nenringen durch ihre quadratische Form und
durch ihr höheres, auf die Mitte des 17.Jh. zu
datierendes Alter. Die Brunnen bestehen aus
einem niedrigen, aus zwei Granitblöcken gefer-
tigten Aufbau, der durch quadratische Holzauf-
bauten erhöht wird. Ein Satteldach überdeckt
die von zwei Balken getragene Kettenwinde
sowie einen hölzerner Wassertrog zur Viehträn-
kung. Heute steht auf Hof Nr. 4 noch ein wohl
1640 aufgeführter Brunnen, der 1978 restauriert
bzw. rekonstruiert worden ist. Von dem in einem
Waldstück der Hofanlage Nr. 6 (in der Südspitze
des Dorfes) gelegenen, ehemaligen Ziehbrunnen
ist nur noch ein aus Feldsteinen aufgeschichte-
ter Schacht wohl aus dem selben Zeitraum
erhalten. Sein ungewöhnlich hoher Wasserspie-
gel wird von einer Betonplatte abgedeckt.
Die meisten älteren Nebengebäude dieser
Heidehöfe wurden späteren Gegebenheiten
angepasst und sind deshalb heute nur noch in
wenigen Beispielen im Ursprung erhalten. Dies
sind vor allem die drei um die Mitte des 18.Jh.
aufgestellten Speichergebäude der Höfe Beh-
ningen 2, 3, 6, die trotz unterschiedlicher Kon-
struktionsweise allesamt hoch und schmal wir-
ken. Während der 1753 errichtete Speicher Nr.
6 in der für diese Zeit ungewöhnlichen, 1 1/2-
geschossigen Hochrähmbauweise mit einge-
zapften Geschossbalken und einer gebäudeho-
hen Verbohlung entstanden ist, zeigt der 1750
zweigeschossig erbaute Speicher Nr. 2 (um
1850 durch traufseitigen Anklapp erweitert,
Treppe entfernt) ein Gerüst mit durchlaufenden
Tragständern und in Oberrähmkonstruktion ein-
gehälste Ankerbalken sowie eine ebenfalls ein-
gezapfte Geschossdecke. Beide Rähmarten
werden im Bereich des giebelseitig ausladenden
Satteldaches von profilierten Kragbalken unter-
stützt.
Eine ungewöhnliche Konstruktionsart ist bei
dem 1759 entstandenen Treppenspeicher auf
Hof Nr. 3 zu finden. Er steht traufseitig des weit-
gehend massiv ersetzten Hauptgebäudes und
repräsentiert zusammen mit dem erhaltenen
Wirtschaftsgiebel die historische Gebäudestruk-
tur des Hofes. Sein zweigeschossiges Stok-
kwerksgerüst mit einem allseitig auf gerundeten
Balkenköpfen kräftig auskragenden Oberge-
schoss weist schon immer eine geschossweise
unterschiedliche Wandgestaltung auf. So steht
das unverkleidete, mit Ziersetzungen im Erdge-
schoss ausgemauerte Gerüst, das im Bereich
der Tragständer von Fuß- und Kopfbändern
verstärkt wird, aber in einigen Gefachen durch
Fenstereinbauten zerstört ist, im optischen
Gegensatz zu der gefachweisen Verbohlung des
Obergeschosses. Das Element der Verbohlung
wird durch die zum Hof gewandte, traufseitige
Doppeltüranlage aufgenommen, die von gleich-
artig profilierten Türstürzen abgeschlossen wird.
Die giebelseitige Treppenanlage liegt wie üblich
unterhalb des von profilierten Kragbändern
gehaltenen Dachüberstands.
Ein weiteres denkmalwertes Nebengebäude
steht abseits der übrigen Hofgebäude direkt an
der bewaldeten Zufahrt der nördlichsten Hofan-
lage Nr. 1, deren um 1600 errichtetes und oft-
mals dargestelltes Haupthaus 1986 abgetragen
worden ist. Der schon um 1640 auf quadrati-
schem Grundriss erbaute und 1976 wiederher-
gestellte Lehmbackofen des Hofes wird von
großen Feldsteinen ummantelt und von einem
giebelseitig offenen Satteldach überdeckt. Dies
geht in den anschließenden, weiten aufgestän-
derten Dachüberstand über der südseitigen
Feuerklappe über und bildet somit einen seitlich
offenen Schutz- und Arbeitsbereich. Der so
umbaute Backofen unterscheidet sich erheblich
von den üblicherweise erhaltenen, da zumeist
später errichteten Backhäusern mit ihren festen
Räumen und den giebelseitig angesetzten
Backöfen.
NEUENKIRCHEN-BROCHDORF
Brochdorf liegt etwa drei Kilometer nordwestlich
von Neuenkirchen. Die fast ebene Landschaft
fällt hier kaum merklich nach Süden zu den
Auen des Hahnenbachs und nach Nordosten zu
den dortigen Bachauen ab. Die gesamte Ortsla-
ge wird von Ackerland bzw. im Westen von
Wiesen umgeben, die mit Entwässerungsgrä-
ben durchzogen sind. Weiter westlich sind die
ehemals eingemeindeten und seit der Gemein-
dereform dem Ortsteil angehörenden Siedlungs-
bereiche Rutenmühlen und Hartböhn direkt an
den alten Furten über den Hahnenbach entstan-
den. Sie bestehen heute noch aus einstelligen
Hofanlagen, an die sich in einiger Entfernung le-
diglich einzelne Wohngebäude angegliedert ha-
ben. Sie liegen verborgen in einer abwechse-
lungsreichen, von Bachwiesen durchzogenen
Waldlandschaft. Im Westen des Ortsteils verläuft
die Gemeindegrenze und auch die Grenze zum
Landkreis Verden.
Für die Siedlungsentwicklung von Brochdorf war
die verkehrsgünstige Lage an einer bereits histo-
risch wichtigen Wegekreuzung von entschei-
dender Bedeutung. Heute durchschneidet die
erst ab 1860 ausgebaute Ortsdurchfahrt der
Bundesstraße 71 von Neuenkirchen nach Ro-
tenburg den Ort von Südost nach Nordwest
und bildet mit der von hier nach Westen abzwei-
genden Kreisstraße 43 einen Teil der ost-west-
gerichteten, den alten Ortskern umfassenden
Straßenspange.
Die Mitte des 16.Jh. urkundlich erwähnte, laut
Namensgebung wohl jüngere Rodungssiedlung
Neuenkirchen, Hertel 1, Villa, 1908
245
durch ihr höheres, auf die Mitte des 17.Jh. zu
datierendes Alter. Die Brunnen bestehen aus
einem niedrigen, aus zwei Granitblöcken gefer-
tigten Aufbau, der durch quadratische Holzauf-
bauten erhöht wird. Ein Satteldach überdeckt
die von zwei Balken getragene Kettenwinde
sowie einen hölzerner Wassertrog zur Viehträn-
kung. Heute steht auf Hof Nr. 4 noch ein wohl
1640 aufgeführter Brunnen, der 1978 restauriert
bzw. rekonstruiert worden ist. Von dem in einem
Waldstück der Hofanlage Nr. 6 (in der Südspitze
des Dorfes) gelegenen, ehemaligen Ziehbrunnen
ist nur noch ein aus Feldsteinen aufgeschichte-
ter Schacht wohl aus dem selben Zeitraum
erhalten. Sein ungewöhnlich hoher Wasserspie-
gel wird von einer Betonplatte abgedeckt.
Die meisten älteren Nebengebäude dieser
Heidehöfe wurden späteren Gegebenheiten
angepasst und sind deshalb heute nur noch in
wenigen Beispielen im Ursprung erhalten. Dies
sind vor allem die drei um die Mitte des 18.Jh.
aufgestellten Speichergebäude der Höfe Beh-
ningen 2, 3, 6, die trotz unterschiedlicher Kon-
struktionsweise allesamt hoch und schmal wir-
ken. Während der 1753 errichtete Speicher Nr.
6 in der für diese Zeit ungewöhnlichen, 1 1/2-
geschossigen Hochrähmbauweise mit einge-
zapften Geschossbalken und einer gebäudeho-
hen Verbohlung entstanden ist, zeigt der 1750
zweigeschossig erbaute Speicher Nr. 2 (um
1850 durch traufseitigen Anklapp erweitert,
Treppe entfernt) ein Gerüst mit durchlaufenden
Tragständern und in Oberrähmkonstruktion ein-
gehälste Ankerbalken sowie eine ebenfalls ein-
gezapfte Geschossdecke. Beide Rähmarten
werden im Bereich des giebelseitig ausladenden
Satteldaches von profilierten Kragbalken unter-
stützt.
Eine ungewöhnliche Konstruktionsart ist bei
dem 1759 entstandenen Treppenspeicher auf
Hof Nr. 3 zu finden. Er steht traufseitig des weit-
gehend massiv ersetzten Hauptgebäudes und
repräsentiert zusammen mit dem erhaltenen
Wirtschaftsgiebel die historische Gebäudestruk-
tur des Hofes. Sein zweigeschossiges Stok-
kwerksgerüst mit einem allseitig auf gerundeten
Balkenköpfen kräftig auskragenden Oberge-
schoss weist schon immer eine geschossweise
unterschiedliche Wandgestaltung auf. So steht
das unverkleidete, mit Ziersetzungen im Erdge-
schoss ausgemauerte Gerüst, das im Bereich
der Tragständer von Fuß- und Kopfbändern
verstärkt wird, aber in einigen Gefachen durch
Fenstereinbauten zerstört ist, im optischen
Gegensatz zu der gefachweisen Verbohlung des
Obergeschosses. Das Element der Verbohlung
wird durch die zum Hof gewandte, traufseitige
Doppeltüranlage aufgenommen, die von gleich-
artig profilierten Türstürzen abgeschlossen wird.
Die giebelseitige Treppenanlage liegt wie üblich
unterhalb des von profilierten Kragbändern
gehaltenen Dachüberstands.
Ein weiteres denkmalwertes Nebengebäude
steht abseits der übrigen Hofgebäude direkt an
der bewaldeten Zufahrt der nördlichsten Hofan-
lage Nr. 1, deren um 1600 errichtetes und oft-
mals dargestelltes Haupthaus 1986 abgetragen
worden ist. Der schon um 1640 auf quadrati-
schem Grundriss erbaute und 1976 wiederher-
gestellte Lehmbackofen des Hofes wird von
großen Feldsteinen ummantelt und von einem
giebelseitig offenen Satteldach überdeckt. Dies
geht in den anschließenden, weiten aufgestän-
derten Dachüberstand über der südseitigen
Feuerklappe über und bildet somit einen seitlich
offenen Schutz- und Arbeitsbereich. Der so
umbaute Backofen unterscheidet sich erheblich
von den üblicherweise erhaltenen, da zumeist
später errichteten Backhäusern mit ihren festen
Räumen und den giebelseitig angesetzten
Backöfen.
NEUENKIRCHEN-BROCHDORF
Brochdorf liegt etwa drei Kilometer nordwestlich
von Neuenkirchen. Die fast ebene Landschaft
fällt hier kaum merklich nach Süden zu den
Auen des Hahnenbachs und nach Nordosten zu
den dortigen Bachauen ab. Die gesamte Ortsla-
ge wird von Ackerland bzw. im Westen von
Wiesen umgeben, die mit Entwässerungsgrä-
ben durchzogen sind. Weiter westlich sind die
ehemals eingemeindeten und seit der Gemein-
dereform dem Ortsteil angehörenden Siedlungs-
bereiche Rutenmühlen und Hartböhn direkt an
den alten Furten über den Hahnenbach entstan-
den. Sie bestehen heute noch aus einstelligen
Hofanlagen, an die sich in einiger Entfernung le-
diglich einzelne Wohngebäude angegliedert ha-
ben. Sie liegen verborgen in einer abwechse-
lungsreichen, von Bachwiesen durchzogenen
Waldlandschaft. Im Westen des Ortsteils verläuft
die Gemeindegrenze und auch die Grenze zum
Landkreis Verden.
Für die Siedlungsentwicklung von Brochdorf war
die verkehrsgünstige Lage an einer bereits histo-
risch wichtigen Wegekreuzung von entschei-
dender Bedeutung. Heute durchschneidet die
erst ab 1860 ausgebaute Ortsdurchfahrt der
Bundesstraße 71 von Neuenkirchen nach Ro-
tenburg den Ort von Südost nach Nordwest
und bildet mit der von hier nach Westen abzwei-
genden Kreisstraße 43 einen Teil der ost-west-
gerichteten, den alten Ortskern umfassenden
Straßenspange.
Die Mitte des 16.Jh. urkundlich erwähnte, laut
Namensgebung wohl jüngere Rodungssiedlung
Neuenkirchen, Hertel 1, Villa, 1908
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