AMTSBERG
Der Amtsberg, die höchste Erhebung Dan-
nenbergs liegt nordöstlich des Marktplatzes in
einem Jeetzelbogen und hat im Weg „Amts-
berg“ die einzige Verbindung zur Stadt. Der
ehemalige Schloßgraben, an den heute nur
noch ein Straßennahme erinnert, schnitt ur-
sprünglich den Jeetzelbogen ab und ließ den
Amtsberg zur Insel werden. Dieser Graben
wurde größtenteils zugeworfen und ist nur
noch in der Geländevertiefung des Amts-
gartens zu erkennen. Der Amtsberg, der der
älteste Siedlungsplatz der Stadt ist, war nach-
einander Standort einer hochmittelalterlichen
Grafenburg, einer neuzeitlichen Schloßanla-
ge und der Dienstgebäude der Amtsverwal-
tung.
Der älteste Teil der heutigen Bebauung ist ein
Rundturm in Ziegelmauerwerk, der um 1200
erbaut wurde und heute das weithin sichtbare
Wahrzeichen Dannenbergs ist. Ähnlich wech-
selhaft wie die Nutzung des Burgberges war
auch das Schicksal des mächtigen Bergfrie-
des, der der letzte Rest der alten Grafenburg
ist. Ursprünglich als letzte Zuflucht im Verteidi-
gungsfalle vorgesehen wurde er in der Zeit
des Fürstentums Dannenberg als repräsen-
tativer Schloßturm genutzt, mit einem Fach-
werkobergeschoß versehen und mit einem
hohen spitzen Turmhelm bekrönt. In der
Amtszeit diente er als Gefängnis, später als
Grundbuchgewölbe und beherbergt heute ein
Heimatmuseum. Sein jetziges Glockendach
wurde im Jahre 1732 aufgesetzt. Gleichzeitig
wurde auch der heutige Treppenturm zur Er-
schließung der unteren Geschosse angebaut.
Die übrige Bebauung des Amtsberges ist we-
sentlich jüngeren Datums und besteht aus
drei Büro- und Verwaltungsgebäuden, die zu-
sammen mit dem Turm einen Hof umgeben.
Diese Situation erinnert an die alte vierflügeli-
ge Schloßanlage. Das Hauptgebäude an der
Ostseite des Hofes ist ein schlichter zweige-
schossiger Klinkerbau unter Walmdach, der
mit seinem übergiebelten Mittelrisalit zum
Weg „Amtsberg“ hin ausgerichtet ist. Dieses
1912 erbaute Amtsgericht nimmt den Platz
des 1770 errichteten Amtshauses ein, wel-
ches anstelle des abgebrochenen Kavalier-
hauses des herzoglichen Schlosses stand.
Die Nordseite des Hofes begrenzt ein lang-
gestrecktes, zweigeschossiges Ziegelfach-
werkgebäude aus dem Jahre 1822. Es wurde
i
Dannenberg, Amtsberg, Blick vom Markt Dannenberg, Amtsberg, Blick vom Schloßgraben
als Bürohaus erbaut und wird bis heute als sol-
ches genutzt. Das alte Amtsgerichtsgebäude
von 1854, ein zweigeschossiger Ziegelfach-
werkbau unter Walmdach auf quadratischen
Grundriß, dagegen dient heute als Wohnhaus.
Es steht an exponierter Stelle am Aufgang
zum Amtsberg dem Waldemarturm gegen-
über.
MARSCHTORSTRASSE
Die Marschtorstraße ist die Fortsetzung der
beim Mühlentor beginnenden über die Lange
Straße und den Markt in nordöstlicher Rich-
tung führenden Haupterschließung der Stadt.
Sie überquert den Hauptlauf der Jeetzel und
geht weit außerhalb der alten Stadtgrenze in
die heutige Bahnhofstraße über. Die Grund-
stücksaufteilung innerhalb der Kernstadt ist
durch schmale, tiefe Parzellen zu beiden Sei-
ten der Straße gekennzeichnet. Östlich des
Flusses setzt sich diese kleinteilige Struktur
zunächst fort, um sich im weiteren Verlauf der
Straße immer mehr aufzulösen. Im Westen
wird das Straßenbild überwiegend durch klei-
ne giebelständige Gefügebauten mit Längs-
erschließung bestimmt, im Osten dagegen
wird es immer wieder durch traufständige
Dannenberg, Marschtorstraße mit Blick zum Markt
Dannenberg, Amtsberg von Nordosten
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Der Amtsberg, die höchste Erhebung Dan-
nenbergs liegt nordöstlich des Marktplatzes in
einem Jeetzelbogen und hat im Weg „Amts-
berg“ die einzige Verbindung zur Stadt. Der
ehemalige Schloßgraben, an den heute nur
noch ein Straßennahme erinnert, schnitt ur-
sprünglich den Jeetzelbogen ab und ließ den
Amtsberg zur Insel werden. Dieser Graben
wurde größtenteils zugeworfen und ist nur
noch in der Geländevertiefung des Amts-
gartens zu erkennen. Der Amtsberg, der der
älteste Siedlungsplatz der Stadt ist, war nach-
einander Standort einer hochmittelalterlichen
Grafenburg, einer neuzeitlichen Schloßanla-
ge und der Dienstgebäude der Amtsverwal-
tung.
Der älteste Teil der heutigen Bebauung ist ein
Rundturm in Ziegelmauerwerk, der um 1200
erbaut wurde und heute das weithin sichtbare
Wahrzeichen Dannenbergs ist. Ähnlich wech-
selhaft wie die Nutzung des Burgberges war
auch das Schicksal des mächtigen Bergfrie-
des, der der letzte Rest der alten Grafenburg
ist. Ursprünglich als letzte Zuflucht im Verteidi-
gungsfalle vorgesehen wurde er in der Zeit
des Fürstentums Dannenberg als repräsen-
tativer Schloßturm genutzt, mit einem Fach-
werkobergeschoß versehen und mit einem
hohen spitzen Turmhelm bekrönt. In der
Amtszeit diente er als Gefängnis, später als
Grundbuchgewölbe und beherbergt heute ein
Heimatmuseum. Sein jetziges Glockendach
wurde im Jahre 1732 aufgesetzt. Gleichzeitig
wurde auch der heutige Treppenturm zur Er-
schließung der unteren Geschosse angebaut.
Die übrige Bebauung des Amtsberges ist we-
sentlich jüngeren Datums und besteht aus
drei Büro- und Verwaltungsgebäuden, die zu-
sammen mit dem Turm einen Hof umgeben.
Diese Situation erinnert an die alte vierflügeli-
ge Schloßanlage. Das Hauptgebäude an der
Ostseite des Hofes ist ein schlichter zweige-
schossiger Klinkerbau unter Walmdach, der
mit seinem übergiebelten Mittelrisalit zum
Weg „Amtsberg“ hin ausgerichtet ist. Dieses
1912 erbaute Amtsgericht nimmt den Platz
des 1770 errichteten Amtshauses ein, wel-
ches anstelle des abgebrochenen Kavalier-
hauses des herzoglichen Schlosses stand.
Die Nordseite des Hofes begrenzt ein lang-
gestrecktes, zweigeschossiges Ziegelfach-
werkgebäude aus dem Jahre 1822. Es wurde
i
Dannenberg, Amtsberg, Blick vom Markt Dannenberg, Amtsberg, Blick vom Schloßgraben
als Bürohaus erbaut und wird bis heute als sol-
ches genutzt. Das alte Amtsgerichtsgebäude
von 1854, ein zweigeschossiger Ziegelfach-
werkbau unter Walmdach auf quadratischen
Grundriß, dagegen dient heute als Wohnhaus.
Es steht an exponierter Stelle am Aufgang
zum Amtsberg dem Waldemarturm gegen-
über.
MARSCHTORSTRASSE
Die Marschtorstraße ist die Fortsetzung der
beim Mühlentor beginnenden über die Lange
Straße und den Markt in nordöstlicher Rich-
tung führenden Haupterschließung der Stadt.
Sie überquert den Hauptlauf der Jeetzel und
geht weit außerhalb der alten Stadtgrenze in
die heutige Bahnhofstraße über. Die Grund-
stücksaufteilung innerhalb der Kernstadt ist
durch schmale, tiefe Parzellen zu beiden Sei-
ten der Straße gekennzeichnet. Östlich des
Flusses setzt sich diese kleinteilige Struktur
zunächst fort, um sich im weiteren Verlauf der
Straße immer mehr aufzulösen. Im Westen
wird das Straßenbild überwiegend durch klei-
ne giebelständige Gefügebauten mit Längs-
erschließung bestimmt, im Osten dagegen
wird es immer wieder durch traufständige
Dannenberg, Marschtorstraße mit Blick zum Markt
Dannenberg, Amtsberg von Nordosten
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