Lucka, Wilhelm [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 27): Landkreis Uelzen — Braunschweig, 1984

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Die Mühle bestand bereits, als der Konvent
1323 den Ort Zellensen erwarb. 1343 verkauf-
te das Kloster der Stadt Lüneburg drei andere
Mühlen an der Ilmenau und erhielt dafür das
Wasserzollrecht für die Durchfahrt der Schiffe.
Gleichzeitig wurde der Einzugsbereich der
Klostermühle ausgeweitet. Für die Schiffahrt
wurde oberhalb der Mühle eine Schleuse ge-
baut. In der 2. Hälfte des 19. Jh. gehörten zum
Mühlenbetrieb eine Kornmühle mit drei Mahl-
gängen, eine eingängige Oelmühle und eine
Boke- und Walkmühle mit zwei Gängen. Heu-
te arbeitet nur noch die Kornmühle.
Das älteste Gebäude der umfangreichen Ge-
bäudegruppe (Mühlenstraße 7, 9) ist die ehe-
malige Bokemühle auf dem llmenauwerder,
ein eingeschossiger Fachwerkbau. Die weite-
ren Gebäude stammen vorwiegend aus der
2. Hälfte des 19. Jh.: zwei jeweils zweige-
schossige Wohnhäuser in Ziegelbauweise
(um 1850) und Fachwerk (um 1880), zwei
mehrstöckige Fachwerkspeicher (um 1900)
und Ställe. Die gepflasterte Straße führt von
Medingen über den Werder und eine Brücke,
deren Pfeiler und Lager aus Findlingen ge-
mauert sind, ans östliche Ufer.

BAD BEVENSEN-SASENDORF

Sasendorf ist ein geschlossenes Haufendorf
von fünf Höfen in einer deutlich eingeschnitte-
nen Senke westlich von Bad Bevensen. Die
nach Norden hin leicht abschüssige Dorfstra-
ße weitet sich in der Ortsmitte zu einem klei-
nen Platz, der eingefaßt wird durch zwei gie-
belständige Fachwerkscheunen des Hofes
Nr. 3 (Anfang 19. Jh.), die langgestreckte
Scheune von Nr. 1 und das große massive
Wirtschaftsgebäude von Nr. 4 (ca. 1910). Vor
den Südgiebel dieses im übrigen nüchternen
Zweckgebäudes wurde ein auf malerische
Wirkung bedachter Vorbau mit Fachwerk-
oberstock gesetzt.
Unter den Hauptgebäuden sind zwei gut er-
haltene Hallenhäuser vertreten, Nr. 5 (1852)
noch in Zweiständer-, Nr. 3 (1857) in Vierstän-
derbauweise. Das Wohnhaus Nr. 1 ist ein frei-
stehender, repräsentativer, zweigeschossiger
Putzbau. Die Höfe werden von Eichengehöl-
zen umsäumt, in die kleinere Nebengebäude
eingebettet sind. Hervorzuheben sind zwei
Hofschafställe, Nr. 1 (1829) in Fachwerk und
Nr. 3 (1864) in Ziegelmauerwerk.

BAD BEVENSEN-SEEDORF

Das Haufendorf Seedorf liegt in der Senke des
Barumer Mühlenbaches in einem hügligen
Gelände, das mit fruchtbarem Flottsandboden
bedeckt ist. Der alte, ursprünglich aus 10 Hö-
fen bestehende Ortskern liegt größtenteils
nördlich des Baches. Er wird S-förmig durch-
schnitten von der im Ortsbereich kopfsteinge-
pflasterten Straße von Natendorf nach Bad
Bevensen. Von der Durchgangsstraße geht
eine kurze, sich verzweigende Stichstraße ab,
durch die mehrere kleinere Höfe erschlossen
werden. Lediglich zwei ältere Haupthäuser
sind erhalten, beides Zweiständerbauten
(Nr. 6,1811; Nr. 7, 1823).
An den Ortsrändern liegen drei große Höfe,
die aus den früheren Vollhöfen hervorgegan-
gen sind. Auf dem Hof Nr. 1 am westlichen
Ortsrand ist neben einem repräsentativen vil-
lenartigen Wohnhaus (1905) ein älteres
Wohngebäude in Fachwerk mit einer Tor-
durchfahrt bemerkenswert (Anfang 19. Jh.).
Der Hof Nr. 2 wurde wohl gegen Ende des
18. Jh. an seinen heutigen Platz südlich des
Baches verlagert. An der Südseite eines sich

Bad Bevensen-Sasendorf, Nr. 1, um 1900 Bad Bevensen-Medingen, Mühlenstraße 7, 9, Mühle


Bad Bevensen-Sasendorf, Nr. 3,1857 Bad Bevensen-Sasendorf, Nr. 5,1852 Bad Bevensen-Seedorf, Nr. 7,1823


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