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Böker, Doris [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 31): Stadt Oldenburg (Oldenburg) — Braunschweig, 1993

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https://doi.org/10.11588/diglit.44439#0260
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Ständerkonstruktion in Unterrähmzimme-
rung. In der Diele hat sich der originale lehm-
gestampfte Boden erhalten. Die ursprüngli-
che Zufahrt zur Hofanlage, die unmittelbar auf
den Wirtschaftsgiebel mit seinen zwei Fen-
stern in Kämpferhöhe und den beiden Mist-
gangtüren zuführte, ist die Kornstraße, die
heute mit einem Knick südlich am Grundstück
vorbeiläuft und an deren östlichem Ende der
Bahnhof Etzhorn lag. Das 1517 als Helmers-
hof erwähnte Anwesen gelangte 1686 in den
Besitz des im In- und Exportgeschäft bedeu-
tenden Stadtoldenburger Kaufmanns Neuen-
berg (Lange Straße 89) und verzeichnet ab
diesem Zeitpunkt eine wechselvolle Ge-
schichte. 1742 ging das Gut an den später
geadelten Eberhard Schreeb über.
Das Wohnwirtschaftsgebäude des vierten
Stammhofes (Butjadinger Straße 398)
brannte 1973 ab und wurde durch einen Neu-
bau ersetzt.
Die ehemalige Schäferei des Gutes Etzhorn
liegt am Ende des Hellmskamps, der von der
Kornstraße nach Süden abzweigt, sich dann

nach Osten wendet, um in einer gepflasterten
Eichenallee auf das Wohnwirtschaftsgebäude
zuzuführen (Ellerholtweg 38). Auch der von
Süden geradlinig auf den Hof zuführende El-
lerholtweg ist als Allee gestaltet. Beide Wege
sind in ihrer heutigen Gestalt bereits auf der
Oldenburger Vogteikarte vom Ende des 18.
Jh. verzeichnet und wurden von Eberhard
von Schreeb angelegt, der beim stückweisen
Verkauf des Gutes 1759 die Schäferei für sich
zurückkaufte. 1791 ging die Hofanlage mit
Wohnwirtschaftsgebäude und Scheune in
den Besitz der Familie Oldejohanns über. Das
jetzige Wohnwirtschaftsgebäude ist ein ehe-
maliges Flettdielenhaus mit massiver Um-
mantelung in Ziegel und istauch im Dielenbe-
reich massiv überbaut. In dem aus Klinkern
aufgeführten Wirtschaftsgiebel unter dem
reetgedeckten Krüppelwalmdach weist die
Datierung 1797 auf die noch im Kern vorhan-
dene ältere Bausubstanz hin (Luchtbalken im
Flettbereich mit reich profilierten Kopfbän-
dern). Außerdem gehören zur Hofanlage eine
giebelständig zum Wohnwirtschaftsgebäude
um die Jahrhundertwende errichtete Gulf-
scheune mit Stallanbau und im südlichen Be-

reich das einfache Rohziegelgebäude unter
Satteldach der 1855 gegründeten Brennerei,
an deren Westseite eine Wagenschauer an-
gebaut ist.
Der ehemalige Köterhof Butjadinger Straße
427, bereits 1675 nachweisbar und von dem
Sohn des Hausmanns Hullmann begründet,
liegt auf einem Grundstück im spitzen Winkel
der Gabelung von Butjadinger Straße und
Lübbenbuschweg. Die hier 1895/96 für den
damaligen Besitzer der Brennerei Hullmann
als Alterssitz errichtete Villa nimmt an dieser
Stelle einen für die straßenräumliche Situa-
tion bedeutenden Rang ein. An dem einge-
schossigen, ziegelverblendeten Haus mit ho-
hem Drempel, dessen Baukörper durch Vor-
bauten unter eigenen Zwerchdächern stark
gegliedert wird, kontrastieren die hellen Putz-
elemente (Fenstereinfassungen, Gesimse)
wirkungsvoll zu dem Rot der Ziegelverblen-
dung. Den repräsentativen Anspruch des
Hauses dokumentieren in historistischer Ma-
nier der polygonale Terrassenvorbau auf der
nach Süden ausgerichteten Gartenseite mit
Säulen und abschließendem Balkon sowie

Ellerholtweg 38, Hofanlage mit Wohnwirtschaftsgebäude (1797) und Gulfscheune


Kornstr. 47, Wohnwirtschaftsgebäude, 1776


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