Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Böker, Doris [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 31): Stadt Oldenburg (Oldenburg) — Braunschweig, 1993

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.44439#0205
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
Gebäude ersetzt wurden, die sich trotz des
stilistischen Unterschieds in den Villencha-
rakter der Straße einfügen, während die flach-
gedeckten, z.T. viergeschossigen Ersatz-
bauten dersechzigerund siebzigerJahre, vor
allem an der östlichen Einmündung der Bis-
marckstraße und zwischen den Grundstük-
ken Nr. 14 und Nr. 18, als ausgesprochene
Fremdkörper im Straßenbild erscheinen.
Am ungestörtesten von der erhaltenen, frü-
hen Bebauung haben die beiden zweige-
schossigen Walmdachbauten zu fünf Achsen
Nr. 11 (erb. 1838) und Nr. 14 (erb. um 1838)
ihre strenge und klare klassizistische Fassa-
dengestaltung bewahren können, in die
spätere Anbauten nicht eingriffen (bei Haus
Nr. 11 1898 rückwärtige Erweiterung durch
Baurat H. Früstück; bei Haus Nr. 14 rückwärti-
ger Anbau von 1910 durch Gildemeister und
Sunkel). Charakterisiert werden die Gebäude
durch flachgeneigte, vorkragende Walmdä-
cher, welche die lagernde Wirkung des Bau-
kubus ebenso akzentuieren wie der von Gurt-
und Sohlbankgesims ausgegrenzte breite
Wandstreifen und die horizontalen Fenster-
verdachungen im Obergeschoß, dessen
glatte Putzfläche sich vom fugenschnittüber-
zogenen Erdgeschoß abhebt.
Stärker schmückendes Beiwerk in Form ve-
getabiler Stuckornamentik in den Brüstungs-
feldern des Obergeschosses und Festons in
dem niedrigen Attikageschoß zeichnet das
wohl um 1850 entstandene, vierachsige Haus
Gartenstraße 6 aus. Die in diesen Gebäuden
betonte architektonische Auffassung kubi-
scher Körperlichkeit vertreten außerdem
Gartenstraße 3 (erb. 1863) und Gartenstraße
2 (erb. 1852). Das erstgenannte wird jedoch
durch seitliche Anbauten aus dem 1. Jahr-
zehnt des 20. Jh. in seiner Fassadenwirkung
beeinträchtigt; dem zweiten, mit einer Her-
vorhebung der drei Mittelachsen des Oberge-
schosses durch eine gebälktragende Bogen-
stellung, wurde durch eine wohl 1887 vorge-
nommene Aufstockung eine von der klassizi-
stischen Kubatur völlig abweichende Propor-
tion verliehen.
Auch die jüngere Architektur blieb im Inter-
esse eines geschlossenen Gesamteindrucks
der klassizistischen Stilhaltung verpflichtet,
beispielsweise Gartenstraße 30, das ohne je-
den plastischen Schmuck 1868 durch H. Frü-
stück d. Ä. errichtet und 1906 nach Osten er-
weitert wurde. Ebenfalls als vierachsiges,
walmgedecktes Haus entwarf Früstück 1875
das Nachbargebäude Nr. 28, das 1903 durch
Hinzufügung einer zurückgesetzten, östli-
chen Eingangsachse, eines Mansarddachs
sowie dekorativer Details späthistoristischen
Vorstellungen angeglichen wurde. In diesen
Kontext gehören des weiteren die drei Ge-
bäude Nr. 33 (erb. 1860, Arch. H. Früstück
d.Ä.), Nr. 34 (erb. 1886, Arch. F. Schöttler)
und Nr. 35 (erb. 1877) auf der Südseite der
Gartenstraße, deren versetzte Anordnung die
leichte Biegung an der Einmündung von Tau-
ben- und Dobbenstraße nachvollzieht. Dabei
weicht das fünfachsige Haus Nr. 35, das
ebenso wie Haus Nr. 33 rundbogige Erdge-
schoßfenster mit gußeiserner Oberlichttei-

Gartenstr. 14, aus: Sandeck, Alte Baukunst in der Stadt Oldenburg, 1980


Gartenstr. 2,1852


203
 
Annotationen