Weiss, Gerd [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 22,2): Landkreis Lüneburg — Braunschweig, 1981

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BLECKEDE-WENDEWISCH

BOITZE

Wendewisch ist ein einreihiges Marschen-
hufendorf ca. 1,5 km südlich des Elbdeiches.
Im Gegensatz zum benachbarten Garlstorf
sind die Hofanlagen auf der deichabge-
wandten Straßenseite zurückgesetzt aufge-
reiht, wobei mit Ausnahme des ältesten
Baus Nr. 3 von 1688 die Wohngiebel der
Haupthäuser zur Straße ausgerichtet sind.
Die Nebengebäude verlaufen überwiegend
parallel zu den Hallenhäusern, liegen aber
weiter landeinwärts als diese. Im Bereich
der Hofstelle Nr. 20 befindet sich eine Sied-
lungskonzentration wohl von Abbauerstel-
len, die zu einer bereits im 18. Jh. stattge-
fundenen Störung der regelmäßigen Sied-
lungsstruktur geführt hat. Das Ortsbild ist
noch wesentlich durch die großen Propor-
tionen der Zweiständerbauten mit Halb-
walmdächern bestimmt, auch wenn diese
meist stärker verändert sind. Die Lage des
ehemaligen Gutes im Norden ist an der heu-
tigen Bebauung nicht nachvollziehbar. Im
Südwesten schließen sich die langen Flur-
stücke mit Knicks und Wassergräben an.

Bleckede-Wendewisch, Nr. 14, Wohngiebel, 1854


Bleckede-Wendewisch, Nr. 20 a, 1768


Bleckede-Wendewisch, Nr. 3, 1688


Das in einer Senke des Strau-Baches lie-
gende Boitze ist durch zwei Bebauungs-
schwerpunkte gekennzeichnet. Im Süden
umschließen die Hofanlagen eine platzarti-
ge Straßenerweiterung, im Norden lehnen
sich die wohl später entstandenen Höfe an
einen Weg in Ost-West-Richtung an. Außer
einigen Abbauerstellen ist kaum neue Be-
bauung hinzugekommen.
Die wohl ursprünglich vorhandene Rund-
lingsstruktur im Südteil ist durch die nahezu
vollständige Neubebauung der Grundstük-
ke um 1900 nur durch die Parzellierung zu er-
schließen. Das Gasthaus Nr. 4, ein gut ge-
gliederter Rohziegelbau mit Fachwerkgie-
bel schließt den Platz als Kopfbau ab. Als
ältester Bau hat sich der hinter einer Feld-
steinmauer und Eichen liegende Vierstän-
derbau Nr. 9 von 1841 erhalten. Auch im
Nordteil ist die Bebauung weitgehend um
1900 ersetzt worden. Der nach einem Brand
neuerrichtete Fachwerkbau Nr. 7 von 1949
knüpft an die Tradition des niedersächsi-
schen Hallenhauses an.

Westlich Boitzes liegen die drei Hofanlagen
Fladens, ein im Dreißigjährigen Krieg wüst
gewordener Ort, der wohl Anfang des 19. Jh.
neu besiedelt wurde.

BOITZE-AHNDORF

Das in der Stachau-Niederung gelegene
Ahndorf zeigt die Struktur eines halben
Rundlings. Von der Durchgangsstraße geht
eine platzartig erweiterte Stichstraße ab, um
die sich die Hofanlagen mit heute noch gie-
belständiger Ausrichtung der Gebäude
gruppieren (z. B. Nr. 3, Wohn-, Wirtschafts-
gebäude von 1837). Dagegen ist die häufig
ältere Fachwerksubstanz im einzelnen
meist stärker verändert.
Die Feldsteinmauern um die Hofanlagen tra-
gen wesentlich dazu bei, die Rundlings-
struktur deutlich werden zu lassen. Lediglich
das ehemalige Grundstück des wohl 1872
an den nördlichen Ortsrand ausgelagerten
Hofs Nr. 4, der einen geschlossenen Fach-
werkgebäudebestand aus dem letzten Drit-
tel des 19. Jh. aufweist, ist unbesetzt.



Boitze, Nr. 7,1949

Boitze, Nr. 9,1841

Boitze-Ahndorf, Nr. 3,1837


Boitze, Nr. 4, um 1910 Boitze-Seedorf, Nr. 3,1798


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