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Die Kirche bildet mit dem südlich anschließen-
den, ebenfalls auf steil ansteigendem Grund-
stück gelegenen Pfarrhof, Kirchende 5, den
optischen Abschluss des historischen halbkreis-
förmigen Dorfes. Ehemals ist es noch durch
einen Pfarrwitwenhof ergänzt gewesen. Der aus
Wohnwirtschaftsgebäude und Scheune beste-
hende Pfarrhof wird nach Süden von einem
großzügigen Grundstück mit altem Baumbe-
stand begrenzt. Seine alten Gebäude sind, evtl,
nach einem der zahlreichen Dorfbrände, etwa
Mitte des 19.Jh. durch das bestehende langge-
streckte Vierständer-Hallenhaus sowie einer
südwestlich gelegenen, in Ziegelbauweise er-
richteten Scheune ersetzt worden. Das Wohn-
wirtschaftsgebäude ist auf Sandsteinquadern
gegründet und zeigt außer den üblichen Kon-
struktionsmerkmalen seiner Zeit ein korbbogiges
Einfahrtstor im massiven Wirtschaftsgiebel vom
Ende des 19.Jh.
Das jenseits von Kirche und Ortsdurchfahrt an
der Landesstraße liegende ehemalige Küster-
haus steht - mit dem früheren Schulbau davor -
in einer Reihe von straßenbildprägenden giebel-
ständigen Wohnwirtschaftsgebäuden des spä-
ten 18.Jh. Das Küsterhaus selbst, Kirchende
14, ist ein Vierständerbau von 1783 und wurde,
wie der benachbarte Zweiständerbau Nr. 16 von
1781, wohl gleich nach einem Brand neu errich-
tet. Ihre straßenseitigen Wirtschaftsgiebel liegen
hinter Hofmauer bzw. Staketenzaun zurück und
weisen ähnliche konstruktive und schmückende
Elemente auf, wie Profilierungen der vorkragen-
den Giebeltrapeze und K-Strebenzierung zur
symmetrischen Fassadengliederung. Der kleine
Schulbau (Nr. 14), der durch seine klare, qua-
dratische Form unter Zeltdach, mit den westsei-
tigen hohen Fenstern auffällt, ist in der Mitte des
19.Jh. entstanden.
Neben der Kirche waren für die bauliche Ent-
wicklung Giltens drei Gutshöfe von Bedeutung.
Sie lagen an wichtigen Stellen, jeweils an den
Enden und im Scheitelpunkt des gebogenen
Dorfgrundrisses. Die Flächen des ehemals nord-
östlich der Kirche gelegenen Gutes sind neu
aufgeteilt und bebaut worden; die anderen bei-
den sind als Parzellen mit Nachfolgebauten er-
halten.

Gilten, Verkopplungskarte, 1821 (Amt für Agrarstruktur, Hannover)



Gilten, Ev. Kirche St. Paulus, Inneres nach Westen

Die mittlere, als Rittergut bezeichnete Hofanla-
ge, Lindenstraße 7-9, war der Stammsitz der
Familie von Gilten, Burgmänner derer von Ho-
denberg in Hudemühlen (siehe Hodenhagen),
die auch in der Umgebung zahlreiche Güter be-
saßen. Ihr Herrenhaus bildet mit zahlreichen
Wirtschaftsgebäuden eine für ihre Erbauungszeit
im 18.Jh. typische regelmäßige U-förmige Anla-
ge, die mit ihrer repräsentativen Vorfahrt nach
Norden zur ehemaligen Dorftangente ausgerich-
tet ist. Das große, auch im Westen und Süden
bis an die Dorfstraße reichende Grundstück mit
einem Bestand von alten Einzeibäumen und
einer Obstbaumwiese enthält möglicherweise
noch Reste eines früheren Barockgartens.
Im Mittelpunkt steht das 1723 in Fachwerkbau-
weise unter hohem Mansarddach errichtete,
eingeschossige Herrenhaus, das hofseitig von
einem dreiachsigen Mittelrisalit bestimmt wird.
Die Reihen leicht segmentbogiger Fenster sowie
die Anordnung der K-Streben unterstreichen die
symmetrische Gliederung des Baukörpers. Im

Gilten, Ev. Kirche St. Paulus, Ansicht von SO


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