Bombenangriff zerstörten Buntglasfenster
wurden 1954 ersetzt. 1960 erfolgte in der
zeitüblichen puristischen Manier, der auch
die Hauptausstattungsstücke (Schnitzaltar,
Kanzel, Taufstein, 1968 Entfernung der
Orgel) zum Opferfielen, die Renovierung des
Innenraums mit einem durchgehend hellen
Anstrich, derdie originale historistische Male-
rei ersetzte. Auch bei dem jüngsten Innenan-
strich von 1979 wurde aus Kostengründen
ein einfaches Farbkonzept beibehalten.
Der sich nach Westen auf einem rechteckigen
Grundstück anschließende, 1902 eröffnete
Friedhof nimmtaußerden großen Grabstätten
alter Nadorster und Ohmsteder Familien zu
beiden Seiten des Mittelweges am Westende
des Friedhofs eine nach dem Zweiten Welt-
krieg errichtete Gedenkstätte auf, bestehend
aus einem orthodoxen Kreuz und davorlie-
genden Gräberreihen. Die Anlage erinnert an
die zwischen 1942 und 1944 ermordeten
Zwangsarbeiter des Lagers Ohmstede-Renn-
platz, das auf dem 1905 hergestellten Renn-
platz (davor Sitz des Schellstedenhofs) er-
richtet worden war (westlich des Friedhofs im
Bereich Rigaerweg und Kurlandallee). 1945
wurden in den dort aufgestellten Baracken
lettische und estnische Flüchtlinge unterge-
bracht. Für die Opfer der beiden Weltkriege
wurden in Ohmstede zwei Denkmale errich-
tet, zum einen an der Kreuzung Butjadinger
Straße/Grashornweg, zum anderen an der
Kreuzung Butjadinger Straße/Mittelkamp.
Die bäuerliche Architektur
Die ursprüngliche, vorherrschende Hausform
war der Typ des als Fachwerkbau in Zweistän-
derbauweise errichteten Flettdielenhauses.
Das Wohnwirtschaftsgebäude bildete den
Mittelpunkt einer Hofanlage, die nach der
Landbeschreibung von 1681 zumeist noch
aus einer Scheune, einem Speicher und oft
noch einem Schafstall bestand. Etwa ab der
Mitte des 19. Jh. findet allgemein eine Er-
neuerung der alten Bausubstanz statt, indem
die Fachwerkaußenhaut durch eine massive
Ummantelung in Ziegel ersetzt wird bzw. voll-
ständig neue Rohziegelbauten errichtet wer-
den. Bei vielen der noch erhaltenen Wohn-
wirtschaftsgebäude ist inzwischen nicht nur
der Flettbereich überbaut, sondern auch oft
die Diele zu Wohnzwecken umgebaut.
WATERENDE
Zu dem am äußersten südöstlichen Geest-
rand gelegenen Ortsteil Waterende führt der
von der Donnerschweer Straße nach Osten
abzweigende und sich dann gleichfalls nach
Norden orientierende Waterender Weg. Die
Eigentümlichkeit Waterendes besteht in der
dichten Abfolge der sechs ehemaligen Haus-
leutehöfe, von denen sich vier, der Wegefüh-
rung folgend, am Waterender Weg aneinan-
derreihen: Nr. 68 (1. urkundl. Nennung
1375), Nr. 72(1. urkundl. Nennung 1511), Nr.
76(1. urkundl. Nennung 1411) und Nr. 84(1.
Waterende, Flurkarte von 1844, Umzeichnung (BezirksregierungWeser-Ems)
Waterender Weg 84, Hofanlage mit Wohnhaus von 1923
Waterender Weg 72, Hofanlage
245
wurden 1954 ersetzt. 1960 erfolgte in der
zeitüblichen puristischen Manier, der auch
die Hauptausstattungsstücke (Schnitzaltar,
Kanzel, Taufstein, 1968 Entfernung der
Orgel) zum Opferfielen, die Renovierung des
Innenraums mit einem durchgehend hellen
Anstrich, derdie originale historistische Male-
rei ersetzte. Auch bei dem jüngsten Innenan-
strich von 1979 wurde aus Kostengründen
ein einfaches Farbkonzept beibehalten.
Der sich nach Westen auf einem rechteckigen
Grundstück anschließende, 1902 eröffnete
Friedhof nimmtaußerden großen Grabstätten
alter Nadorster und Ohmsteder Familien zu
beiden Seiten des Mittelweges am Westende
des Friedhofs eine nach dem Zweiten Welt-
krieg errichtete Gedenkstätte auf, bestehend
aus einem orthodoxen Kreuz und davorlie-
genden Gräberreihen. Die Anlage erinnert an
die zwischen 1942 und 1944 ermordeten
Zwangsarbeiter des Lagers Ohmstede-Renn-
platz, das auf dem 1905 hergestellten Renn-
platz (davor Sitz des Schellstedenhofs) er-
richtet worden war (westlich des Friedhofs im
Bereich Rigaerweg und Kurlandallee). 1945
wurden in den dort aufgestellten Baracken
lettische und estnische Flüchtlinge unterge-
bracht. Für die Opfer der beiden Weltkriege
wurden in Ohmstede zwei Denkmale errich-
tet, zum einen an der Kreuzung Butjadinger
Straße/Grashornweg, zum anderen an der
Kreuzung Butjadinger Straße/Mittelkamp.
Die bäuerliche Architektur
Die ursprüngliche, vorherrschende Hausform
war der Typ des als Fachwerkbau in Zweistän-
derbauweise errichteten Flettdielenhauses.
Das Wohnwirtschaftsgebäude bildete den
Mittelpunkt einer Hofanlage, die nach der
Landbeschreibung von 1681 zumeist noch
aus einer Scheune, einem Speicher und oft
noch einem Schafstall bestand. Etwa ab der
Mitte des 19. Jh. findet allgemein eine Er-
neuerung der alten Bausubstanz statt, indem
die Fachwerkaußenhaut durch eine massive
Ummantelung in Ziegel ersetzt wird bzw. voll-
ständig neue Rohziegelbauten errichtet wer-
den. Bei vielen der noch erhaltenen Wohn-
wirtschaftsgebäude ist inzwischen nicht nur
der Flettbereich überbaut, sondern auch oft
die Diele zu Wohnzwecken umgebaut.
WATERENDE
Zu dem am äußersten südöstlichen Geest-
rand gelegenen Ortsteil Waterende führt der
von der Donnerschweer Straße nach Osten
abzweigende und sich dann gleichfalls nach
Norden orientierende Waterender Weg. Die
Eigentümlichkeit Waterendes besteht in der
dichten Abfolge der sechs ehemaligen Haus-
leutehöfe, von denen sich vier, der Wegefüh-
rung folgend, am Waterender Weg aneinan-
derreihen: Nr. 68 (1. urkundl. Nennung
1375), Nr. 72(1. urkundl. Nennung 1511), Nr.
76(1. urkundl. Nennung 1411) und Nr. 84(1.
Waterende, Flurkarte von 1844, Umzeichnung (BezirksregierungWeser-Ems)
Waterender Weg 84, Hofanlage mit Wohnhaus von 1923
Waterender Weg 72, Hofanlage
245



