sen und nach Norden zur Altenbrückertorstraße
bzw. nach Westen zur Freifläche des früheren
Ziegenmarkts überleiten. Im Nordosten mit der
Nr. 2 einsetzend, die in der 2. Hälfte des 18.Jh.
zum Anwesen des Friesenmachers Wehrs
Altenbrückertorstraße 4, 5 gehörte, handelt es
sich bei der geschlossenen Zeile Nr. 2-6 um
eine traufständige Fachwerkbebauung unter
Satteldächern von bescheidenem Äußeren. Als
ein im Wesentlichen während des 19.Jh. erneu-
ertes Gebäude enthält der Teilkeller unter dem
nordwestlichen Hausbereich von Nr. 2 noch
ältere Mauerreste, während das Aufgehende im
Wesentlichen 1968 erneuert wurde. Nach Sü-
den folgt eine niedrigere, vielleicht dem 17.Jh.
entstammende Budenbebauung aus teils holz-
sichtigen, teils geschlämmten bzw. verputzten
und partiell darüber hinaus massiv erneuerten
Fachwerkgebäuden, die über leicht irregulären
Grundrissen nur eine Breite zwischen 4 und
4,50 Metern erreichen. Im 19.Jh. von Handwer-
kern, z.B. einem Steinsetzer, Maurer, Müllerge-
sellen, Salzpacker sowie Brunnen- bzw. Kunst-
wärtern bewohnt, wurden die Gebäude ab den
1960er Jahren modernisiert. Dabei veränderte
man bisweilen, wie bei dem Haus Nr. 4, das
sich 1866 im Besitz des Schuhmacheramts
befand, 1985 den Grundriss. Doch blieben so-
wohl in den Teilkellern Reste historischer Subs-
tanz oder auch z.T. historische Details bewahrt,
so in Nr. 4 ein Traljengeländer der 1850er
Jahre. Überragt wird es nach Süden von dem
größer dimensionierten Haus Nr. 6, das über
einem massiven Erdgeschoss ein sicher einst
Speicherzwecken dienendes, vorkragendes
Obergeschoss aus regelmäßigem Fachwerk
mit Fußbändern und durchlaufendem Fenster-
band besitzt. Im Sturz der außermittig rechts
positionierten Tür „1589“ bezeichnet, verfügt es
unter dem nordöstlichen Bereich über einen
neu gedeckten Keller und ein vermutlich umge-
schlagenes Dachwerk mit einfacher, eingezapf-
ter Kehlbalkenlage. 1796 befand es sich im
Besitz eines Gerbermeisters, nachfolgend im
19.Jh. eines Maurer- und eines Zimmerge-
sellen. Wohl wenig jünger ist das im First gleich
hohe Eckgebäude Nr. 7, ebenfalls über dem
massiven Erdgeschoss mit einem vorkragen-
den Fachwerk-Obergeschoss ausgestattet. Es
zeigt die für das 16./17.Jh. übliche Vorkragung
und ist mit Fußbändern in den Brüstungen
konstruiert. Erschlossen wird es seit 1878 über
die östliche Schmalseite. Damals setzte man
den Eingang an der Südseite zu, beseitigte eine
Auslucht und stattete das Erdgeschoss mit
Segmentbogenfenstern aus. Auch nach einem
Umbau 1977 sind mit dem ehemaligen Balken-
keller im südwestlichen Hausbereich und dem
Sparrendach wesentliche Bestandteile der his-
torischen Substanz, einschließlich der Decken,
überkommen, außerdem vor der Nordwand
eine qualitätvolle Treppe mit spätklassizisti-
schem Traljengeländer. Unter einem gemeinsa-
men First folgt nach Westen das ähnlich kons-
truierte Haus Nr. 8, dessen Traufständigkeit
sich hinter einem hausbreiten Zwerchgiebel ver-
birgt. Die geschlämmten Gefache heben sich
von dem massiven, verputzten Erdgeschoss
ab, das links eine Auslucht unter Pultdach und
rechts den Eingang mit einer historistischen Tür
besitzt. Ein holzbalkengedeckter Keller erhielt
bereits 1951 eine Ersatzdecke.
Den westlichen Abschluss der Bebauung bildet
das vermutlich dem 17.Jh. entstammende
Reihenhaus Nr. 9, 11, 12, gekennzeichnet von
einem Fachwerkobergeschoss über niedrigem,
massivem Erdgeschoss. Die beiden durch
einen Hofzugang getrennten Häuser Nr. 9 und
11, ursprünglich pro Wohneinheit jeweils einen
Dielenraum mit abgetrennter Stube enthaltend,
wurden 1900 durch Zimmermeister Th. Owe-
rien im Erdgeschoss zu Wohnungen mit Flur,
Stube, Küche und Schlafraum umgebaut.
Während die Nordseite z.T. noch die ursprüng-
liche Konstruktion mit Fußbändern aufweist,
prägen die Südfassade nachträgliche Verände-
rungen. Im Zuge des zum Zweck einer Straßen-
verbreiterung vollzogenen Abbruchs eines nach
Westen folgenden Anbaus 1970 führte man in
den beiden Geschossen Grundrissänderungen
durch und setzte den in der Westachse gelege-
nen Eingang zu. Erschlossen werden die Woh-
nungen heute über Eingänge beiderseits des
Hofdurchgangs im östlichen Hausbereich.
Insgesamt hat sich mit dieser kleinmaßstäbli-
chen Bebauung aus Wohnbuden bzw. Wohn-/
Wirtschaftsgebäuden zusammen mit der Rats-
mühle ein städtebaulich prägnantes Ensemble
erhalten, das zugleich die sozialtopografische
Situation im Umfeld eines großen Mühlenan-
wesens dokumentiert.
Bei der Ratsmühle. Ratswasserkunst. Nach der
Gründung einer entsprechenden Gesellschaft
als Konkurrenz zur Abtswasserkunst-Gesellschaft
1568 wurde der westlich der Ratsmühle ste-
hende, schmucklose Backsteinturm bis 1572
aufgeführt. Über ein von Wasserrädern ange-
triebenes Schöpfwerk, später durch Pumpen,
wurde das Wasser in das obere Stockwerk des
Turmes transportiert, um über Rohrleitungen
die Stadt mit Wasser zu versorgen. Mit dem
Einsetzen einer lebhaften Bautätigkeit in Lüne-
burgs Stadterweiterungen in den 1870er Jah-
331
bzw. nach Westen zur Freifläche des früheren
Ziegenmarkts überleiten. Im Nordosten mit der
Nr. 2 einsetzend, die in der 2. Hälfte des 18.Jh.
zum Anwesen des Friesenmachers Wehrs
Altenbrückertorstraße 4, 5 gehörte, handelt es
sich bei der geschlossenen Zeile Nr. 2-6 um
eine traufständige Fachwerkbebauung unter
Satteldächern von bescheidenem Äußeren. Als
ein im Wesentlichen während des 19.Jh. erneu-
ertes Gebäude enthält der Teilkeller unter dem
nordwestlichen Hausbereich von Nr. 2 noch
ältere Mauerreste, während das Aufgehende im
Wesentlichen 1968 erneuert wurde. Nach Sü-
den folgt eine niedrigere, vielleicht dem 17.Jh.
entstammende Budenbebauung aus teils holz-
sichtigen, teils geschlämmten bzw. verputzten
und partiell darüber hinaus massiv erneuerten
Fachwerkgebäuden, die über leicht irregulären
Grundrissen nur eine Breite zwischen 4 und
4,50 Metern erreichen. Im 19.Jh. von Handwer-
kern, z.B. einem Steinsetzer, Maurer, Müllerge-
sellen, Salzpacker sowie Brunnen- bzw. Kunst-
wärtern bewohnt, wurden die Gebäude ab den
1960er Jahren modernisiert. Dabei veränderte
man bisweilen, wie bei dem Haus Nr. 4, das
sich 1866 im Besitz des Schuhmacheramts
befand, 1985 den Grundriss. Doch blieben so-
wohl in den Teilkellern Reste historischer Subs-
tanz oder auch z.T. historische Details bewahrt,
so in Nr. 4 ein Traljengeländer der 1850er
Jahre. Überragt wird es nach Süden von dem
größer dimensionierten Haus Nr. 6, das über
einem massiven Erdgeschoss ein sicher einst
Speicherzwecken dienendes, vorkragendes
Obergeschoss aus regelmäßigem Fachwerk
mit Fußbändern und durchlaufendem Fenster-
band besitzt. Im Sturz der außermittig rechts
positionierten Tür „1589“ bezeichnet, verfügt es
unter dem nordöstlichen Bereich über einen
neu gedeckten Keller und ein vermutlich umge-
schlagenes Dachwerk mit einfacher, eingezapf-
ter Kehlbalkenlage. 1796 befand es sich im
Besitz eines Gerbermeisters, nachfolgend im
19.Jh. eines Maurer- und eines Zimmerge-
sellen. Wohl wenig jünger ist das im First gleich
hohe Eckgebäude Nr. 7, ebenfalls über dem
massiven Erdgeschoss mit einem vorkragen-
den Fachwerk-Obergeschoss ausgestattet. Es
zeigt die für das 16./17.Jh. übliche Vorkragung
und ist mit Fußbändern in den Brüstungen
konstruiert. Erschlossen wird es seit 1878 über
die östliche Schmalseite. Damals setzte man
den Eingang an der Südseite zu, beseitigte eine
Auslucht und stattete das Erdgeschoss mit
Segmentbogenfenstern aus. Auch nach einem
Umbau 1977 sind mit dem ehemaligen Balken-
keller im südwestlichen Hausbereich und dem
Sparrendach wesentliche Bestandteile der his-
torischen Substanz, einschließlich der Decken,
überkommen, außerdem vor der Nordwand
eine qualitätvolle Treppe mit spätklassizisti-
schem Traljengeländer. Unter einem gemeinsa-
men First folgt nach Westen das ähnlich kons-
truierte Haus Nr. 8, dessen Traufständigkeit
sich hinter einem hausbreiten Zwerchgiebel ver-
birgt. Die geschlämmten Gefache heben sich
von dem massiven, verputzten Erdgeschoss
ab, das links eine Auslucht unter Pultdach und
rechts den Eingang mit einer historistischen Tür
besitzt. Ein holzbalkengedeckter Keller erhielt
bereits 1951 eine Ersatzdecke.
Den westlichen Abschluss der Bebauung bildet
das vermutlich dem 17.Jh. entstammende
Reihenhaus Nr. 9, 11, 12, gekennzeichnet von
einem Fachwerkobergeschoss über niedrigem,
massivem Erdgeschoss. Die beiden durch
einen Hofzugang getrennten Häuser Nr. 9 und
11, ursprünglich pro Wohneinheit jeweils einen
Dielenraum mit abgetrennter Stube enthaltend,
wurden 1900 durch Zimmermeister Th. Owe-
rien im Erdgeschoss zu Wohnungen mit Flur,
Stube, Küche und Schlafraum umgebaut.
Während die Nordseite z.T. noch die ursprüng-
liche Konstruktion mit Fußbändern aufweist,
prägen die Südfassade nachträgliche Verände-
rungen. Im Zuge des zum Zweck einer Straßen-
verbreiterung vollzogenen Abbruchs eines nach
Westen folgenden Anbaus 1970 führte man in
den beiden Geschossen Grundrissänderungen
durch und setzte den in der Westachse gelege-
nen Eingang zu. Erschlossen werden die Woh-
nungen heute über Eingänge beiderseits des
Hofdurchgangs im östlichen Hausbereich.
Insgesamt hat sich mit dieser kleinmaßstäbli-
chen Bebauung aus Wohnbuden bzw. Wohn-/
Wirtschaftsgebäuden zusammen mit der Rats-
mühle ein städtebaulich prägnantes Ensemble
erhalten, das zugleich die sozialtopografische
Situation im Umfeld eines großen Mühlenan-
wesens dokumentiert.
Bei der Ratsmühle. Ratswasserkunst. Nach der
Gründung einer entsprechenden Gesellschaft
als Konkurrenz zur Abtswasserkunst-Gesellschaft
1568 wurde der westlich der Ratsmühle ste-
hende, schmucklose Backsteinturm bis 1572
aufgeführt. Über ein von Wasserrädern ange-
triebenes Schöpfwerk, später durch Pumpen,
wurde das Wasser in das obere Stockwerk des
Turmes transportiert, um über Rohrleitungen
die Stadt mit Wasser zu versorgen. Mit dem
Einsetzen einer lebhaften Bautätigkeit in Lüne-
burgs Stadterweiterungen in den 1870er Jah-
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