Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Overview
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext

Ahlden, Große Str. 11, sog. Amtshaus, 1. Hälfte 18. Jh.

Ahlden, Große Str. 2, Schulgebäude, 1880


Ahlden, Große Str. 3, Wohnhaus, Anfang 18. Jh.


den dreiachsigen querriegelartigen Chor ge-
schlossen. Beide Bauteile liegen unter Satteldä-
chern und die Fassade wird durch Kolossalpi-
laster mit Giebeldreieck gebildet. Im Kirchenin-
neren ist beidseitig des klassizistischen Kanzel-
altars mit dorischer Säulenordnung eine zweige-
schossige Chorempore mit jeweils einer Trep-
penanlage eingebaut. Nur wenige Teile des von
der Prinzessin Sophie Dorothee reichlich gestif-
teten Kircheninventars ist noch in der Kirche
selbst zu finden.
Auf der begrünten nordseitigen Restfläche des
ehemaligen Kirchhofs, der im Westen von einer
niedrigen Feldsteinmauer eingefasst wird, ist un-
ter Bäumen ein klassizistisches Sandsteindenk-
mal von 1814 zu finden. An die nördliche Turm-
wand angelehnt, erinnert ein Ehrenmal mit ei-
nem Kruzifix an die Gefallenen des Ersten Welt-
krieges.
Die beiden heute zum Wohnen genutzten Ge-
bäude Große Straße 3 und 11 zu beiden Seiten
der Kirche, sind Nachfolgebauten der bei Brän-
den 1632, 1684 oder 1715 zerstörten Amtshö-
fe. Beide Fachwerkbauten heben sich durch ihre
Zweigeschossigkeit unter hohen Walmdächern
von der übrigen Bebauung des Fleckens ab und
lassen damit auch heute noch ihre herausgeho-
bene Bedeutung erkennen. Mit dem westlich
gelegenen sog. Amtshaus Nr. 11, später auch
Zollhaus genannt, in dem seit 1619 die Woh-
nung des Drosten untergebracht war, ist wohl
1715 das gesamte Archiv des Ortes verbrannt.
Im Unterschied zu der übrigen engen, giebel-
ständigen Bebauung der Ortslage liegt der
Nachfolgebau noch heute umgeben von Wirt-
schaftsgebäuden traufständig hinter der feld-
steingepflasterten Einfahrt mit platzartiger Erwei-
terung zurück. Es ist ein stattlicher aber schlich-
ter Bau mit sehr knapper Vorkragung des Ober-
geschosses und einer symmetrischen Gliede-
rung der siebenachsigen Traufseiten, der aus
der 1. Hälfte des 18. Jh. stammt und 1978 voll-
ständig renoviert und teilweise verändert wurde.
Auch das langgestreckte, symmetrisch geglie-
derte Wohnhaus, Nr. 3, in dem sich die sog.
zweite Beamtenwohnung in Ecklage gegenüber
dem Schloss befand, ist auf einer großzügigen
Hofanlage entstanden. Heute prägt der wohl zu
Anfang des 18. Jh. entstandene Baukörper mit
seiner hell gestrichenen, vertikal verbreiterten
Trauf- und Giebelseite den Ortseingang mit. Auf
der Westseite weist das unverkleidete Oberge-
schoss eine leichte Auskragung auf. Der ein-
geschossige giebelseitige Anbau wurde erst
1948 aus wiederverwendeten Teilen der beim
Brückenbeschuss zerstörten Hofscheune er-
baut.
Erst um 1880 ist auf dem ehemaligen Vorwerk-
gelände gegenüber der Kirche das Schulgebäu-
de, Große Straße 2 errichtet worden, das heute
als Cafe/Restaurant genutzt wird. Es ist ein
stattliches Fachwerkhaus, das hinter einem tie-
fen Vorgarten liegt und geprägt wird von dem
auffallend breiten, mit einem Vorgespärre deko-
rierten Zwerchhaus über dem symmetrisch ge-
gliederten Erdgeschoss.
Die Siedlung der sog. Bauernschaft ist westlich
im Anschluss an den Schlossbereich auf einer
hochwassergeschützten, etwa 25 m hohen Ter-

124
 
Annotationen