pflasterten Hoffläche mit Teich und Eichenbe-
stand liegt. Das 1734 erbaute, große reetge-
deckte Unterrähmgefüge mit leicht vorkragen-
dem Giebeltrapez unter Halbwalmdach ist nach
dem großen Sturm 1972 mit neuer Ausfachung
und z.T. ersetztem Fachwerk wieder aufgebaut
worden. Es steht auf einem behauenen Natur-
steinsockel und ist in den unteren Gefachen
horizontal verbohlt. Der kleine, heute als Pferde-
stall genutzte Hofschafstall nahe der Straße auf
Hof Riepe 4 ist ein verbohlter Wandständerbau
in Oberrähmverzimmerung unter reetgedecktem
Dreiviertelwalmdach und außermittiger Längs-
durchfahrt. Gegenüber den kleinen neueren
Fenstereinbauten ist eine Tür mit profiliertem
Türsturz wohl aus der Erbauungszeit in der 2.
Hälfte des 18.Jh. erhalten. Der denkmaiwerte
Treppenspeicher auf Hof Riepe 3 befindet sich
im Hintergrund der kurz nach 1900 aneinander
gebauten Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Er ist
vermutlich 1848 errichtet und nachträglich 1890
unterkellert worden. Es ist ein 1 1/2-geschossi-
ger, geräumiger Fachwerkbau auf hohem
Ziegelsockel mit geschossweise verbohltem
Gerüst in Hochrähmbauweise und der üblichen
Erschließung durch zwei nebeneinander liegen-
de traufseitigen Eingangstüren sowie einer über-
deckten Treppenanlage. Auf einer der wenigen
frühen Anbauerstellen Riepes, Nr. 11, weiter
südlich, ist ein konstruktiv ähnlicher, bereits in
der 2. Hälfte des 18.Jh. erbauter Treppenspei-
cher erwähnenswert.
Auf der nordwestlich in einem größeren Waldge-
biet liegenden Doppelhofanlage Amtsfelde
haben die beiden früheren Schafställe den
Modernisierungs- und Erneuerungsbestrebun-
gen standgehalten. Diese im Besitz des Hauses
von Ahlden und bis 1827 zum Amt Ahlden
gehörenden Vollhöfe sind siedlungsgeschichtlich
die jüngsten im Ortsteil Riepe. Der nordöstlich
außerhalb des Hofgeländes liegende Schafstall,
Riepe 5, ist vermutlich bereits im 18.Jh. als
Wandständerbau in Oberrähmkonstruktion unter
spitzem 3/4-Walmdach errichtet worden; auch
hier eine mittige Längsdurchfahrt und horizonta-
le Verbohlung der unteren Gefache. Von 1840
stammt der kleine Hofschafstall im rückwärtigen
Hofbereich, Riepe 6, in vergleichbarer Konstruk-
tionsart und ausschließlich vertikaler Verbohlung.
Der westlichste Siedlungsbereich dieses Orts-
teils liegt bereits am Rande des bewegten
Bomlitztals. Hier steht der einsam gelegene,
einstellige, ehemals herzogliche Vollhof Gruben-
tal, Riepe 7. Nahe der Hofeinfahrt zu den über-
wiegend jüngeren Hofgebäuden erhebt sich ein
erwähnenswerter einstöckige Speicher, der
1796 als kleiner Wandständerbau in Oberrähm-
konstruktion auf einem gestaffelten Feldstein-
bzw. Ziegelsockel mit Teilunterkellerung erbaut
worden ist. Der Schafstall mit mittiger Längs-
durchfahrt ist vermutlich ebenfalls im 18.Jh., wie
häufig, abgerückt von der Hofstelle entstanden.
FALLINGBOSTEL-VIERDE
Vierde liegt auf halbem Weg zwischen Falling-
bostel und Dorfmark direkt an der vielbefahre-
nen Landesstraße 163. Heute leben dort ca.
260 Einwohner. Eine Anzahl von neu errichteten
Wohnhäusern erweiterten den alten, bereits
1563/64 zusammen mit den Nebenorten 14
Höfe und drei Kötner zählenden Siedlungsbe-
reich der Bauernschaft (1858 13 pflichtige
Hausstellen und eine Schule) insbesondere
nach Norden und Süden. Dieser wurde schon
1337 erwähnt und gehörte von jeher dem Kirch-
spiel Fallingbostel an. Fallingbostel-Vierde liegt
eingebettet in das abwechslungsreiche, sehr
hügelige und bewaldete nördliche Böhmerand-
gebiet. An dieser Stelle befand sich wahrschein-
lich eine alte Furt über den Fluss. Heute führt
eine Straßenbrücke über den an die Eisenbahn
angeschlossenen Siedlungsteil Küddelse nur
noch in den nahen Truppenübungsplatz jenseits
der Autobahn. Die alten, mit Eichen bestande-
nen Hofanlagen liegen eingepasst in die Land-
schaft, gestreut zu beiden Seiten der Durch-
fahrtsstraße und haben trotz der Größe keinen
Dorfkern herausgebildet. Auf den Höfen Vierde
3, 4 und 11 nördlich der Straße sind es jeweils
die Speichergebäude, die die strukturellen Ver-
änderungen in der Landwirtschaft ohne größere
Beeinträchtigungen überstanden haben. Neben
den 1799 (Nr. 4) und wohl im frühen 19.Jh. (Nr.
11) erbauten 1 1/2-bzw. zweigeschossigen
schlichten Speichern ist auch der jüngste, 1873
auf Hof Nr. 3, noch in der üblichen Hochrähm-
konstruktion, hier mit eingezapften Geschoss-
Riepe, Riepe 11, Treppenspeicher, 2. Hälfte 18.Jh.
Riepe, Riepe 4, Schafstall, 2. Hälfte 18.Jh.
Riepe, Riepe 10, Wohnwirtschaftsgebäude, Wirtschaftsgiebel, 1706
205
stand liegt. Das 1734 erbaute, große reetge-
deckte Unterrähmgefüge mit leicht vorkragen-
dem Giebeltrapez unter Halbwalmdach ist nach
dem großen Sturm 1972 mit neuer Ausfachung
und z.T. ersetztem Fachwerk wieder aufgebaut
worden. Es steht auf einem behauenen Natur-
steinsockel und ist in den unteren Gefachen
horizontal verbohlt. Der kleine, heute als Pferde-
stall genutzte Hofschafstall nahe der Straße auf
Hof Riepe 4 ist ein verbohlter Wandständerbau
in Oberrähmverzimmerung unter reetgedecktem
Dreiviertelwalmdach und außermittiger Längs-
durchfahrt. Gegenüber den kleinen neueren
Fenstereinbauten ist eine Tür mit profiliertem
Türsturz wohl aus der Erbauungszeit in der 2.
Hälfte des 18.Jh. erhalten. Der denkmaiwerte
Treppenspeicher auf Hof Riepe 3 befindet sich
im Hintergrund der kurz nach 1900 aneinander
gebauten Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Er ist
vermutlich 1848 errichtet und nachträglich 1890
unterkellert worden. Es ist ein 1 1/2-geschossi-
ger, geräumiger Fachwerkbau auf hohem
Ziegelsockel mit geschossweise verbohltem
Gerüst in Hochrähmbauweise und der üblichen
Erschließung durch zwei nebeneinander liegen-
de traufseitigen Eingangstüren sowie einer über-
deckten Treppenanlage. Auf einer der wenigen
frühen Anbauerstellen Riepes, Nr. 11, weiter
südlich, ist ein konstruktiv ähnlicher, bereits in
der 2. Hälfte des 18.Jh. erbauter Treppenspei-
cher erwähnenswert.
Auf der nordwestlich in einem größeren Waldge-
biet liegenden Doppelhofanlage Amtsfelde
haben die beiden früheren Schafställe den
Modernisierungs- und Erneuerungsbestrebun-
gen standgehalten. Diese im Besitz des Hauses
von Ahlden und bis 1827 zum Amt Ahlden
gehörenden Vollhöfe sind siedlungsgeschichtlich
die jüngsten im Ortsteil Riepe. Der nordöstlich
außerhalb des Hofgeländes liegende Schafstall,
Riepe 5, ist vermutlich bereits im 18.Jh. als
Wandständerbau in Oberrähmkonstruktion unter
spitzem 3/4-Walmdach errichtet worden; auch
hier eine mittige Längsdurchfahrt und horizonta-
le Verbohlung der unteren Gefache. Von 1840
stammt der kleine Hofschafstall im rückwärtigen
Hofbereich, Riepe 6, in vergleichbarer Konstruk-
tionsart und ausschließlich vertikaler Verbohlung.
Der westlichste Siedlungsbereich dieses Orts-
teils liegt bereits am Rande des bewegten
Bomlitztals. Hier steht der einsam gelegene,
einstellige, ehemals herzogliche Vollhof Gruben-
tal, Riepe 7. Nahe der Hofeinfahrt zu den über-
wiegend jüngeren Hofgebäuden erhebt sich ein
erwähnenswerter einstöckige Speicher, der
1796 als kleiner Wandständerbau in Oberrähm-
konstruktion auf einem gestaffelten Feldstein-
bzw. Ziegelsockel mit Teilunterkellerung erbaut
worden ist. Der Schafstall mit mittiger Längs-
durchfahrt ist vermutlich ebenfalls im 18.Jh., wie
häufig, abgerückt von der Hofstelle entstanden.
FALLINGBOSTEL-VIERDE
Vierde liegt auf halbem Weg zwischen Falling-
bostel und Dorfmark direkt an der vielbefahre-
nen Landesstraße 163. Heute leben dort ca.
260 Einwohner. Eine Anzahl von neu errichteten
Wohnhäusern erweiterten den alten, bereits
1563/64 zusammen mit den Nebenorten 14
Höfe und drei Kötner zählenden Siedlungsbe-
reich der Bauernschaft (1858 13 pflichtige
Hausstellen und eine Schule) insbesondere
nach Norden und Süden. Dieser wurde schon
1337 erwähnt und gehörte von jeher dem Kirch-
spiel Fallingbostel an. Fallingbostel-Vierde liegt
eingebettet in das abwechslungsreiche, sehr
hügelige und bewaldete nördliche Böhmerand-
gebiet. An dieser Stelle befand sich wahrschein-
lich eine alte Furt über den Fluss. Heute führt
eine Straßenbrücke über den an die Eisenbahn
angeschlossenen Siedlungsteil Küddelse nur
noch in den nahen Truppenübungsplatz jenseits
der Autobahn. Die alten, mit Eichen bestande-
nen Hofanlagen liegen eingepasst in die Land-
schaft, gestreut zu beiden Seiten der Durch-
fahrtsstraße und haben trotz der Größe keinen
Dorfkern herausgebildet. Auf den Höfen Vierde
3, 4 und 11 nördlich der Straße sind es jeweils
die Speichergebäude, die die strukturellen Ver-
änderungen in der Landwirtschaft ohne größere
Beeinträchtigungen überstanden haben. Neben
den 1799 (Nr. 4) und wohl im frühen 19.Jh. (Nr.
11) erbauten 1 1/2-bzw. zweigeschossigen
schlichten Speichern ist auch der jüngste, 1873
auf Hof Nr. 3, noch in der üblichen Hochrähm-
konstruktion, hier mit eingezapften Geschoss-
Riepe, Riepe 11, Treppenspeicher, 2. Hälfte 18.Jh.
Riepe, Riepe 4, Schafstall, 2. Hälfte 18.Jh.
Riepe, Riepe 10, Wohnwirtschaftsgebäude, Wirtschaftsgiebel, 1706
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