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im Westteil zu den ältesten des Landkreises, musste aber im 19.Jh. typische Grundrissveränderun-
gen und Erweiterungen durch den Hannoverschen Konsistorialrat C. W. Hase hinnehmen. Auf einer
älteren Feldsteinkirche mit gotischen bzw. spätgotischen Elementen basieren auch die 1425
geweihte kleine Gutskapelle in Hudemühlen/Hodenhagen, die Kirche in Wolterdingen/Soltau (wohl
14.Jh.) und auch die wohl erst um 1500 vollendete weitaus größere Schwarmstedter Kirche, die
sich jedoch als einzige dreischiffige Kirche (u.a. mit spätgotische Gewölbemalereien wohl des
16.Jh.) von dem üblichen dörflichen Kirchentypus des Kreises abhebt.
Die ältesten Kirchenbauten geben sich auch heute noch durch eine besondere topografische Lage
auf Hügeln oder sonstigen erhöhten Bereichen zu erkennen. Eines der eindrucksvollsten Beispiele
stellt die Bispinger Kirche dar, die oberhalb des steil zur Luhe abfallenden Geestrandes einen herr-
lichen Blick über die ausgedehnten Talwiesen aufweist, aber auch die Kirchen in Kirchwahlingen/
Böhme, Gilten oder Munster, die auf Inseln inmitten von feuchten Flussauen aufgebaut worden sind.
Einige dieser Kirchen waren als sog. Filialkirchen gestiftet worden. In der Nähe der Adelssitze gele-
gen, dienten sie den Familien meistens auch als Grabkapelle (Eickeloh, Dorfmark oder Hudemüh-
len). Sie standen aber auch zeitweise den Dorfbewohnern zur Verfügung wie u.a. in Rethem und
Bierde anstelle der nicht erreichbaren Pfarrkirchen während der häufigen Hochwasser.
In der Blütezeit der Renaissance, die der Reformation des Landes etwa seit der 2. Hälfte des 16.Jh.
gefolgt war, begann sich die bis ins 19.Jh. hinein fortsetzende Herrensitzkultur auf dem Lande
auszubreiten. In dieser Zeit wurden zahlreiche Adelssitze ausgebaut, in deren Konzeption oftmals
auch eine gutsherrliche Eigenkirche (Patrimonialkirche) einbezogen war, welche dem Gottesdienst
diente und auch Begräbnisstätten (Grüften) der Familien barg. 1600-1614 ließ die Familie v. Behr


Schwarmstedt, ev. Kirche St. Laurentius, um 1500, Grundriss und Schnitt (Die Kunstdenkmale, C. Wolff, S. 149)


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