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Böker, Doris [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 31): Stadt Oldenburg (Oldenburg) — Braunschweig, 1993

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https://doi.org/10.11588/diglit.44439#0252
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hälsten Ankerbalken, wobei die Gefache mit
Ziegeln ausgefüllt sind, und einem pfannen-
gedeckten Vollwalm. Die liegenden Gefache
dieser Querdurchfahrtscheune weisen auf
eine Datierung ins 18. Jh. hin.
In Hoheheide gibt es mehrere Beispiele der
ursprünglich weitaus häufiger vertretenen als
heute überkommenen Zweiständerhäuser
mit Vorderkübbungen, bei denen zumindest
der Wirtschaftsgiebel mit dem abgeschlepp-
ten Walm in Reetdeckung als Fachwerkkon-
struktion erhalten ist, während die übrige Au-
ßenhaut wie üblich in Ziegel erneuert wurde.
Zu diesen in der Regel in einer Unterrähm-
konstruktion erbauten Hallenhäusern, die
noch Bausubstanzwohl des 18. Jh. enthalten,
gehören die durch liegende Gefache charak-
terisierten Gebäude Butjadinger Straße 52,
Nr. 139 (Fachwerk auch noch auf der West-
seite des Wirtschaftsteils) und Grashornweg
11 (Hochrähmkonstruktion, jedoch mit gerin-
gem Ständerüberstand). Vorderkübbungen
besaßen nach der Flurkarte von 1844 auch
Butjadinger Straße 97 und Triftweg 125, doch
wurden sie bei beiden Wohnwirtschaftsge-

bäuden um die Jahrhundertwende zugunsten
einer Verlängerung des Wirtschaftsteils ent-
fernt, derdurch einen massiven Giebel in Zie-
gelstein mit je einem Fenster in Kämpferhöhe
und zwei Fenstern über dem korbbogigen
Dielentor abgeschlossen wurde. Das Ober-
licht des Dielentores von Triftweg 125, ein
Zweiständerbau in Oberrähmkonstruktion, ist
mit einer hölzernen Unterteilung in floralen
Formen besonders repräsentativ gestaltet.
Ohne Vorderkübbungen, jedoch unter einem
reetgedeckten Vollwalm am Wirtschaftsgie-
bel und der hier vorhandenen Fachwerkkon-
struktion mit annähernd quadratischen Gefa-
chen könnte das Haus Butjadinger Straße 54
gegen Ende des 18. Jh. entstanden sein. Der
im übrigen stark veränderte Bau nimmt zu-
sammen mit dem Nachbarhaus Nr. 52 am
Kreuzungspunkt von Butjadinger Straße und
Rennplatzstraße eine für das Ortsbild wich-
tige Position ein.
Ins 18. Jh. zurückgehende Bausubstanz ent-
hält im Kern auch noch das mit Ziegelaußen-
wänden errichtete Wohnwirtschaftsgebäude
unter Krüppelwalmdach der Hofanlage Schell-

steder Weg 21, dessen Wetterfahne als ein
Erneuerungsdatum 1926 angibt. Das ur-
sprüngliche Gerüst dieses Zweiständer-Hal-
lenhauses in Hochrähmkonstruktion, dessen
Wirtschaftsteil eine jüngere Verlängerung be-
sitzt, ist nur noch rudimentär erhalten. Cha-
rakteristisch für diese weitläufige Hofanlage,
zu der u.a. eine verbretterte Querdurchfahrt-
scheune in einer Konstruktion mit eingehäl-
sten Ankerbalken gehört, ist die vereinzelte
Lage etwa 100 m nördlich der Straße, von der
aus sie über einen Stichweg zu erreichen ist.
Ein weiterer Ohmsteder Köterhof liegt giebel-
ständig zur Donnerschweer Straße (Nr. 325)
an der Einmündung des Großen Kuhlenwegs.
Das am profilierten Giebelschwellbalken in-
schriftlich 1807 datierte ehemalige Wohnwirt-
schaftsgebäude mit Krüppelwalm zeigt im
Giebeltrapez kleine quadratische Gefache,
jedoch ist mit Ausnahme des Wirtschaftsgie-
bels der ab 1879 als Schmiede dienende Bau
massiv in Ziegel ummantelt. Im Dielenbereich
hat sich das originale Zweiständergerüst in
Hochrähmzimmerung (geringer Ständer-
überstand) erhalten.

Westereschstr. 15, Hofanlage, ehern. Wohnwirtschaftsgebäude, 1786



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