G. H. Grupe und wird 1823 in der Brand-
kassen-Taxation als eingeschossiger Fach-
werkbau beschrieben. Eine erste Aufstockung
erfolgte offenbar erst im weiteren Verlauf des
19.Jh. und schließlich 1923 der Ausbau des
Dachgeschosses zu einem Vollgeschoss unter
flachem Pultdach.
Kleine Bäckerstraße 17. Schmale Parzelle,
1434 mit einer zu Nr. 19 gehörenden Bude
besetzt, 1443 jedoch von dem Nachbargrund-
stück separiert; als Bebauung 1523 ein Haus
genannt. Dreigeschossiges Giebelhaus zu zwei
Achsen, das mit Ausnahme des rückwärtigen
Fachwerkgiebels massiv errichtet wurde und
1850 eine klassizistische Backsteinfassade
unter neuem, zu Wohnzwecken genutztem
Mansarddach erhielt. Gegliedert von den
Sohlbankgesimsen der nach oben an Höhe
abnehmenden, gleichmäßig verteilten Recht-
eckfenster und durch einen Quaderputz im Erd-
und ersten Obergeschoss belebt, schließt sie
mit einem kräftig profilierten Dreieckgiebel ab.
Im Zuge eines Ladenumbaus 1973 die
ursprüngliche Kellerdecke des mindestens ins
frühe 16.Jh. zurückreichenden Hauses entfernt
sowie das Erd- und das erste Obergeschoss
entkernt. Das Innere ab dem ersten Ober- bis
zum Dachgeschoss über die Treppe des 19.Jh.
verbunden.
Kleine Bäckerstraße 18. Dreigeschossiges
Giebelhaus eines mit neuen Brandwänden auf-
geführten „Wiederaufbaus“ des Jahres 1612 für
den Goldschmied Ludolf Hencke. 1440 gehör-
te die Parzelle, als sie mit einer Bude besetzt
war, zum Eckgrundstück Nr. 19, war drei Jahre
später aber bereits von diesem abgetrennt. Seit
1646 bis Ende des 18.Jh. sind Buchbinder als
Eigentümer verzeichnet. Die Putzfassade wohl
in der 2. Hälfte des 18.Jh. mit drei gleich großen
Fenstern in den beiden Obergeschossen und
einem kleinen, segmentbogenbekrönten Volu-
tengiebel mit Ochsenauge umgestaltet; dessen
obere Partie 1968 neu aufgemauert. 1834 Ent-
fernung einer zweigeschossigen Auslucht vor
den beiden linken Achsen zugunsten eines ein-
geschossigen Schaufensterausbaus für den
Goldarbeiter J. G. H. Tegtmeyer. Der nördlich
von einem kurzen Anbau überschnittene Rück-
giebel dokumentiert mit dem Holzsturz eines
ehemaligen Dielenfensters einen älteren Zu-
stand. Darüber, ebenso am Anbau, eine Fach-
werkkonstruktion mit gemusterter Ziegel-
ausfachung. Steiler, leicht vorkragender Fach-
werkgiebel. Bei einer Grundrissveränderung
1929 das segmentbogige Kellergewölbe ent-
fernt, die Hoffläche zwecks Vergrößerung der
Ladenfläche 1968 überbaut und die etwa mittig
vor der Nordwand sitzende Treppe unter Wie-
derverwendung eines kräftigen, balusterförmi-
gen Antrittspfostens weiter nach Osten verlegt.
Die Balkendecke im zweiten Obergeschoss
trägt ein mächtiger Unterzug. Das einfache
Kehlbalkendach ist ausgebaut.
Kleine Bäckerstraße 19. Nahezu 40 Meter tiefes
Eckgrundstück mit einem giebelständigen Vor-
derhaus, einem an der Glockenstraße anschlie-
ßenden Hinterflügel sowie einem Wirtschafts-
gebäude, das parallel dazu den Hof nach
Süden begrenzt. Die Hausstätte, zu der bis
etwa 1443 zwei Buden unter den heutigen
Nummern 17 und 18 gehörten, von 1513 bis
1567 im Besitz des Brauers J. Schulte, der
1537 den Rang eines Ältermanns erhielt. In der
Nutzung als Brauhaus bis 1860 belegt. Der
Backsteinbau des ca. elf Meter breiten Vorder-
hauses, vermutlich in der 1. Hälfte des 16.Jh.
errichtet, 1857/58 entsprechend dem dreige-
schossigen Durchbau für den Gastwirt und
Torfhändler E. A. L. Weckmann auch im Äuße-
ren neu gestaltet. Der siebenteilige Staffelgiebel
ist zu einem von Traufstaffeln begleiteten
Steilgiebel mit Halbkreisfenster und Dreieckbe-
krönung begradigt. Die frühere Untergliederung
des Giebeldreiecks mit sieben bzw. fünf Seg-
mentbogenöffnungen in den beiden unteren
Dachgeschossen beibehalten, wobei die mitti-
gen, größeren ebenso wie diejenige des dritten
Dachgeschosses als Ladeluken mit Klapp-
läden geformt sind. 1898 ließ der Tapeten-
händler E. Ziegler durch den Architekten W.
Matthies um die fünf, außen paarweise zu-
sammengefassten Fassadenfenster der Ober-
geschosse Putzfaschen antragen, während die
entsprechenden neun Fenster der nördlichen
Traufseite die schlichte Ausbildung des voran-
gegangenen Umbaus beibehielten. Das Erdge-
schoss im Zuge zweier Ladeneinbauten 1927
nach einem Entwurf von F. Krüger mit Klinkern
verblendet und stark aufgelöst mittels hoher
Schaufenster bzw. Türöffnungen, deren stumpf-
winkelige Stürze in expressionistischer Form-
gebung ein durchlaufendes, leicht hervortreten-
des Band bilden.
Am backsteinsichtigen Ostgiebel ist das Mauer-
werk unterhalb des langen Holzsturzes, der die
Lage der ehemaligen hohen Diele kennzeich-
net, teilweise erneuert. In dem mit drei Fenstern
belichteten, zweiten Obergeschoss außermittig
südlich der Ansatz einer früheren Rundbo-
genöffnung erkennbar, wie sie darüber im zwei-
ten Geschoss des Steilgiebels als Ladeluke,
eingefasst von dunkel glasierten Viertelkreis-
formsteinen, erhalten ist. Rechts davon kleine-
re, einfache Segmentbogenfenster und an der
Nordtraufe eine Staffel mit kleeblattbogiger
Zwillingsblende auf Tausteinsäulchen. Erschlie-
ßung von der Westseite über einen Mittel-
längsflur, an dessen südöstlichem Ende eine
Treppe mit schlankem Traijengeländer (1858)
die Verbindung zu den Obergeschossen her-
stellt. Darunter Abgang zu dem aus zwei paral-
lelen Räumen mit Segmentbogengewölbe
bestehenden Keller von ca. drei Metern Schei-
telhöhe, der im 16. und noch im 18.Jh. als
Wohnkeller diente. Das Sparrendach von 16
Gespärren, im ersten Dachgeschoss mit drei
zweiachsigen Schleppgauben nach Norden zu
Wohnzwecken ausgebaut, steifen zwei ange-
blattete Kehlbalkenlagen und lange Windrispen
aus. Im ersten Dachgeschoss außermittig nörd-
lich ein stehender Stuhl, dessen Säulen mit
Sattelhölzern eine Basis- und Kapitellaus-
bildung zeigen. Vor dem Westgiebel des zwei-
ten Dachgeschosses ein Windenrad.
- Hinterflügel mit einer ins 19.Jh. zurückrei-
chenden Gaststättennutzung. Der zweige-
schossige Backsteinbau unter einem niedrige-
ren Satteldach bündig mit dem Vorderhaus
wohl gleichzeitig errichtet. Im Zuge eines nach
Plänen von W. Matthies 1902 für E. Ziegler aus-
geführten Umbaus das Zwischengeschoss ent-
fernt, der Erdgeschossfußboden erhöht und die
Nordfassade im Bereich des nun hohen, ver-
putzten Erdgeschosses neu gestaltet: Vier
hochrechteckigen Fenstern im Westen folgt der
rundbogige Eingang zur Gaststätte, links dane-
ben zur großzügigen Belichtung des Gastraums
ein gekuppeltes Rundbogenfenster auf kleiner
Säule unter einer kielbogigen Verdachung und
schließlich die Tür zum Hofdurchgang. Die
Zargenrahmen der vier- bzw. sechsflügeligen
Obergeschossfenster besitzen rechteckige
Pfosten mit Viertelstäben an den Kanten. Den
von Abbruchspuren bzw. teilweise erneuertem
Mauerwerk gezeichneten Ostgiebel schließt im
Dreieck eine schlichte Fachwerkkonstruktion
mit quadratischen Gefachen ab. Die backstein-
sichtige südliche Traufwand, im westlichen
Abschnitt leicht eingezogen, weist vor allem im
Bereich der Öffnungen zahlreiche Störungen
des Mauerwerks auf, die sich im Obergeschoss
anhand der erhaltenen Segmentbogen in ihrer
ursprünglichen Gestalt nachvollziehen lassen.
Der von der südlichen Traufseite zugängliche
Keller mit einem im Scheitel ca. 2,20 Meter
hohen Segmentbogengewölbe erstreckt sich
unter dem westlichen Gebäudebereich und
nimmt in der Südwand tiefe Nischen ohne
Formsteine auf. Eine ehemalige Verbindung
zum Vorderhaus ist vermauert.
-Wirtschaftsgebäude. Ehemaliger Pferdestall in
Fachwerk der 2. Hälfte des 18. Jh. mit jüngerem
Pultdach, der 1990 saniert wurde.
KLOSTERGANG
Die ehemals an der nordöstlichen Klostermauer
des Benediktinerklosters St. Michael entlang-
führende und seit 1860 Klostergang genannte
Straße, die nach Plänen von 1765 und 1802
zuvor als Teilstück der Straße Am Iflock galt,
erstreckt sich von dieser ausgehend in nordöst-
liche Richtung, um nach ca. 90 Metern auf die
Egersdorffstraße zu treffen. Das gesamte
Terrain auf der Westseite der einst schmalen
Gasse nahm der Verdener Hof ein, der dem
Verdener Bischof und seinem Domkapitel als
städtische Niederlassung diente und als Aus-
stellungsort zahlreicher Urkunden bezeugt ist
(„curia episcopalis“, 1438). Das Anwesen ge-
langte nach der Säkularisierung des Stifts an
die schwedische Krone und ging 1679 an das
Herzogshaus Braunschweig-Lüneburg, indem
die Celler Linie den Bischofshof und die
Wolfenbütteler Linie den Kapitelhof erhielt. Zu-
nächst erwarben die Stechinelli beide Höfe, die
nach einem Besitzerwechsel 1755 schließlich
vom Magistrat der Stadt 1763 an mehrere
Eigentümer veräußert wurden. An die einst hier
stehenden Baulichkeiten erinnert nur noch die
seit 1869 geführte Bezeichnung „Im Verdener
Hof“. Auch der gegenüber, auf der Ostseite des
Klostergangs gelegene Rotenburger Hof gehör-
te zum Verdener Stift bzw. dessen Amt
Rotenburg. Nach mehrfachen Eigentümer-
wechseln gelangte er 1762 an den Lüneburger
Magistrat.
Heute ist beidseitig der Straße eine geschlosse-
ne Wohnbebauung vorzufinden, die, im Nord-
abschnitt bereits teilweise ersetzt, überwiegend
im ersten Jahrzehnt des 20.Jh. entstand, indem
der Straßenquerschnitt durch Zurücklegung der
479
kassen-Taxation als eingeschossiger Fach-
werkbau beschrieben. Eine erste Aufstockung
erfolgte offenbar erst im weiteren Verlauf des
19.Jh. und schließlich 1923 der Ausbau des
Dachgeschosses zu einem Vollgeschoss unter
flachem Pultdach.
Kleine Bäckerstraße 17. Schmale Parzelle,
1434 mit einer zu Nr. 19 gehörenden Bude
besetzt, 1443 jedoch von dem Nachbargrund-
stück separiert; als Bebauung 1523 ein Haus
genannt. Dreigeschossiges Giebelhaus zu zwei
Achsen, das mit Ausnahme des rückwärtigen
Fachwerkgiebels massiv errichtet wurde und
1850 eine klassizistische Backsteinfassade
unter neuem, zu Wohnzwecken genutztem
Mansarddach erhielt. Gegliedert von den
Sohlbankgesimsen der nach oben an Höhe
abnehmenden, gleichmäßig verteilten Recht-
eckfenster und durch einen Quaderputz im Erd-
und ersten Obergeschoss belebt, schließt sie
mit einem kräftig profilierten Dreieckgiebel ab.
Im Zuge eines Ladenumbaus 1973 die
ursprüngliche Kellerdecke des mindestens ins
frühe 16.Jh. zurückreichenden Hauses entfernt
sowie das Erd- und das erste Obergeschoss
entkernt. Das Innere ab dem ersten Ober- bis
zum Dachgeschoss über die Treppe des 19.Jh.
verbunden.
Kleine Bäckerstraße 18. Dreigeschossiges
Giebelhaus eines mit neuen Brandwänden auf-
geführten „Wiederaufbaus“ des Jahres 1612 für
den Goldschmied Ludolf Hencke. 1440 gehör-
te die Parzelle, als sie mit einer Bude besetzt
war, zum Eckgrundstück Nr. 19, war drei Jahre
später aber bereits von diesem abgetrennt. Seit
1646 bis Ende des 18.Jh. sind Buchbinder als
Eigentümer verzeichnet. Die Putzfassade wohl
in der 2. Hälfte des 18.Jh. mit drei gleich großen
Fenstern in den beiden Obergeschossen und
einem kleinen, segmentbogenbekrönten Volu-
tengiebel mit Ochsenauge umgestaltet; dessen
obere Partie 1968 neu aufgemauert. 1834 Ent-
fernung einer zweigeschossigen Auslucht vor
den beiden linken Achsen zugunsten eines ein-
geschossigen Schaufensterausbaus für den
Goldarbeiter J. G. H. Tegtmeyer. Der nördlich
von einem kurzen Anbau überschnittene Rück-
giebel dokumentiert mit dem Holzsturz eines
ehemaligen Dielenfensters einen älteren Zu-
stand. Darüber, ebenso am Anbau, eine Fach-
werkkonstruktion mit gemusterter Ziegel-
ausfachung. Steiler, leicht vorkragender Fach-
werkgiebel. Bei einer Grundrissveränderung
1929 das segmentbogige Kellergewölbe ent-
fernt, die Hoffläche zwecks Vergrößerung der
Ladenfläche 1968 überbaut und die etwa mittig
vor der Nordwand sitzende Treppe unter Wie-
derverwendung eines kräftigen, balusterförmi-
gen Antrittspfostens weiter nach Osten verlegt.
Die Balkendecke im zweiten Obergeschoss
trägt ein mächtiger Unterzug. Das einfache
Kehlbalkendach ist ausgebaut.
Kleine Bäckerstraße 19. Nahezu 40 Meter tiefes
Eckgrundstück mit einem giebelständigen Vor-
derhaus, einem an der Glockenstraße anschlie-
ßenden Hinterflügel sowie einem Wirtschafts-
gebäude, das parallel dazu den Hof nach
Süden begrenzt. Die Hausstätte, zu der bis
etwa 1443 zwei Buden unter den heutigen
Nummern 17 und 18 gehörten, von 1513 bis
1567 im Besitz des Brauers J. Schulte, der
1537 den Rang eines Ältermanns erhielt. In der
Nutzung als Brauhaus bis 1860 belegt. Der
Backsteinbau des ca. elf Meter breiten Vorder-
hauses, vermutlich in der 1. Hälfte des 16.Jh.
errichtet, 1857/58 entsprechend dem dreige-
schossigen Durchbau für den Gastwirt und
Torfhändler E. A. L. Weckmann auch im Äuße-
ren neu gestaltet. Der siebenteilige Staffelgiebel
ist zu einem von Traufstaffeln begleiteten
Steilgiebel mit Halbkreisfenster und Dreieckbe-
krönung begradigt. Die frühere Untergliederung
des Giebeldreiecks mit sieben bzw. fünf Seg-
mentbogenöffnungen in den beiden unteren
Dachgeschossen beibehalten, wobei die mitti-
gen, größeren ebenso wie diejenige des dritten
Dachgeschosses als Ladeluken mit Klapp-
läden geformt sind. 1898 ließ der Tapeten-
händler E. Ziegler durch den Architekten W.
Matthies um die fünf, außen paarweise zu-
sammengefassten Fassadenfenster der Ober-
geschosse Putzfaschen antragen, während die
entsprechenden neun Fenster der nördlichen
Traufseite die schlichte Ausbildung des voran-
gegangenen Umbaus beibehielten. Das Erdge-
schoss im Zuge zweier Ladeneinbauten 1927
nach einem Entwurf von F. Krüger mit Klinkern
verblendet und stark aufgelöst mittels hoher
Schaufenster bzw. Türöffnungen, deren stumpf-
winkelige Stürze in expressionistischer Form-
gebung ein durchlaufendes, leicht hervortreten-
des Band bilden.
Am backsteinsichtigen Ostgiebel ist das Mauer-
werk unterhalb des langen Holzsturzes, der die
Lage der ehemaligen hohen Diele kennzeich-
net, teilweise erneuert. In dem mit drei Fenstern
belichteten, zweiten Obergeschoss außermittig
südlich der Ansatz einer früheren Rundbo-
genöffnung erkennbar, wie sie darüber im zwei-
ten Geschoss des Steilgiebels als Ladeluke,
eingefasst von dunkel glasierten Viertelkreis-
formsteinen, erhalten ist. Rechts davon kleine-
re, einfache Segmentbogenfenster und an der
Nordtraufe eine Staffel mit kleeblattbogiger
Zwillingsblende auf Tausteinsäulchen. Erschlie-
ßung von der Westseite über einen Mittel-
längsflur, an dessen südöstlichem Ende eine
Treppe mit schlankem Traijengeländer (1858)
die Verbindung zu den Obergeschossen her-
stellt. Darunter Abgang zu dem aus zwei paral-
lelen Räumen mit Segmentbogengewölbe
bestehenden Keller von ca. drei Metern Schei-
telhöhe, der im 16. und noch im 18.Jh. als
Wohnkeller diente. Das Sparrendach von 16
Gespärren, im ersten Dachgeschoss mit drei
zweiachsigen Schleppgauben nach Norden zu
Wohnzwecken ausgebaut, steifen zwei ange-
blattete Kehlbalkenlagen und lange Windrispen
aus. Im ersten Dachgeschoss außermittig nörd-
lich ein stehender Stuhl, dessen Säulen mit
Sattelhölzern eine Basis- und Kapitellaus-
bildung zeigen. Vor dem Westgiebel des zwei-
ten Dachgeschosses ein Windenrad.
- Hinterflügel mit einer ins 19.Jh. zurückrei-
chenden Gaststättennutzung. Der zweige-
schossige Backsteinbau unter einem niedrige-
ren Satteldach bündig mit dem Vorderhaus
wohl gleichzeitig errichtet. Im Zuge eines nach
Plänen von W. Matthies 1902 für E. Ziegler aus-
geführten Umbaus das Zwischengeschoss ent-
fernt, der Erdgeschossfußboden erhöht und die
Nordfassade im Bereich des nun hohen, ver-
putzten Erdgeschosses neu gestaltet: Vier
hochrechteckigen Fenstern im Westen folgt der
rundbogige Eingang zur Gaststätte, links dane-
ben zur großzügigen Belichtung des Gastraums
ein gekuppeltes Rundbogenfenster auf kleiner
Säule unter einer kielbogigen Verdachung und
schließlich die Tür zum Hofdurchgang. Die
Zargenrahmen der vier- bzw. sechsflügeligen
Obergeschossfenster besitzen rechteckige
Pfosten mit Viertelstäben an den Kanten. Den
von Abbruchspuren bzw. teilweise erneuertem
Mauerwerk gezeichneten Ostgiebel schließt im
Dreieck eine schlichte Fachwerkkonstruktion
mit quadratischen Gefachen ab. Die backstein-
sichtige südliche Traufwand, im westlichen
Abschnitt leicht eingezogen, weist vor allem im
Bereich der Öffnungen zahlreiche Störungen
des Mauerwerks auf, die sich im Obergeschoss
anhand der erhaltenen Segmentbogen in ihrer
ursprünglichen Gestalt nachvollziehen lassen.
Der von der südlichen Traufseite zugängliche
Keller mit einem im Scheitel ca. 2,20 Meter
hohen Segmentbogengewölbe erstreckt sich
unter dem westlichen Gebäudebereich und
nimmt in der Südwand tiefe Nischen ohne
Formsteine auf. Eine ehemalige Verbindung
zum Vorderhaus ist vermauert.
-Wirtschaftsgebäude. Ehemaliger Pferdestall in
Fachwerk der 2. Hälfte des 18. Jh. mit jüngerem
Pultdach, der 1990 saniert wurde.
KLOSTERGANG
Die ehemals an der nordöstlichen Klostermauer
des Benediktinerklosters St. Michael entlang-
führende und seit 1860 Klostergang genannte
Straße, die nach Plänen von 1765 und 1802
zuvor als Teilstück der Straße Am Iflock galt,
erstreckt sich von dieser ausgehend in nordöst-
liche Richtung, um nach ca. 90 Metern auf die
Egersdorffstraße zu treffen. Das gesamte
Terrain auf der Westseite der einst schmalen
Gasse nahm der Verdener Hof ein, der dem
Verdener Bischof und seinem Domkapitel als
städtische Niederlassung diente und als Aus-
stellungsort zahlreicher Urkunden bezeugt ist
(„curia episcopalis“, 1438). Das Anwesen ge-
langte nach der Säkularisierung des Stifts an
die schwedische Krone und ging 1679 an das
Herzogshaus Braunschweig-Lüneburg, indem
die Celler Linie den Bischofshof und die
Wolfenbütteler Linie den Kapitelhof erhielt. Zu-
nächst erwarben die Stechinelli beide Höfe, die
nach einem Besitzerwechsel 1755 schließlich
vom Magistrat der Stadt 1763 an mehrere
Eigentümer veräußert wurden. An die einst hier
stehenden Baulichkeiten erinnert nur noch die
seit 1869 geführte Bezeichnung „Im Verdener
Hof“. Auch der gegenüber, auf der Ostseite des
Klostergangs gelegene Rotenburger Hof gehör-
te zum Verdener Stift bzw. dessen Amt
Rotenburg. Nach mehrfachen Eigentümer-
wechseln gelangte er 1762 an den Lüneburger
Magistrat.
Heute ist beidseitig der Straße eine geschlosse-
ne Wohnbebauung vorzufinden, die, im Nord-
abschnitt bereits teilweise ersetzt, überwiegend
im ersten Jahrzehnt des 20.Jh. entstand, indem
der Straßenquerschnitt durch Zurücklegung der
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