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Böker, Doris [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 19): Landkreis Cuxhaven — Braunschweig, 1997

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https://doi.org/10.11588/diglit.44259#0171

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Die historische Wegeführung des Fleckens Alten-
bruch, wie sie die Kurhannoversche Landesauf-
nahme von 1767 verzeichnet, ist heute noch gut
nachvollziehbar. Hauptlinien in Nord-Süd-Rich-
tung bilden südlich der Kirche die Lange Straße
und westlich parallel dazu der Wehdemacker so-
wie nördlich der Kirche der nach Westen führen-
de Alte Weg und der nördlich davon verlaufende
Sandweg. Den Ortsmittelpunkt markiert westlich
des Marktplatzes die inmitten des baumgesäum-
ten alten Friedhofs stehende Pfarrkirche St. Nico-
lai (Bei den Türmen).

Ev. Kirche St. Nikolaus

Der einschiffige Feldsteinbau mit Doppelturmfas-
sade aus der Zeit um 1200 wurde 1493/94 um ei-
nen Hallenchor erweitert, auf dessen Grundmau-
ern man den heutigen Backsteinchor unter einem
Mansarddach 1727/28 errichtete. Vom ursprüng-
lichen Feldsteinmauerwerk haben sich Teile an
dem Ende des 15.Jh. ausgebesserten Schiff
(u.a. spitzbogige Fenstergewände in Backstein
auf der Südseite) erhalten, das lediglich seitlich

der Eingänge an den Längsseiten die ursprüngli-
chen Rundbogenfenster mit Laibungen aus Tuff
zeigt. Der sich etwa einen Meter oberhalb des
Schiffirstes in zwei wohl Ende des 15.Jh. erhöhte
Schäfte auflösende Turm, den weithin sichtbare
Helmpyramiden decken, enthält ebenfalls im Un-
terbau noch Reste der alten Feldsteinmauerung.
Aufgrund von irreparablen Bauschäden mußte
die Außenhaut des Schaftpaares 1984 weitge-
hend abgetragen und mit neuen Ziegelsteinen
originalgetreu wieder aufgebaut werden. Südlich
der Westturmanlage erhebt sich über quadrati-
schem GrundriB8 der 1642 erbaute hölzerne
Glockenturm, bekrönt von einem 24-seitigen
Helm.

Die überaus reiche Ausstattung des Innenraums,
den seit 1728 anstelle der ursprünglichen Flach-
decke eine verputzte Brettertonne abschließt,
zeugt von der herausragenden Bedeutung, die
der Altenbrucher Kirche im Land Hadeln zukam.
Der um 1520 vermutlich in einer Bremer Werk-
statt gearbeitete Flügelaltar zeigt im überhöhten
Mittelschrein die figurenreiche Darstellung des
Kalvarienbergs, für die Albrecht Dürers Holz-

schnitt B. 59 (1502/03) als Vorbild diente. Auf den
Flügeln sind jeweils zwei Reliefs mit Passionssze-
nen übereinander angeordnet. Von einer Überar-
beitung des Altars zu Anfang des 17.Jh. sind
Gemälde auf der Rückseite erhalten, während
Predella und Bekrönung 1897 hinzugefügt wur-
den. Der vom Anfang des 14.Jh. stammende
Bronzetaufkessel mit vier auf einem Bodenring
stehenden Trägerfiguren und Reliefs an der Wan-
dung, der u.a. Übereinstimmungen mit der Taufe
in Lüdingworth aufweist, wird dem 1325 in Bar-
dowick genannten Meister Ulricus zugeschrie-
ben. Den Altarraum grenzt eine hölzerne Schran-
ke mit integrierten Priechen (dat. 1712 (Nordprie-
che) und 1709) aus, in die zu Beginn des 18.Jh.
der reliefrgeschmückte Kanzelkorb (Anf. 17.Jh.,
Michael Ringkmacher zugeschrieben) eingefügt
wurde. Davor hängt ein Triumphkreuz vom Ende
des 14.Jh. Neben dem Gemeindegestühl vom
Anfang des 18.Jh. sind die beiden Hohen Stühle
an der nördlichen (dat. 1744) und der südlichen
Chorwand (Mitte 18.Jh.) hervorhebenswert. Die
mit Schnitzwerk üppig verzierte Orgel, die am
Rückpositiv die Jahreszahl 1730 trägt, ist ein
Werk des Johan Hinrich Klapmeyer.





















































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Altenbruch, Bei den Türmen, Kirche St. Nikolaus, Grundriß (Kiecker, 1956, S. 25)



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Altenbruch, Bei den Türmen, Kirche St. Nikolaus, um 1200; Chor, 1727/28

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