Schlägertwiete 23, 22
einem Deutschen Band als Stockwerk- und
einem Traufgesims über eine formal aufwändi-
gere Gestaltung verfügt. Wie im Nachbarhaus
waren über den stichbogig gewölbten Teil-
kellern insgesamt vier, über einen Mittelflur
erschlossene Wohnungen untergebracht, je-
weils mit Küche und Kammer zum Hof und
Schlägertwiete 5a, 5b, 5, 5c, 5d. Zweige-
schossiges traufständiges Reihenhaus aus fünf
Einheiten. 1610d als rückwärtige Begrenzung
des Anwesens Salzstraße 19/20 der Patrizier-
familie Töbing errichtet, die noch im Jahr 1800
Eigentümer war. In der zweiten Hälfte des
19.Jh. treten als Besitzer der inzwischen einzeln
liehen seit 1923 zusammengefasst) vor und
zeigt in der gemustert ausgefachten Brüstungs-
zone paarweise angeordnete Fußbänder (stra-
ßenseitig z.T. verändert). Das Haus Nr. 5 doku-
mentiert nach dem Rückbau eines 1881 vorge-
nommenen Dachausbaus einen möglichen
historischen Zustand: In der linken Eingangs-
achse liegen übereinander der mit einem Tau-
stabprofil geschmückte Rundbogeneingang
aus Viertelkreissteinen, die gefachhohe Spei-
chertür unter Kielbogensturz (bez. 1610) im
Obergeschoss und ein rekonstruiertes Kran-
haus im Satteldach. Südlich des Eingangs eine
steinerne Wappentafel (dat. 1610) mit den drei
Patrizierwappen der Bauherrschaft: links das
der Familie Mutzeltin, mittig das der Töbing und
rechts das der Düsterhop (Hartwig Töbing war
in erster Ehe mit Magdalena Mutzeltin, in zwei-
ter Ehe mit Margareta Düsterhop verheiratet).
Das Doppelhaus Nr. 5c/5d besaß ebenfalls
ursprünglich zwei mittige Eingänge, wurde aber
1923 in der bestehenden Form mit linksseiti-
gem Eingang unter Segmentbogenoberlicht
und rechts davon angeordnetem Stichbogen-
fenster verändert. Die 2006 noch laufende
Sanierung des Hauses sieht eine Rekons-
truktion in Anlehnung an den Zustand vor 1923
mit Einfügung der beiden mittleren Türen, den
darüberliegenden Brettertüren unter geschweif-
tem Sturz zur Beschickung des Oberge-
schosses und eines Zwerchhauses mit Lade-
luke über der linken Achse vor. In der West-
wand des Erdgeschosses im Hausteil 5c zwei
wandhohe Segmentbogennischen. Den Keller
unter der nördlichen Haushälfte (Nr. 5d) schloss
bis 1923 eine damals massiv ersetzte Balken-
decke, während Nr. 5, 5a und 5c über einen
segmentbogig gewölbten Teilkeller zur Straße
hin verfügen. Gemeinsames Dachwerk von 21
Gespärren aus Eiche und Nadelholz als zweifa-
ches Kehlbalkendach mit mittig stehendem
Stuhl im ersten Dachgeschoss und angeblatte-
ten Balken aufgeschlagen.
Schlägertwiete 23. Zweigeschossiges trauf-
ständiges Wohnhaus in geschlossener Flucht
mit Nr. 22. 1769 ist das Haus im Besitz des
Salzmessers Otto Friedrich Bunstorff verzeich-
net, seit 1775 im Eigentum des Sülzvogts
Pödicke. Den nicht unterkellerten Backsteinbau
(1751i) unter steilem Satteldach erschließt in
der Nordachse eine Rundbogentür, deren
Bandrahmung mit Keiistein das einzige schmü-
ckende Fassadenelement bildet. Der Stein
nennt als Erbauungsdatum 1751, als weiteres
Datum 1774 samt initialen. Zwei Zargen-
rahmenfenster im Erdgeschoss sowie vier wei-
tere, hoch sitzende im Obergeschoss struktu-
rieren die geschlämmte Wandfläche.
SCHRÖDERSTRASSE
einer Stube zur Straße hin ausgestattet. Als
rückwärtige Bebauung des Anwesens Heiligen-
geiststraße 18, 19 ist der schlichte zweige-
schossige Ziegelbau des 19.Jh. Nr. 21/22 mit
der Schmalseite unter abgewalmtem Dach der
Schlägertwiete zugewandt und sowohl über
diese als auch die langgestreckte Traufseite
erschlossen. Einbezogen sind im Keller die
Umfassungswände des Vorgängerbaus.
ausparzellierten Gebäudeteile z.B. ein Salzsie-
der, ein Fuhrmann, ein Lumpensammler, ein
Haartuchmacher und Arbeiter in Erscheinung.
Hohes Erdgeschoss aus Klosterformatziegeln
in unregelmäßigem Blockverband; im Sockel-
bereich teilweise gespaltene Findlinge vermau-
ert. Der niedrigere Speicherstock kragt über
Knaggen in einer Fachwerkkonstruktion von je
vier Gefach Breite pro Einheit (die beiden nörd-
Die Schröderstraße (d.h. Schrader, Schneider)
bildet den geraden Mittelabschnitt der Wege-
führung, die ausgehend von der Grapengießer-
straße das zwischen Neuer Sülze im Westen
und Bäckerstraße im Osten gelegene Areal in
Süd-Nord-Richtung unterteilt. Ursprünglich galt
die Bezeichnung ebenso für den nördlich fol-
genden Teil, der erst nach dem Bau der Münze
im 15.Jh. umbenannt wurde. In der „platea sar-
560
einem Deutschen Band als Stockwerk- und
einem Traufgesims über eine formal aufwändi-
gere Gestaltung verfügt. Wie im Nachbarhaus
waren über den stichbogig gewölbten Teil-
kellern insgesamt vier, über einen Mittelflur
erschlossene Wohnungen untergebracht, je-
weils mit Küche und Kammer zum Hof und
Schlägertwiete 5a, 5b, 5, 5c, 5d. Zweige-
schossiges traufständiges Reihenhaus aus fünf
Einheiten. 1610d als rückwärtige Begrenzung
des Anwesens Salzstraße 19/20 der Patrizier-
familie Töbing errichtet, die noch im Jahr 1800
Eigentümer war. In der zweiten Hälfte des
19.Jh. treten als Besitzer der inzwischen einzeln
liehen seit 1923 zusammengefasst) vor und
zeigt in der gemustert ausgefachten Brüstungs-
zone paarweise angeordnete Fußbänder (stra-
ßenseitig z.T. verändert). Das Haus Nr. 5 doku-
mentiert nach dem Rückbau eines 1881 vorge-
nommenen Dachausbaus einen möglichen
historischen Zustand: In der linken Eingangs-
achse liegen übereinander der mit einem Tau-
stabprofil geschmückte Rundbogeneingang
aus Viertelkreissteinen, die gefachhohe Spei-
chertür unter Kielbogensturz (bez. 1610) im
Obergeschoss und ein rekonstruiertes Kran-
haus im Satteldach. Südlich des Eingangs eine
steinerne Wappentafel (dat. 1610) mit den drei
Patrizierwappen der Bauherrschaft: links das
der Familie Mutzeltin, mittig das der Töbing und
rechts das der Düsterhop (Hartwig Töbing war
in erster Ehe mit Magdalena Mutzeltin, in zwei-
ter Ehe mit Margareta Düsterhop verheiratet).
Das Doppelhaus Nr. 5c/5d besaß ebenfalls
ursprünglich zwei mittige Eingänge, wurde aber
1923 in der bestehenden Form mit linksseiti-
gem Eingang unter Segmentbogenoberlicht
und rechts davon angeordnetem Stichbogen-
fenster verändert. Die 2006 noch laufende
Sanierung des Hauses sieht eine Rekons-
truktion in Anlehnung an den Zustand vor 1923
mit Einfügung der beiden mittleren Türen, den
darüberliegenden Brettertüren unter geschweif-
tem Sturz zur Beschickung des Oberge-
schosses und eines Zwerchhauses mit Lade-
luke über der linken Achse vor. In der West-
wand des Erdgeschosses im Hausteil 5c zwei
wandhohe Segmentbogennischen. Den Keller
unter der nördlichen Haushälfte (Nr. 5d) schloss
bis 1923 eine damals massiv ersetzte Balken-
decke, während Nr. 5, 5a und 5c über einen
segmentbogig gewölbten Teilkeller zur Straße
hin verfügen. Gemeinsames Dachwerk von 21
Gespärren aus Eiche und Nadelholz als zweifa-
ches Kehlbalkendach mit mittig stehendem
Stuhl im ersten Dachgeschoss und angeblatte-
ten Balken aufgeschlagen.
Schlägertwiete 23. Zweigeschossiges trauf-
ständiges Wohnhaus in geschlossener Flucht
mit Nr. 22. 1769 ist das Haus im Besitz des
Salzmessers Otto Friedrich Bunstorff verzeich-
net, seit 1775 im Eigentum des Sülzvogts
Pödicke. Den nicht unterkellerten Backsteinbau
(1751i) unter steilem Satteldach erschließt in
der Nordachse eine Rundbogentür, deren
Bandrahmung mit Keiistein das einzige schmü-
ckende Fassadenelement bildet. Der Stein
nennt als Erbauungsdatum 1751, als weiteres
Datum 1774 samt initialen. Zwei Zargen-
rahmenfenster im Erdgeschoss sowie vier wei-
tere, hoch sitzende im Obergeschoss struktu-
rieren die geschlämmte Wandfläche.
SCHRÖDERSTRASSE
einer Stube zur Straße hin ausgestattet. Als
rückwärtige Bebauung des Anwesens Heiligen-
geiststraße 18, 19 ist der schlichte zweige-
schossige Ziegelbau des 19.Jh. Nr. 21/22 mit
der Schmalseite unter abgewalmtem Dach der
Schlägertwiete zugewandt und sowohl über
diese als auch die langgestreckte Traufseite
erschlossen. Einbezogen sind im Keller die
Umfassungswände des Vorgängerbaus.
ausparzellierten Gebäudeteile z.B. ein Salzsie-
der, ein Fuhrmann, ein Lumpensammler, ein
Haartuchmacher und Arbeiter in Erscheinung.
Hohes Erdgeschoss aus Klosterformatziegeln
in unregelmäßigem Blockverband; im Sockel-
bereich teilweise gespaltene Findlinge vermau-
ert. Der niedrigere Speicherstock kragt über
Knaggen in einer Fachwerkkonstruktion von je
vier Gefach Breite pro Einheit (die beiden nörd-
Die Schröderstraße (d.h. Schrader, Schneider)
bildet den geraden Mittelabschnitt der Wege-
führung, die ausgehend von der Grapengießer-
straße das zwischen Neuer Sülze im Westen
und Bäckerstraße im Osten gelegene Areal in
Süd-Nord-Richtung unterteilt. Ursprünglich galt
die Bezeichnung ebenso für den nördlich fol-
genden Teil, der erst nach dem Bau der Münze
im 15.Jh. umbenannt wurde. In der „platea sar-
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