geschlossen, straßenseitig im Bereich der bei-
den Ostachsen eine Backstube eingebaut, der
sich nach Norden ein großer Ofen anschloss.
Der östliche Gebäudeteil, konstruktiv dem Haus
Nr. 7 angegliedert, zeigt eine vierachsige, back-
steinsichtige Fassade. In der zweiten Achse von
Osten, der ehemaligen, noch am Rundbogen
erkennbaren Eingangsachse, im Obergeschoss
eine rundbogige Speichertür und im Dach ein
Aufzugserker. Hofseitig unter dem in Fachwerk
aufgeführten Obergeschoss an der Nordmauer
Reste eines älteren Backofens erkennbar. An
gleicher Stelle innen der 1908 eingebaute Ofen
sowie ein Rauchabzug erhalten. Unter dem
südwestlichen Hausbereich ein quer zum First
gelegener Keller mit Segmentbogentonne von
ca. 1,70 Metern Scheitelhöhe. Deuten bereits
die an der westlichen Längsseite vermauerten
Findlinge auf ein hohes Alter des Gebäudes hin,
findet diese Annahme Bestätigung durch die
mit Ziegelstempeln der Zeit des frühen 15.Jh.
versehenen Fasensteine der Pfeilervorlagen an
der westlichen Giebelwand. Dachwerk von fünf
Gespärren mit zwei angeblatteten Kehlbalken-
lagen und einem vermutlich nachträglich außer-
mittig eingestellten, stehenden Stuhl. Vor dem
in Fachwerk aus dünnen Hölzern aufgeführten
Ostgiebel eine angeblattete, mittige Hochsäule.
Großes Windenrad mit horizontaler Welle. Der
eingeschossige westliche Trakt mit Zwischen-
geschoss, vermutlich im 16.Jh. entstanden,
nach der Sanierung in den 1980er Jahren mit
Schleppgauben im Satteldach. Die Backstein-
fassade wieder von dem geöffneten wandho-
hen Spitzbogenportal mit einer Laibung aus
Wulst, Tau- und Birnstab sowie der 1908 er-
neuerten Auslucht im Ostabschnitt bestimmt.
Am Fenster darüber innen der Rest einer
Tausteinrahmung. Seit 1894 anstelle der vor-
maligen Diele westlich eine Hofdurchfahrt, die
ebenso wie das rückwärtige Obergeschoss in
Fachwerk ausgeführt ist.
Obere Schrangenstraße 18. Zweigeschossiges
Wohnhaus unter Satteldach, das sich 1845 der
Tischlermeister F. C. Meinshausen über einem
älteren Keller errichtete. Die Rückseite back-
steinsichtig und heute von einer 1989 eingefüg-
ten breiten Gaube geprägt. In schlichten klassi-
zistischen Formen instrumentierte, 14,30 Meter
lange Fassade von sieben faschenlos ein-
geschnittenen Achsen, beherrscht von einem
erst 1891 aufgesetzten mittigen, dreiachsigen
Zwerchhaus, das seitlich je eine Gaube begleitet.
Betont lagerndes Erscheinungsbild durch eine
Putzquaderung des Erdgeschosses, einen brei-
ten, von Gurt- und Sohlbankgesims ausge-
grenzten Friesstreifen sowie das ausladende
Kranzgesims, das Rosetten und Hängeplatten
schmücken. Im Übrigen beschränkt sich der
zurückhaltend eingesetzte Dekor auf den Ein-
gangsbereich, den eine auf akanthusge-
schmückten Konsolen ruhende, gerade Tür-
verdachung und eine dreifeldrige Füllungstür mit
unterschiedlich ornamentierten Kassetten her-
vorheben. Vom Mittelflur führt mittig nach rechts
eine gekrümmt verlaufende Treppe mit wirtel-
besetztem Traljengeländer ins Obergeschoss.
Daneben Abgang zu dem unter der westlichen
Hauszone liegenden Keller mit einem balkenge-
deckten und mehreren kleinen, segmentbogig
gewölbten Räumen, die teils mit Feldsteinen ge-
pflastert sind und vielleicht von einem Vorgän-
gerbau des 15.Jh. stammen könnten.
Obere Schrangenstraße 21. Anstelle zweier ein-
geschossiger Gebäude 1855 nach Plänen des
Zimmermanns J. G. Lendorf für den Schlachter
F. W. Kronacher errichtetes, westlich freistehen-
des Wohnhaus. Dreigeschossiger, traufständi-
ger Baukörper von kompakter Wirkung, beru-
hend auf der noch an klassizistischen Prinzipien
orientierten Fassadenkonzeption, jedoch in
Formen des neugotischen „castle style“ gestal-
tet. Ursprünglich im Erdgeschoss außen links
eine segmentbogige Hofdurchfahrt und rechts
davon ein dreiteiliges, maßwerkversprosstes
Ladenfenster, das 1914/15 durch zwei Wohn-
raumfenster ersetzt wurde. Die Rückseite
bereits 1914 durch einen Anbau verändert.
Straßenseitig grenzt das von einem feinen
Quäderschnitt überzogene Erdgeschoss ein
profiliertes Gesims von den beiden Oberge-
schossen ab, die in einer glatten, durchgehen-
den Putzfläche zusammengefasst sind und mit
einem kräftigen Konsolgesims abschließen. Die
Wand strukturieren die zu einer mittleren Dreier-
und zwei seitlichen Zweiergruppen zusammen-
gerückten Fenster, die mit profiliertem Gewän-
de einschneiden. Dabei werden die leicht stich-
bogigen des ersten Obergeschosses durch ein
abknickendes Bogenbegleitprofil, die rechtecki-
gen des oberen Geschossen durch eine kon-
solgestützte Sohlbank zusammengefasst. In
der dritten Achse von Westen die zweiflügelige
Tür mit vier blumengeschmückten Kassetten-
füllungen, pilasterförmiger Schlagleiste und
Oberlicht mit Andreaskreuzen. Mittig im Flur
westlich gekrümmt verlaufende Treppe mit
Traljengeländer. Der Keller nimmt außer zwei
hohen, quer zum First angelegten Räumen des
19.Jh. kleinere, wohl einer Vorgängerbebauung
angehörende, tonnengewölbte Räume im süd-
lichen Bereich auf.
PAPENSTRASSE
Schmale Gasse in östlicher Fortsetzung der
Glockenstraße, die den Baublock, auf dem die
St. Johanniskirche liegt, geradlinig im Norden
begrenzt. Ihr Name, abgeleitet von den im
Mittelalter hier zahlreich wohnenden Vikaren,
setzte sich erst nach der Reformation durch.
Zuvor wurde sie ab dem späten 15.Jh. in
euphemistischer Umdeutung der hier offenbar
herrschenden Verunreinigung „Goldstraße“
genannt. Neben Geistlichen waren auf der
Südseite auch bürgerliche Eigentümer nieder-
gelassen, z.B. 1498 der Ratmann Scheie; 1565
besaß der Rat der Stadt ein Wohnhaus „in der
papen oder goldstraten an der sudersiden“. Ein
kleines Haus, ebenfalls innerhalb der südlichen
Bebauung, verkauften 1635 zwei Brüder Elver
an die Buchdrucker Johann und Heinrich Stern.
Mit Ausnahme der Ostecke, an der 1875 die
beiden Häuser Nr. 10 und Nr. 11 abgebrochen
wurden, tritt die Südseite als geschlossene
Bauflucht meist traufständiger Backsteinhäuser
in Erscheinung, die mindestens aus dem 16.Jh.
stammen. Von Westen betrachtet, ragen durch
ihr Bauvolumen zum einen das giebelständige
Gebäude Nr. 3 mit niedrigerem Nebenhaus (Nr.
2) und das anschließende Traufenhaus Nr. 4
heraus. Zum Kirchenkasten von St. Johannis
gehörend, diente Letzteres seit dem 17.Jh. bis
1839, als es in Privatbesitz überging, den Kon-
rektoren des Johanneums als Wohnung. Das
1983 restaurierte Gebäude verfügt zwar im
Inneren über keine historischen Strukturen
mehr, dokumentiert aber straßenseitig eine
Überarbeitung des späten 18.Jh. mit gleichför-
miger Reihung von sieben Fensterachsen unter
scheitrechten Stürzen und einem Karniesprofil
entlang der Traufe. Zu dem mittigen Rund-
bogenportal korrespondiert in dem heute gau-
benbesetzten Satteldach ein Aufzugserker. Im
Obergeschoss der Südseite belegen Seg-
mentbogenöffnungen die ursprünglich ältere
Substanz des Hauses (wohl 16.Jh.), die eben-
so bei dem hell verputzten Giebelhaus Nr. 5 zu
vermuten ist.
Die zum Areal des 1382 angesiedelten Klosters
Heiligental gehörende Nordseite der Straße war
laut einem Inventar 1530 mit mehreren Buden
aus Klosterbesitz bebaut. Der Stadtplan von
1598 verzeichnet auf diesen Parzellen östlich
des Hofflügels Am Berge 25 mit Ausnahme
eines giebelständigen Gebäudes traufständige
Häuser. Heute von einem heterogenen Erschei-
nungsbild gekennzeichnet, fügen sich als Ge-
bäude mit historischer Substanz in die ur-
sprüngliche Bauflucht nur die beiden Häuser
Nr. 13 und Nr. 14 ein, östlich gefolgt von einem
modernen Ersatzbau. Die westlich anschließen-
de, großzügig zugeschnittene Liegenschaft Nr.
15 bot sich nach Abriss eines frühneuzeitlichen
Vorgängers 1911 als Bauplatz für die neu ein-
gerichtete „Kinderwarteschule“ an. Den Stra-
ßenbelag aus diagonal verlegten Kopfsteinen
ergänzen vor den Häusern der Südseite ein
Belag aus Lesesteinen und auf der Nordseite
ein schmalerer Streifen roter Ziegel.
Papenstraße 1. Traufständiges Wohnhaus an
der Südseite der Straße. 1594i aufgeführter
Fachwerkbau für die 1499 von der Witwe Hylle-
ke Blickershusen gestifteten Freiwohnungen;
bis 1811 in dieser Funktion bestehend. Ein-
geschossiges Wohnhaus über niedrigem
Backsteinsockel von neun Gefach Länge mit
zwei Riegelketten. Abgesehen von jüngeren
Schleppgauben auf beiden Traufseiten des mit
einer Kehlbalkenlage konstruierten Satteldachs
nach Norden mittig ein schmales Zwerchhaus
mit Freigespärre. Der Eingang darunter reich
gestaltet mit einer Rahmung aus profilierten und
von Kerbschnittmustern beschnitzten Ständern
und geschweiftem Sturz. Im Riegel darüber
niederdeutsche Inschrift mit Stiftungs- und
Baudatum. In der nordöstlichen Hausecke klei-
ner Teilkeller mit Balkendecke.
Papenstraße 2, 3. Giebelständiger, auf das
14.Jh. zurückgehender Backsteinbau (Nr. 3),
der 1635 aus dem Besitz von zwei Brüdern
Elver an Heinrich von Stern verkauft wurde (s.
Am Sande 30, 31). Die durch Tausteinreihen
dreigeschossig gegliederte Fassade des zuletzt
1983 restaurierten Hauses bereits im 16.Jh.
verändert und heute großzügig durchfenstert.
Nach Westen aus der Mittelachse verschobe-
nes Spitzbogenportal des 14.Jh. mit dreifach
gestuftem und im Schichtenwechsel mit gla-
sierten Steinen gemauertem Gewände, dessen
Archivolten aus einer dreifachen Kehle zwi-
523
den Ostachsen eine Backstube eingebaut, der
sich nach Norden ein großer Ofen anschloss.
Der östliche Gebäudeteil, konstruktiv dem Haus
Nr. 7 angegliedert, zeigt eine vierachsige, back-
steinsichtige Fassade. In der zweiten Achse von
Osten, der ehemaligen, noch am Rundbogen
erkennbaren Eingangsachse, im Obergeschoss
eine rundbogige Speichertür und im Dach ein
Aufzugserker. Hofseitig unter dem in Fachwerk
aufgeführten Obergeschoss an der Nordmauer
Reste eines älteren Backofens erkennbar. An
gleicher Stelle innen der 1908 eingebaute Ofen
sowie ein Rauchabzug erhalten. Unter dem
südwestlichen Hausbereich ein quer zum First
gelegener Keller mit Segmentbogentonne von
ca. 1,70 Metern Scheitelhöhe. Deuten bereits
die an der westlichen Längsseite vermauerten
Findlinge auf ein hohes Alter des Gebäudes hin,
findet diese Annahme Bestätigung durch die
mit Ziegelstempeln der Zeit des frühen 15.Jh.
versehenen Fasensteine der Pfeilervorlagen an
der westlichen Giebelwand. Dachwerk von fünf
Gespärren mit zwei angeblatteten Kehlbalken-
lagen und einem vermutlich nachträglich außer-
mittig eingestellten, stehenden Stuhl. Vor dem
in Fachwerk aus dünnen Hölzern aufgeführten
Ostgiebel eine angeblattete, mittige Hochsäule.
Großes Windenrad mit horizontaler Welle. Der
eingeschossige westliche Trakt mit Zwischen-
geschoss, vermutlich im 16.Jh. entstanden,
nach der Sanierung in den 1980er Jahren mit
Schleppgauben im Satteldach. Die Backstein-
fassade wieder von dem geöffneten wandho-
hen Spitzbogenportal mit einer Laibung aus
Wulst, Tau- und Birnstab sowie der 1908 er-
neuerten Auslucht im Ostabschnitt bestimmt.
Am Fenster darüber innen der Rest einer
Tausteinrahmung. Seit 1894 anstelle der vor-
maligen Diele westlich eine Hofdurchfahrt, die
ebenso wie das rückwärtige Obergeschoss in
Fachwerk ausgeführt ist.
Obere Schrangenstraße 18. Zweigeschossiges
Wohnhaus unter Satteldach, das sich 1845 der
Tischlermeister F. C. Meinshausen über einem
älteren Keller errichtete. Die Rückseite back-
steinsichtig und heute von einer 1989 eingefüg-
ten breiten Gaube geprägt. In schlichten klassi-
zistischen Formen instrumentierte, 14,30 Meter
lange Fassade von sieben faschenlos ein-
geschnittenen Achsen, beherrscht von einem
erst 1891 aufgesetzten mittigen, dreiachsigen
Zwerchhaus, das seitlich je eine Gaube begleitet.
Betont lagerndes Erscheinungsbild durch eine
Putzquaderung des Erdgeschosses, einen brei-
ten, von Gurt- und Sohlbankgesims ausge-
grenzten Friesstreifen sowie das ausladende
Kranzgesims, das Rosetten und Hängeplatten
schmücken. Im Übrigen beschränkt sich der
zurückhaltend eingesetzte Dekor auf den Ein-
gangsbereich, den eine auf akanthusge-
schmückten Konsolen ruhende, gerade Tür-
verdachung und eine dreifeldrige Füllungstür mit
unterschiedlich ornamentierten Kassetten her-
vorheben. Vom Mittelflur führt mittig nach rechts
eine gekrümmt verlaufende Treppe mit wirtel-
besetztem Traljengeländer ins Obergeschoss.
Daneben Abgang zu dem unter der westlichen
Hauszone liegenden Keller mit einem balkenge-
deckten und mehreren kleinen, segmentbogig
gewölbten Räumen, die teils mit Feldsteinen ge-
pflastert sind und vielleicht von einem Vorgän-
gerbau des 15.Jh. stammen könnten.
Obere Schrangenstraße 21. Anstelle zweier ein-
geschossiger Gebäude 1855 nach Plänen des
Zimmermanns J. G. Lendorf für den Schlachter
F. W. Kronacher errichtetes, westlich freistehen-
des Wohnhaus. Dreigeschossiger, traufständi-
ger Baukörper von kompakter Wirkung, beru-
hend auf der noch an klassizistischen Prinzipien
orientierten Fassadenkonzeption, jedoch in
Formen des neugotischen „castle style“ gestal-
tet. Ursprünglich im Erdgeschoss außen links
eine segmentbogige Hofdurchfahrt und rechts
davon ein dreiteiliges, maßwerkversprosstes
Ladenfenster, das 1914/15 durch zwei Wohn-
raumfenster ersetzt wurde. Die Rückseite
bereits 1914 durch einen Anbau verändert.
Straßenseitig grenzt das von einem feinen
Quäderschnitt überzogene Erdgeschoss ein
profiliertes Gesims von den beiden Oberge-
schossen ab, die in einer glatten, durchgehen-
den Putzfläche zusammengefasst sind und mit
einem kräftigen Konsolgesims abschließen. Die
Wand strukturieren die zu einer mittleren Dreier-
und zwei seitlichen Zweiergruppen zusammen-
gerückten Fenster, die mit profiliertem Gewän-
de einschneiden. Dabei werden die leicht stich-
bogigen des ersten Obergeschosses durch ein
abknickendes Bogenbegleitprofil, die rechtecki-
gen des oberen Geschossen durch eine kon-
solgestützte Sohlbank zusammengefasst. In
der dritten Achse von Westen die zweiflügelige
Tür mit vier blumengeschmückten Kassetten-
füllungen, pilasterförmiger Schlagleiste und
Oberlicht mit Andreaskreuzen. Mittig im Flur
westlich gekrümmt verlaufende Treppe mit
Traljengeländer. Der Keller nimmt außer zwei
hohen, quer zum First angelegten Räumen des
19.Jh. kleinere, wohl einer Vorgängerbebauung
angehörende, tonnengewölbte Räume im süd-
lichen Bereich auf.
PAPENSTRASSE
Schmale Gasse in östlicher Fortsetzung der
Glockenstraße, die den Baublock, auf dem die
St. Johanniskirche liegt, geradlinig im Norden
begrenzt. Ihr Name, abgeleitet von den im
Mittelalter hier zahlreich wohnenden Vikaren,
setzte sich erst nach der Reformation durch.
Zuvor wurde sie ab dem späten 15.Jh. in
euphemistischer Umdeutung der hier offenbar
herrschenden Verunreinigung „Goldstraße“
genannt. Neben Geistlichen waren auf der
Südseite auch bürgerliche Eigentümer nieder-
gelassen, z.B. 1498 der Ratmann Scheie; 1565
besaß der Rat der Stadt ein Wohnhaus „in der
papen oder goldstraten an der sudersiden“. Ein
kleines Haus, ebenfalls innerhalb der südlichen
Bebauung, verkauften 1635 zwei Brüder Elver
an die Buchdrucker Johann und Heinrich Stern.
Mit Ausnahme der Ostecke, an der 1875 die
beiden Häuser Nr. 10 und Nr. 11 abgebrochen
wurden, tritt die Südseite als geschlossene
Bauflucht meist traufständiger Backsteinhäuser
in Erscheinung, die mindestens aus dem 16.Jh.
stammen. Von Westen betrachtet, ragen durch
ihr Bauvolumen zum einen das giebelständige
Gebäude Nr. 3 mit niedrigerem Nebenhaus (Nr.
2) und das anschließende Traufenhaus Nr. 4
heraus. Zum Kirchenkasten von St. Johannis
gehörend, diente Letzteres seit dem 17.Jh. bis
1839, als es in Privatbesitz überging, den Kon-
rektoren des Johanneums als Wohnung. Das
1983 restaurierte Gebäude verfügt zwar im
Inneren über keine historischen Strukturen
mehr, dokumentiert aber straßenseitig eine
Überarbeitung des späten 18.Jh. mit gleichför-
miger Reihung von sieben Fensterachsen unter
scheitrechten Stürzen und einem Karniesprofil
entlang der Traufe. Zu dem mittigen Rund-
bogenportal korrespondiert in dem heute gau-
benbesetzten Satteldach ein Aufzugserker. Im
Obergeschoss der Südseite belegen Seg-
mentbogenöffnungen die ursprünglich ältere
Substanz des Hauses (wohl 16.Jh.), die eben-
so bei dem hell verputzten Giebelhaus Nr. 5 zu
vermuten ist.
Die zum Areal des 1382 angesiedelten Klosters
Heiligental gehörende Nordseite der Straße war
laut einem Inventar 1530 mit mehreren Buden
aus Klosterbesitz bebaut. Der Stadtplan von
1598 verzeichnet auf diesen Parzellen östlich
des Hofflügels Am Berge 25 mit Ausnahme
eines giebelständigen Gebäudes traufständige
Häuser. Heute von einem heterogenen Erschei-
nungsbild gekennzeichnet, fügen sich als Ge-
bäude mit historischer Substanz in die ur-
sprüngliche Bauflucht nur die beiden Häuser
Nr. 13 und Nr. 14 ein, östlich gefolgt von einem
modernen Ersatzbau. Die westlich anschließen-
de, großzügig zugeschnittene Liegenschaft Nr.
15 bot sich nach Abriss eines frühneuzeitlichen
Vorgängers 1911 als Bauplatz für die neu ein-
gerichtete „Kinderwarteschule“ an. Den Stra-
ßenbelag aus diagonal verlegten Kopfsteinen
ergänzen vor den Häusern der Südseite ein
Belag aus Lesesteinen und auf der Nordseite
ein schmalerer Streifen roter Ziegel.
Papenstraße 1. Traufständiges Wohnhaus an
der Südseite der Straße. 1594i aufgeführter
Fachwerkbau für die 1499 von der Witwe Hylle-
ke Blickershusen gestifteten Freiwohnungen;
bis 1811 in dieser Funktion bestehend. Ein-
geschossiges Wohnhaus über niedrigem
Backsteinsockel von neun Gefach Länge mit
zwei Riegelketten. Abgesehen von jüngeren
Schleppgauben auf beiden Traufseiten des mit
einer Kehlbalkenlage konstruierten Satteldachs
nach Norden mittig ein schmales Zwerchhaus
mit Freigespärre. Der Eingang darunter reich
gestaltet mit einer Rahmung aus profilierten und
von Kerbschnittmustern beschnitzten Ständern
und geschweiftem Sturz. Im Riegel darüber
niederdeutsche Inschrift mit Stiftungs- und
Baudatum. In der nordöstlichen Hausecke klei-
ner Teilkeller mit Balkendecke.
Papenstraße 2, 3. Giebelständiger, auf das
14.Jh. zurückgehender Backsteinbau (Nr. 3),
der 1635 aus dem Besitz von zwei Brüdern
Elver an Heinrich von Stern verkauft wurde (s.
Am Sande 30, 31). Die durch Tausteinreihen
dreigeschossig gegliederte Fassade des zuletzt
1983 restaurierten Hauses bereits im 16.Jh.
verändert und heute großzügig durchfenstert.
Nach Westen aus der Mittelachse verschobe-
nes Spitzbogenportal des 14.Jh. mit dreifach
gestuftem und im Schichtenwechsel mit gla-
sierten Steinen gemauertem Gewände, dessen
Archivolten aus einer dreifachen Kehle zwi-
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