Wohngebiet zwischen Jasperallee und Helm-
stedter Straße auch östlich des Altewiekringes.
Die Besiedlung hatte sich hier bis ca. 1905, von
der Ringstraße ausgehend, bis zum Prinz-Alb-
recht-Park (s. dort) vorgeschoben, dessen
Westrand, entlang der heutigen Herzogin-Elisa-
beth-Straße, um 1900 auch gleichzeitig die
Stadtgrenze war.
Die hier in der Zeit des Historismus und des Ju-
gendstiles entstandene Massenarchitektur ist
von durchschnittlicher Qualität. Kriegsschäden
und der starke Veränderungsdruck der sechzi-
ger und siebziger Jahre unseres Jahrhunderts
haben zudem die Substanz vieler Einzelbauten
und damit auch die Straßenbilder verändert. So
konnten in diesem Quartier nur noch punktuelle
Denkmalfestsetzungen vorgenommen werden,
wie z.B. Rosenstraße 18, wobei sich die Be-
wertung bei diesem barockisierend entworfe-
nen Bau vor allem auf den überdurchschnittlich
guten Erhaltungszustand bezieht. Das gleiche
trifft für das in klassizistisch strengem Jugend-
stil errichtete Mehrfamilienwohnhaus Hänsel-
mannstraße 3 zu, während bei Fasanenstraße
31, einem Bau von 1903, vor allem der phanta-
sievolle Jugendstildekor zu würdigen ist.
Das Eckhaus Husarenstraße 43 sowie die
westlich anschließenden Doppelhäuser 44/45
und 46/47 befinden sich durch ihre Lage, die
sowohl zum Stadt- als auch zum Prinz-Alb-
recht-Park direkten Bezug hat, in städtebaulich
markanter Position und sind daher als zusam-
menhängende Gruppe für das Straßenbild an
dieser Stelle besonders bedeutsam. Darüber
hinaus weisen auch diese zwischen 1898 und
1901 von Maurermeister Gröpler als Bauherrn
mit Technikern aus seinem eigenen Betrieb er-
richteten repräsentativen Wohnhäuser noch ein
hohes Maß an Originalsubstanz auf.
Westlich des Altewiekringes, in den ungeordne-
ter verlaufenden Straßenzügen, die bereits in
den siebziger und achtziger Jahren des 19.Jh.
bebaut wurden, ist in der Franz-Trinks-Straße
auf das Doppelwohnhaus Nr. 12/13 hinzuwei-
sen, das 1884/85 von Maurermeister Lange für
den Dekorationsmaler Sander errichtet wurde.
In dem zurückhaltend instrumentierten Baukör-
per, dessen zweieinhalbgeschossiger Mitteltrakt
von dreigeschossigen Kopfbauten flankiert
wird, hat sich ein später Nachklang klassizisti-
scher Architektur erhalten, der in diesem kurzen
Straßenzug einen markanten Akzent setzt. Ne-
ben seiner straßenbildprägenden Wirkung ist
auch an diesem Bau das hohe Maß an Original-
substanz, die sich bis auf die zeitgenössische,
schmiedeeiserne Einfriedung erstreckt, erwäh-
nenswert.
Zwei einzeln stehende Bauten nehmen in die-
sem Stadtquartier sowohl stilistisch als auch
bautypologisch eine Sonderstellung ein: Das als
Doppelhaus entworfene Wohnhaus Georg-
Westermann-Allee 28/29, das als neugotischer
Ziegelbau um 1885 entstanden sein wird, und
Comeniusstraße 11, der - nach der Schule in
der Heinrichstraße (s.dort) - zweite Schulbau im
östlichen Ringgebiet.
Der Bau an der Georg-Westermann-Allee lag zu
seiner Entstehungszeit noch außerhalb der
Stadtgrenze in der Riddagshäuser Feldmark
und ist mit seiner stilistisch einheitlichen aber
asymmetrisch gestalteten Hauptfassade nach
Süden gerichtet, wo sich mit einem außermitti-
gen Erker, Tabernakelsäulen in Werkstein,
Formsteinziegeln und Ziegelziersetzungen auch
der bauplastische Schmuck konzentriert. Die
beiden dreigeschossigen, übergiebelten Kopf-
bauten, die den zweigeschossigen Mitteltrakt
einfassen, haben jeweils polygonale Standerker
an den Traufseiten, deren obere Abschlüsse al-
lerdings modern verändert sind. Neueren Da-
tums ist auch der Wintergartenanbau an der
Südseite von Nr. 28. An der Rückfront sind die
beiden Haushälften spiegelbildlich baugleich,
die Wandflächen sind hell verputzt und
Schmuckelemente fehlen bis auf einige stein-
sichtige Rahmungen und Profile fast ganz. Erst
nach 1900 erreichte die Bebauung der Georg-
Westermann-Allee die unmittelbare Umgebung
dieses Baues, woraus sich die aus der heutigen
Bauflucht abweichende Position des Gebäudes
erklärt.
Der Schulbau in der Comeniusstraße 11 ist
1902 begonnen und 1903 fertiggestellt worden.
Der Entwurf stammt von Max Osterloh. Der Bau
ist ein Vertreter des aus Kostengründen weitge-
hend standardisierten Typs „Bürgerschule“,
dessen Entwicklung und Ausführung als städti-
sche Bauaufgabe seit den siebziger Jahren des
19.Jh. in den Händen von L. Winter und M.
Osterloh lag. In seinem kastenförmigen Aufbau
über rechteckigem Grundriß ist das langge-
streckte Gebäude dem ebenfalls von Osterloh
entworfenen Schulbau in der Heinrichstraße
Georg-Westermann-Allee 28/29, um 1885
Husarenstr. 43, 1898, Arch. Gröpler
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stedter Straße auch östlich des Altewiekringes.
Die Besiedlung hatte sich hier bis ca. 1905, von
der Ringstraße ausgehend, bis zum Prinz-Alb-
recht-Park (s. dort) vorgeschoben, dessen
Westrand, entlang der heutigen Herzogin-Elisa-
beth-Straße, um 1900 auch gleichzeitig die
Stadtgrenze war.
Die hier in der Zeit des Historismus und des Ju-
gendstiles entstandene Massenarchitektur ist
von durchschnittlicher Qualität. Kriegsschäden
und der starke Veränderungsdruck der sechzi-
ger und siebziger Jahre unseres Jahrhunderts
haben zudem die Substanz vieler Einzelbauten
und damit auch die Straßenbilder verändert. So
konnten in diesem Quartier nur noch punktuelle
Denkmalfestsetzungen vorgenommen werden,
wie z.B. Rosenstraße 18, wobei sich die Be-
wertung bei diesem barockisierend entworfe-
nen Bau vor allem auf den überdurchschnittlich
guten Erhaltungszustand bezieht. Das gleiche
trifft für das in klassizistisch strengem Jugend-
stil errichtete Mehrfamilienwohnhaus Hänsel-
mannstraße 3 zu, während bei Fasanenstraße
31, einem Bau von 1903, vor allem der phanta-
sievolle Jugendstildekor zu würdigen ist.
Das Eckhaus Husarenstraße 43 sowie die
westlich anschließenden Doppelhäuser 44/45
und 46/47 befinden sich durch ihre Lage, die
sowohl zum Stadt- als auch zum Prinz-Alb-
recht-Park direkten Bezug hat, in städtebaulich
markanter Position und sind daher als zusam-
menhängende Gruppe für das Straßenbild an
dieser Stelle besonders bedeutsam. Darüber
hinaus weisen auch diese zwischen 1898 und
1901 von Maurermeister Gröpler als Bauherrn
mit Technikern aus seinem eigenen Betrieb er-
richteten repräsentativen Wohnhäuser noch ein
hohes Maß an Originalsubstanz auf.
Westlich des Altewiekringes, in den ungeordne-
ter verlaufenden Straßenzügen, die bereits in
den siebziger und achtziger Jahren des 19.Jh.
bebaut wurden, ist in der Franz-Trinks-Straße
auf das Doppelwohnhaus Nr. 12/13 hinzuwei-
sen, das 1884/85 von Maurermeister Lange für
den Dekorationsmaler Sander errichtet wurde.
In dem zurückhaltend instrumentierten Baukör-
per, dessen zweieinhalbgeschossiger Mitteltrakt
von dreigeschossigen Kopfbauten flankiert
wird, hat sich ein später Nachklang klassizisti-
scher Architektur erhalten, der in diesem kurzen
Straßenzug einen markanten Akzent setzt. Ne-
ben seiner straßenbildprägenden Wirkung ist
auch an diesem Bau das hohe Maß an Original-
substanz, die sich bis auf die zeitgenössische,
schmiedeeiserne Einfriedung erstreckt, erwäh-
nenswert.
Zwei einzeln stehende Bauten nehmen in die-
sem Stadtquartier sowohl stilistisch als auch
bautypologisch eine Sonderstellung ein: Das als
Doppelhaus entworfene Wohnhaus Georg-
Westermann-Allee 28/29, das als neugotischer
Ziegelbau um 1885 entstanden sein wird, und
Comeniusstraße 11, der - nach der Schule in
der Heinrichstraße (s.dort) - zweite Schulbau im
östlichen Ringgebiet.
Der Bau an der Georg-Westermann-Allee lag zu
seiner Entstehungszeit noch außerhalb der
Stadtgrenze in der Riddagshäuser Feldmark
und ist mit seiner stilistisch einheitlichen aber
asymmetrisch gestalteten Hauptfassade nach
Süden gerichtet, wo sich mit einem außermitti-
gen Erker, Tabernakelsäulen in Werkstein,
Formsteinziegeln und Ziegelziersetzungen auch
der bauplastische Schmuck konzentriert. Die
beiden dreigeschossigen, übergiebelten Kopf-
bauten, die den zweigeschossigen Mitteltrakt
einfassen, haben jeweils polygonale Standerker
an den Traufseiten, deren obere Abschlüsse al-
lerdings modern verändert sind. Neueren Da-
tums ist auch der Wintergartenanbau an der
Südseite von Nr. 28. An der Rückfront sind die
beiden Haushälften spiegelbildlich baugleich,
die Wandflächen sind hell verputzt und
Schmuckelemente fehlen bis auf einige stein-
sichtige Rahmungen und Profile fast ganz. Erst
nach 1900 erreichte die Bebauung der Georg-
Westermann-Allee die unmittelbare Umgebung
dieses Baues, woraus sich die aus der heutigen
Bauflucht abweichende Position des Gebäudes
erklärt.
Der Schulbau in der Comeniusstraße 11 ist
1902 begonnen und 1903 fertiggestellt worden.
Der Entwurf stammt von Max Osterloh. Der Bau
ist ein Vertreter des aus Kostengründen weitge-
hend standardisierten Typs „Bürgerschule“,
dessen Entwicklung und Ausführung als städti-
sche Bauaufgabe seit den siebziger Jahren des
19.Jh. in den Händen von L. Winter und M.
Osterloh lag. In seinem kastenförmigen Aufbau
über rechteckigem Grundriß ist das langge-
streckte Gebäude dem ebenfalls von Osterloh
entworfenen Schulbau in der Heinrichstraße
Georg-Westermann-Allee 28/29, um 1885
Husarenstr. 43, 1898, Arch. Gröpler
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