gruppe ortsfremder Bauten gehört
wiederum das aus dem burgwedelschen Fuhr-
berg stammende, sechs Fach lange Zweistän-
derhallenhaus Burgstraße 7, das auch nach
seiner räumlichen Versetzung und dem Ausbau
zum Wohnhaus Teile der ursprünglichen Dis-
position bewahrt („1619”); allerdings hat sein
durch schlichte Scheingeschosse charakteri-
sierter Wirtschaftsgiebel ebenso wie die Traufen
deutlich unter der dichten, neu eingebrachten
Durchfensterung gelitten. Ablesbar blieb jedoch


der Konstruktionswechsel an der im 19.Jh.
abgezimmerten westlichen Traufwand, wäh-
rend sich an der östlichen Traufe vier Zapfenlö-
cher einer möglicherweise älteren, abgegange-
nen Konstruktion der Kübbungen (Ankerbalken)
erhielten.
Zwei ortsfremde Speicherbauten zeigt seit eini-
gen Jahren die Hofstelle Nr. 11, deren Zwei-
ständerhaupthaus von 1828 ebenfalls nicht in
Oegenbostel, sondern im nahen Abbensen ent-
stand. Die Geschichte des frontseitig ge-
schossweise vorkragenden Speichers unter
Satteldach im Unterrähmgefüge begann hinge-
gen im 17.Jh. in Neustadt-Brase, die des
Speichers in Ankerbalken- (durchgezapft)/
Hochrähmkonstruktion um 1650 in Meitze;
bemerkenswert ist sein über reliefierten Füllhöl-
zern (von Punktlinien begleitetes Rautendekor)
und Kragbalken vorspringender Steilgiebel. Zu-
sammen mit dem entlang der Sockelzone in
Raseneisenstein ausgefachten, bündig sowie
gleichmäßig gerastert abgezimmerten Haupt-

Oegenbostel, Burgstraße 11, Wirtschaftsgebäude, (tranzloziert)

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