WIETZE-JEVERSEN
Das bereits um 990 urkundlich erwähnte Dorf
Jeversen liegt an der westlichen Grenze des
Landkreises. Die Aller verlief ehemals unmit-
telbar nördlich von Jeversen. Nachdem sich
der Flußlauf geändert hatte, blieb ein toter Al-
lerarm zurück. Das Dorf ist so angelegt wor-
den, daß es sich in Form eines Bogens zum
Fluß und zu den „Seewiesen“ hin öffnete.
Die Bauten der Hofstellen nehmen mit ihrer
radialen Ausrichtung diese Form auf. Im Jahre
1798 gab der Amtsvogt von Winsen dem An-
trag der Bauern von Jeversen statt, das
sumpfige Gelände hinter den Höfen trocken-
zulegen und die Wiesen den elf Hofstellen di-
rekt zuzuteilen. Die alten Parzellen, die von
einem Entwässerungsgraben durchzogen
und von einem weiteren nördlich begrenzt
sind, haben sich bis heute erhalten. Ur-
sprünglich lagen alle Hofstellen nördlich der
Hauptstraße, der heutigen Bundesstraße
214. Erst um die Mitte des 19. Jh. wechselten
zwei große Höfe auf die andere Straßenseite.
Die Gehöfte sind von alten Eichen umgeben.
Die Bauernhäuser sind zumeist in der 2.
Hälfte des 19. Jh. als mächtige Vierständer-
bauten errichtet worden. Durch Renovierun-
gen und Anbauten wurde ihr originaler Zu-
stand jedoch verändert. Einige Nebenge-
bäude verdienen aufgrund ihrer ungestörten
Überlieferung Aufmerksamkeit: Im vorderen
Bereich einer kleinen Hofstelle, Allerstraße 4,
hat sich ein Schafstall von 1737 erhalten. Der
holzverbohlte Dreiständerbau besitzt zwei
Längsdurchfahrten. Im Norden des Dorfes
steht ein langgestreckter Schweinestall mit
einem Dachaufsatz zur Belüftung; an einer
Schmalseite ist die Küche angebaut (Aller-
straße 22). Der Stall wurde 1914 aus hellen
Ziegeln errichtet und durch rote Ziegelbänder
gegliedert. Südlich der Schwarmstedter
Straße liegt das ehemalige Hirtenhaus des
Dorfes, das möglicherweise auf das 17. Jh.
zurückgeht, heute jedoch stark erneuert ist.
Auf der benachbarten Hofanlage (Schwarm-
stedter Straße 23) steht eine große, um 1850
errichtete Scheune, ein Vierständerbau mit
einer Einfahrt und zwei Längsdurchfahrten.
Im hinteren Bereich des Hofes befindet sich
ein kleines Deputathaus (Bruchweg 6), das
ebenfalls aus der Mitte des 19. Jh. unverän-
dert erhalten ist. Südlich an das alte Dorf
schließen sich Häuser und kleine Hofstellen
von Landarbeitern an.
WIETZE - WIECKENBERG
Wieckenberg schließt südlich an das Dorf
Wietze an. Trotz der nahen Industrie hat
Wieckenberg die Struktur eines Haufendor-
fes und seinen bäuerlichen Charakter be-
wahrt. Um 1330 wurde Conrad von Bevensen
mit dem Dorf belehnt, ausgenommen waren
nur zwei Höfe. Den im südöstlichen Bereich
des Dorfes gelegenen Gutshof der Familie
von Bevensen erwarb im Jahr 1677 Fran-
cesco Maria Capellini. Das Gut diente ihm
wahrscheinlich als Sommersitz. Der soge-
nannte Stechinelli aus Venedig wirkteam Cel-
ler Hof als herzoglicher Handelsagent.
Jeversen, Schwarmstedter Straße 23, Hofanlage
Jeversen, Schwarmstedter Straße 23, Scheune
Jeversen, Allerstraße 22, Schweinestall mit Küche, 1914
207
Das bereits um 990 urkundlich erwähnte Dorf
Jeversen liegt an der westlichen Grenze des
Landkreises. Die Aller verlief ehemals unmit-
telbar nördlich von Jeversen. Nachdem sich
der Flußlauf geändert hatte, blieb ein toter Al-
lerarm zurück. Das Dorf ist so angelegt wor-
den, daß es sich in Form eines Bogens zum
Fluß und zu den „Seewiesen“ hin öffnete.
Die Bauten der Hofstellen nehmen mit ihrer
radialen Ausrichtung diese Form auf. Im Jahre
1798 gab der Amtsvogt von Winsen dem An-
trag der Bauern von Jeversen statt, das
sumpfige Gelände hinter den Höfen trocken-
zulegen und die Wiesen den elf Hofstellen di-
rekt zuzuteilen. Die alten Parzellen, die von
einem Entwässerungsgraben durchzogen
und von einem weiteren nördlich begrenzt
sind, haben sich bis heute erhalten. Ur-
sprünglich lagen alle Hofstellen nördlich der
Hauptstraße, der heutigen Bundesstraße
214. Erst um die Mitte des 19. Jh. wechselten
zwei große Höfe auf die andere Straßenseite.
Die Gehöfte sind von alten Eichen umgeben.
Die Bauernhäuser sind zumeist in der 2.
Hälfte des 19. Jh. als mächtige Vierständer-
bauten errichtet worden. Durch Renovierun-
gen und Anbauten wurde ihr originaler Zu-
stand jedoch verändert. Einige Nebenge-
bäude verdienen aufgrund ihrer ungestörten
Überlieferung Aufmerksamkeit: Im vorderen
Bereich einer kleinen Hofstelle, Allerstraße 4,
hat sich ein Schafstall von 1737 erhalten. Der
holzverbohlte Dreiständerbau besitzt zwei
Längsdurchfahrten. Im Norden des Dorfes
steht ein langgestreckter Schweinestall mit
einem Dachaufsatz zur Belüftung; an einer
Schmalseite ist die Küche angebaut (Aller-
straße 22). Der Stall wurde 1914 aus hellen
Ziegeln errichtet und durch rote Ziegelbänder
gegliedert. Südlich der Schwarmstedter
Straße liegt das ehemalige Hirtenhaus des
Dorfes, das möglicherweise auf das 17. Jh.
zurückgeht, heute jedoch stark erneuert ist.
Auf der benachbarten Hofanlage (Schwarm-
stedter Straße 23) steht eine große, um 1850
errichtete Scheune, ein Vierständerbau mit
einer Einfahrt und zwei Längsdurchfahrten.
Im hinteren Bereich des Hofes befindet sich
ein kleines Deputathaus (Bruchweg 6), das
ebenfalls aus der Mitte des 19. Jh. unverän-
dert erhalten ist. Südlich an das alte Dorf
schließen sich Häuser und kleine Hofstellen
von Landarbeitern an.
WIETZE - WIECKENBERG
Wieckenberg schließt südlich an das Dorf
Wietze an. Trotz der nahen Industrie hat
Wieckenberg die Struktur eines Haufendor-
fes und seinen bäuerlichen Charakter be-
wahrt. Um 1330 wurde Conrad von Bevensen
mit dem Dorf belehnt, ausgenommen waren
nur zwei Höfe. Den im südöstlichen Bereich
des Dorfes gelegenen Gutshof der Familie
von Bevensen erwarb im Jahr 1677 Fran-
cesco Maria Capellini. Das Gut diente ihm
wahrscheinlich als Sommersitz. Der soge-
nannte Stechinelli aus Venedig wirkteam Cel-
ler Hof als herzoglicher Handelsagent.
Jeversen, Schwarmstedter Straße 23, Hofanlage
Jeversen, Schwarmstedter Straße 23, Scheune
Jeversen, Allerstraße 22, Schweinestall mit Küche, 1914
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