Der nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene,
stark vergrößerte Marktplatz wurde durch die
Rückführung in seiner Grundfläche in den 80er
Jahren des 20. Jh. innerhalb von nur drei Jahr-
zehnten zweimal neu definiert.
Gebäudekubaturen, Fluchtlinien sowie teilweise
die überkommene Parzellenstruktur erhielten
zum Marktplatz annähernd ihre alte Funktion,
wobei hinter den Fassaden zum Teil eine voll-
ständige Überbauung der Parzellen erfolgte.
Aufgrund ihrer platzbildenden Wirkung sind die
Fassaden für den Marktplatz denkmalkonstitu-
ierend, ohne dass die Gebäude in allen Fällen
selbst Baudenkmale sein müssen.
Hoher Weg
Östlich des Kurzen Hagen/Ecke Hoher Weg 37
befindet sich das an städtebaulich herausra-
gender Stelle und für den Kaufhausbau der
frühen 50er Jahre des 20. Jh. beispielhafte,
1953 vom Hildesheimer Architekten Heinz
Giese für das Bekleidungsgeschäft Georg
Tessner entworfene Büro- und Geschäftshaus.
Unter Einbeziehung der eleganten, über alle vier
Geschosse verlaufenden Rundung zieht der
Stahlskelettbau gekonnt die Ecklage zur Ge-
staltung mit heran. Charakteristische Elemente
der Zeit sind die mit eloxierten Metallprofilen
eingefassten Fensterbänder, die die abgerun-
dete Ecklösung nochmals aufgreifen. Je nach
Nutzung sind die Fensterbänder der einzelnen
Geschosse unterschiedlich gegliedert, das
dritte und vierte Geschoss sind allerdings iden-
tisch. Ihren Abschluss finden sie in den östlich
etwas tiefer gesetzten ovalen Fenstern des
Treppenhauses auf der Seite des Kurzen Ha-
gen. Ein Betonkragdach unterteilt die Schau-
fenster im Erdgeschoss und bildet so die für die
50er Jahre typische Zwischenetage. Insgesamt
knüpft das Gebäude an die Tradition der
Kaufhausbauten von Mendelsohn aus den 20er
Jahren des 20. Jh. an. Im Laufe derZeit sind im
Inneren zahlreiche Veränderungen vorgenom-
men worden.
Die Kriegszerstörungen Hildesheims im März
1945 hatten auch den Verlust der Ratsapo-
theke, Hoher Weg 4, zur Folge. Namensge-
bend für die Bezeichnung der Ratsapotheke
war die Tatsache, das dem Rat bis ins 19. Jh.
die Führung der Apotheke oblag. Eine Erwäh-
nung der ersten Apotheke Hildesheims führt in
das Jahr 1318 zurück. Nach mehrmaligem
Standortwechsel fand die Apotheke 1415 ihren
Platz am Hohen Weg, und etwa hundert Jahre
später übernahm der Rat die Verwaltung. Auf
den Grundmauern des zerstörten Gebäudes
aus dem 16. Jh. errichtete man 1951/52 den
heutigen viergeschossigen Putzbau. Daher ist
die historische Kelleranlage zum Teil noch in situ
vorhanden. Verbunden sind zwei tonnen-
gewölbte Kellerräume auf unterschiedlichem
Höhenniveau aus Naturstein. Ein weiterer Keller
zieht sich nach Nordosten. Dieser befindet sich
heute unter der Rathausstraße, ein deutliches
Indiz für den steten Wandel von Bau- und
Straßenfluchten im historischen Stadtgefüge.
Auch dieser Keller ist mit einem Tonnengewölbe
versehen, die östliche Schildwand wurde in der
Hildesheim, Hoher Weg 37
Hildesheim, Hoher Weg 4
121
stark vergrößerte Marktplatz wurde durch die
Rückführung in seiner Grundfläche in den 80er
Jahren des 20. Jh. innerhalb von nur drei Jahr-
zehnten zweimal neu definiert.
Gebäudekubaturen, Fluchtlinien sowie teilweise
die überkommene Parzellenstruktur erhielten
zum Marktplatz annähernd ihre alte Funktion,
wobei hinter den Fassaden zum Teil eine voll-
ständige Überbauung der Parzellen erfolgte.
Aufgrund ihrer platzbildenden Wirkung sind die
Fassaden für den Marktplatz denkmalkonstitu-
ierend, ohne dass die Gebäude in allen Fällen
selbst Baudenkmale sein müssen.
Hoher Weg
Östlich des Kurzen Hagen/Ecke Hoher Weg 37
befindet sich das an städtebaulich herausra-
gender Stelle und für den Kaufhausbau der
frühen 50er Jahre des 20. Jh. beispielhafte,
1953 vom Hildesheimer Architekten Heinz
Giese für das Bekleidungsgeschäft Georg
Tessner entworfene Büro- und Geschäftshaus.
Unter Einbeziehung der eleganten, über alle vier
Geschosse verlaufenden Rundung zieht der
Stahlskelettbau gekonnt die Ecklage zur Ge-
staltung mit heran. Charakteristische Elemente
der Zeit sind die mit eloxierten Metallprofilen
eingefassten Fensterbänder, die die abgerun-
dete Ecklösung nochmals aufgreifen. Je nach
Nutzung sind die Fensterbänder der einzelnen
Geschosse unterschiedlich gegliedert, das
dritte und vierte Geschoss sind allerdings iden-
tisch. Ihren Abschluss finden sie in den östlich
etwas tiefer gesetzten ovalen Fenstern des
Treppenhauses auf der Seite des Kurzen Ha-
gen. Ein Betonkragdach unterteilt die Schau-
fenster im Erdgeschoss und bildet so die für die
50er Jahre typische Zwischenetage. Insgesamt
knüpft das Gebäude an die Tradition der
Kaufhausbauten von Mendelsohn aus den 20er
Jahren des 20. Jh. an. Im Laufe derZeit sind im
Inneren zahlreiche Veränderungen vorgenom-
men worden.
Die Kriegszerstörungen Hildesheims im März
1945 hatten auch den Verlust der Ratsapo-
theke, Hoher Weg 4, zur Folge. Namensge-
bend für die Bezeichnung der Ratsapotheke
war die Tatsache, das dem Rat bis ins 19. Jh.
die Führung der Apotheke oblag. Eine Erwäh-
nung der ersten Apotheke Hildesheims führt in
das Jahr 1318 zurück. Nach mehrmaligem
Standortwechsel fand die Apotheke 1415 ihren
Platz am Hohen Weg, und etwa hundert Jahre
später übernahm der Rat die Verwaltung. Auf
den Grundmauern des zerstörten Gebäudes
aus dem 16. Jh. errichtete man 1951/52 den
heutigen viergeschossigen Putzbau. Daher ist
die historische Kelleranlage zum Teil noch in situ
vorhanden. Verbunden sind zwei tonnen-
gewölbte Kellerräume auf unterschiedlichem
Höhenniveau aus Naturstein. Ein weiterer Keller
zieht sich nach Nordosten. Dieser befindet sich
heute unter der Rathausstraße, ein deutliches
Indiz für den steten Wandel von Bau- und
Straßenfluchten im historischen Stadtgefüge.
Auch dieser Keller ist mit einem Tonnengewölbe
versehen, die östliche Schildwand wurde in der
Hildesheim, Hoher Weg 37
Hildesheim, Hoher Weg 4
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