Bei der Ratsmühle, Ratswasserkunst
Bei der Ratsmühle 17a, Müllerwohnhaus, barocke Tür
ren erhöhte man den Turm 1874 zur Verbesse-
rung des Wasserdrucks um ein Stockwerk auf
10,70 Meter Höhe und schloss ihn nach histo-
ristischen Vorstellungen mit einem Zinnenkranz.
1897 erwarb die Stadt das in der Folge ausge-
baute Ratswasserwerk, das für einige Lünebur-
ger Betriebe bis etwa 1950 genutzt wurde.
1971 trug man die Zutaten des 19.Jh. ab und
setzte den heute Wohnzwecken dienenden
Turm mit der Errichtung eines Fachwerkge-
schosses unter Zeltdach in den alten Zustand.
Bei der Ratsmühle 17. Ehemalige Wassermüh-
le. Hauptgebäude, so genannte Kreuzmühle,
erbaut 1597i auf kreuzförmigem Grundriss
(Wappenstein mit Jahreszahl und dem von Lö-
wen gehaltenen Stadtwappen, der ursprünglich
über dem Bogenscheitel einer rundbogigen Tür
an der Südseite des Baus angebracht war, heu-
te im Treppenhaus). Über einem aus Granit-
quadern bestehenden Sockel im Erdgeschoss
überwiegend in Ziegelmauerwerk aufgeführt;
hingegen das Obergeschoss über einem profi-
lierten Ziegelgesims in einer schlichten Fach-
werkkonstruktion mit Ziegelausfachung. Nach
Osten und Westen steiles Walmdach in Hohl-
pfannendeckung auf vorkragenden Balkenköp-
fen; Nord- und Südtrakt unter vorkragenden
Steilgiebeln in überwiegend erneuertem Fach-
werk mit Ziegelausfachung. Der Grundriss-
nach der Instandsetzung 1961 vollständig für
eine Büronutzung überformt. Das ursprünglich
dreifache Kehlbalkendach unter Wiederverwen-
dung älterer Eichenbalken erneuert.
- Turbinenhaus, erbaut 1952 auf der Ostseite
des Haupthauses. Eingeschossiger, schlichter
Ziegelbau unter Satteldach in Hohlpfannen-
deckung. Im Inneren zwei Francisturbinen der
Firma Voith/Heidenheim von 1951 und 1952.
Vor dem Gebäude Wehranlage mit zwei hölzer-
nen Schützen und Rechenreinigungsanlage.
- Mühlengebäude, so genannte „Dragoner-
mühle“, östlich an das Turbinenhaus anschlie-
ßend. Im Wesentlichen Wiederaufbau nach den
Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs. Zur Was-
serseite zweigeschossiger, zur Landseite einge-
schossiger, massiver Ziegelbau unter Halb-
walmdach in Hohlpfannendeckung, das über
Knaggen vorkragt. Die Giebelfelder des Dach-
geschosses zur Süd- und Nordseite in Fach-
werk mit gemusterter Ziegelausfachung auf
vorkragenden Balkenköpfen ausgeführt. Heute
zu Wohnzwecken genutzt.
- „Neue Mühle“, erbaut 1861 laut der sandstei-
nernen Inschrifttafel über dem Eingang der
Westseite, die ebenfalls den Bauherrn, H. C.
Findorff, nennt. Mächtiger, fünfgeschossiger
Ziegelbau unter flachgeneigtem Satteldach, der
mit seiner Giebelseite den Hofplatz im Westen
begrenzt. Schlichte, auf den Traufseiten fünf-
achsige Gliederung durch die gleichmäßige An-
ordnung hochrechteckiger Fenster mit Seg-
mentbogenstürzen. In Höhe der Deckenbalken-
lagen kreuzförmige Maueranker. Erschließung
auf der Westseite.
- Maschinenhaus. Anbau auf der Nordseite der
„Neuen Mühle“ als eingeschossiger Ziegelbau
unter Satteldach mit eingestelltem, rund ge-
mauertem Schornstein an der Nordostecke.
Die als Blendfelder gestalteten Fassaden des
Maschinenhauses und der Schornstein charak-
terisieren farbige, teils profilierte Zierelemente.
- Östlich der Mühle hölzerne Wehranlage. Die
drei beweglichen Holzschütze besitzen einen
Zahnstangenantrieb. Davor im Unterwasser
sohlgleitenartiger Ausbau mit Holzbohlen.
Bei der Ratsmühle 17a. Müllerwohnhaus, heute
Büronutzung. Südlich gegenüber der Mühlen-
anlage gelegener, zweigeschossiger, schlichter
Ziegelbau unter Halbwalmdach in Hohlpfannen-
deckung. Nach einem Rest der früheren Dach-
konstruktion mit angeblatteten Kehlbalken zu
schließen, enthält das Gebäude noch Bausubs-
tanz des 16,Jh., wurde jedoch im 18.Jh. wei-
testgehend überformt. Zweiflügelige Eingangs-
tür des Barock mit stark geschwungenen Profil-
leisten über Kissenauflagen. Im Inneren außer
der vor der Westwand verlaufenden Treppe des
18.Jh. mit Brettdockengeländer mehrere baro-
cke Türen mit zugehörigem Rahmen sowie
historistische Türen.
Bei der Ratsmühle 19. Wasserturm, erbaut
1905-07. Nach einer ersten Skizze des Stadt-
baurats R. Kampf oblagen Franz Krüger die
Ausarbeitung der Pläne sowie die Bauleitung.
Die Wahl des Standortes im Südosten der Alt-
stadt nahe der Ratsmühle ergab sich aus der
Tatsache, dass sich hier seit 1899 die zentrale
städtische Wasserversorgung befand und
damit ein unproblematischer Anschluss an das
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