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Lucka, Wilhelm [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 27): Landkreis Uelzen — Braunschweig, 1984

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https://doi.org/10.11588/diglit.44438#0092
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UELZEN-RIPDORF

Unmittelbar an der Ostseite des Kanals liegt
Ripdorf, eine locker bebaute Ansiedlung von
heute drei Höfen und einigen Wohnhäusern,
deren Ansicht vor allem durch hochgewach-
sene Eichengehölze an den Ortsrändern
geprägt wird. Die Straße von Uelzen nach
Molzen führte vor dem Bau des Kanals am
östlichen Ortsrand entlang. Ausgerichtet auf
diese Straße wurde 1885 das freistehende
Wohnhaus des Hofes Nr. 102 errichtet, ein
1 Vä-geschossiger Ziegelbau mit Mittelrisalit
und Ziersteinsetzungen.
UELZEN-VEERSSEN

Die Stadt Uelzen ist an ihrem südwestlichen
Ortsrand mit dem ehemals eigenständigen
Dorf Veerßen zusammengewachsen. Ein
kaum wahrnehmbarer Wasserlauf bildet die
Grenze. Südlich des dörflichen Siedlungsbe-
reiches erstreckt sich ein ausgedehntes Einfa-
milienhausgebiet bis hin zur Bahnstrecke
Uelzen-Braunschweig. Die B 4 führt östlich
an beiden Ortsteilen entlang.

Bis ins 19. Jh. hinein bestand der Ort aus einer
unregelmäßigen Ansammlung von Höfen öst-
lich und nördlich des Gutshofes und der Kir-
che, sowie einigen kleineren Häusern an der
Celler Straße, insgesamt 26 Hausstellen.
Hauptstraßenzug war die Soltauer Straße, da-
mals Teilstück der Poststraße von Hannover
nach Uelzen und Dannenberg. Weitere
Wohnhäuser am Krempelweg und nördlich
der Soltauer Straße kamen im 19. Jh. hinzu.
Bis heute sind größere Flächen im Dorf unbe-
baut geblieben.
Gutshof
Seit 1292 sind die von Estorff Besitzer des Gu-
tes in Veerßen. Ihr erster Sitz war die Otten-
burg, eine Wallburg, die 1485 durch den Bi-
schof von Havelberg zerstört wurde. Erhalten
sind noch Wall und Graben rund um ein Wald-
stück. Das wohl im 16. Jh. gebaute Wasser-
schloß wurde 1700 wegen Baufälligkeit ab-
gerissen und durch das heutige Herrenhaus
ersetzt. Das Obergeschoß des großen Fach-
werkbaus kragt an den Längsseiten stark aus,
unter dem Halbwalmdach ist ein markantes
Traufgesims ausgebildet. Eine offene hölzer-

ne Veranda von ca. 1900 ist dem durch ein
klassizistisches Portal eingefaßten Hauptein-
gang vorgelagert. Hinter dem Herrenhaus
sind Reste der Graft noch erhalten. Eine 1823
gezogene Feldsteinmauer schließt den Park
zur Soltauer Straße und Kirchstraße hin ab.
Ev. Marienkirche
Gegenüber der Einfahrt zum Gutshof liegt die
Kirche, ein einschiffiger Backsteinbau wohl
noch aus dem 14. Jh. Das Schiff hat einen
Südeingang und hoch angesetzte, durch ei-
nen Pfosten unterteilte Fenster mit schönen
Glasmalereien. Der Chor mit 5/10-Schluß ist
mit einem Rippengewölbe überdeckt. Auch
hier finden sich Kopfkonsolen. An der Südsei-
te ist die Gruft der von Estorff angebaut, die bis
zum 19. Jh. durch einen Staffelgiebel gekrönt
wurde. Das vor dem Westgiebel stehende Ge-
rüst des Glockenstuhles (wohl 17. Jh.) wurde
im 18. Jh. mit Fachwerkwänden umgeben. Zur
Ausstattung gehört ein beachtenswerter
Schnitzaltar (Anfang 16. Jh.). Das Patronat
über die Kirche übte bis 1792 das St. Michae-
lis-Kloster in Lüneburg aus.


Uelzen-Riestedt, Kapelle, 14. Jh.


Uelzen-Veerßen, Kirchstraße 2, Herrenhaus, 1700

Uelzen-Veerßen, Kirchstraße 16, 2. Hälfte 19. Jh.


Uelzen-Veerßen, Ev. Marienkirche, 14. Jh.


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