Gartenstr., Th. Presuhn, 1848 (Landesmuseum Oldenburg, LMO 9.024/9)
Gartenstr. 6, nach 1840
Gartenstr. 3,1863
Gartenstr. 11, 1838
Rundbogenfenstern belichtet wird. Straßen-
seitig schließt sich das zweigeschossige Ver-
einsheim an, dessen Eingangsvorbau mit ei-
ner auf zwei Mittelsäulen ruhenden Dreierar-
katur im Erdgeschoß eine aufwendig detail-
lierte Fassade besitzt. Die als Loggia gestal-
tete Mittelachse des Obergeschosses
schließt ein Zwerchdach mit Schwebegiebel
ab. Den Mittelteil rahmen zwei über quadrati-
schem Grundriß errichtete Türme mit drei
Massivgeschossen, die innerhalb von Blend-
feldern jeweils eine unterschiedliche Fen-
stergestaltung besitzen, und einem vorkra-
genden, niedrigen Fachwerkgeschoß unter
flachgeneigtem Zeltdach. Seinen ästheti-
schen Reiz verdankt das Gebäude u.a. dem
Materialwechsel zwischen Ziegeln und Putz-
feldern, die im Bereich der Loggia, der Arkatur
und der Fensterzonen angeordnet und die
teilweise von einer vegetabilen Ornamentik
überzogen sind.
GARTENSTRASSE
Die Trassierung der als breiter Weg mit leich-
ten Windungen ab 1806 auf herrschaftliche
Kosten hergerichteten Gartenstraße steht so-
wohl in Zusammenhang mit der Anlage des
Schloßgartens als auch mit der klassizisti-
schen Umgestaltung der Stadtzugänge nach
der Wallniederlegung. Eine nach Abriß des al-
ten Torhauses 1816 von Slevogt vorgelegte
Planung, die der Straße stadtseitig einen
würdigen Abschluß geben sollte, blieb auf-
grund anderer dringenderer Bauaufgaben
nach der französischen Besatzung unausge-
führt. Nachdrücklich dokumentiert sich die
Absicht, eine städtebaulich repräsentative
Eingangssituation zu schaffen darin, daß den
Bauherren an der Gartenstraße, überwiegend
Hofbeamten, die Grundstücke unter der Be-
dingung einer klassizistischen Fassadenge-
staltung ihrer Häuser günstig überlassen wer-
den sollten; dies wohl insbesondere im Inter-
esse eines homogenen Architekturpro-
spekts, der, einbezogen in die Gartenkon-
zeption, wirkungsvolle Ausblicke bot.
Die Bebauung bis zum Eversten Holz mit
stattlichen, zumeist weit zurückgesetzten
Gebäuden innerhalb des adäquaten Rah-
mens großzügig bemessener Grundstücke
war um die Jahrhundertmitte abgeschlossen.
Als Element der ursprünglichen Konzeption
stellen die Vorgärten mit ihrem Baumbestand
und die rückwärtigen Hausgärten einen un-
verzichtbaren Gestaltungsfaktor des Ge-
samtbildes dar, das teilweise inzwischen
durch die Umwandlung von Gartenflächen in
gepflasterte Autostellplätze gestört wird.
Verbindendes Glied zwischen Kasinoplatz
und Gartenstraße war das 1807 als erstes er-
richtete Haus des Oberappellationsrats
Runde, das 1961 zugunsten einer neuen Ver-
kehrsführung abgebrochen wurde, so daß die
städtebaulich bedeutsame Eckausbildung
verlorenging. Insgesamt sind acht Häuserder
Erstbebauung verlorengegangen, von denen
drei im ersten Jahrzehnt des 20. Jh. durch
202
Gartenstr. 6, nach 1840
Gartenstr. 3,1863
Gartenstr. 11, 1838
Rundbogenfenstern belichtet wird. Straßen-
seitig schließt sich das zweigeschossige Ver-
einsheim an, dessen Eingangsvorbau mit ei-
ner auf zwei Mittelsäulen ruhenden Dreierar-
katur im Erdgeschoß eine aufwendig detail-
lierte Fassade besitzt. Die als Loggia gestal-
tete Mittelachse des Obergeschosses
schließt ein Zwerchdach mit Schwebegiebel
ab. Den Mittelteil rahmen zwei über quadrati-
schem Grundriß errichtete Türme mit drei
Massivgeschossen, die innerhalb von Blend-
feldern jeweils eine unterschiedliche Fen-
stergestaltung besitzen, und einem vorkra-
genden, niedrigen Fachwerkgeschoß unter
flachgeneigtem Zeltdach. Seinen ästheti-
schen Reiz verdankt das Gebäude u.a. dem
Materialwechsel zwischen Ziegeln und Putz-
feldern, die im Bereich der Loggia, der Arkatur
und der Fensterzonen angeordnet und die
teilweise von einer vegetabilen Ornamentik
überzogen sind.
GARTENSTRASSE
Die Trassierung der als breiter Weg mit leich-
ten Windungen ab 1806 auf herrschaftliche
Kosten hergerichteten Gartenstraße steht so-
wohl in Zusammenhang mit der Anlage des
Schloßgartens als auch mit der klassizisti-
schen Umgestaltung der Stadtzugänge nach
der Wallniederlegung. Eine nach Abriß des al-
ten Torhauses 1816 von Slevogt vorgelegte
Planung, die der Straße stadtseitig einen
würdigen Abschluß geben sollte, blieb auf-
grund anderer dringenderer Bauaufgaben
nach der französischen Besatzung unausge-
führt. Nachdrücklich dokumentiert sich die
Absicht, eine städtebaulich repräsentative
Eingangssituation zu schaffen darin, daß den
Bauherren an der Gartenstraße, überwiegend
Hofbeamten, die Grundstücke unter der Be-
dingung einer klassizistischen Fassadenge-
staltung ihrer Häuser günstig überlassen wer-
den sollten; dies wohl insbesondere im Inter-
esse eines homogenen Architekturpro-
spekts, der, einbezogen in die Gartenkon-
zeption, wirkungsvolle Ausblicke bot.
Die Bebauung bis zum Eversten Holz mit
stattlichen, zumeist weit zurückgesetzten
Gebäuden innerhalb des adäquaten Rah-
mens großzügig bemessener Grundstücke
war um die Jahrhundertmitte abgeschlossen.
Als Element der ursprünglichen Konzeption
stellen die Vorgärten mit ihrem Baumbestand
und die rückwärtigen Hausgärten einen un-
verzichtbaren Gestaltungsfaktor des Ge-
samtbildes dar, das teilweise inzwischen
durch die Umwandlung von Gartenflächen in
gepflasterte Autostellplätze gestört wird.
Verbindendes Glied zwischen Kasinoplatz
und Gartenstraße war das 1807 als erstes er-
richtete Haus des Oberappellationsrats
Runde, das 1961 zugunsten einer neuen Ver-
kehrsführung abgebrochen wurde, so daß die
städtebaulich bedeutsame Eckausbildung
verlorenging. Insgesamt sind acht Häuserder
Erstbebauung verlorengegangen, von denen
drei im ersten Jahrzehnt des 20. Jh. durch
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