vier Achsen mit Walmdächern und seitlicher
Erschließung im schmalen Bauwich. Mit ihren
stets nach ähnlichem Schema gestalteten
verputzten Fassaden, die noch um 1890 voll-
kommen in der klassizistischen Tradition
stehen und deren klarer und regelhafter Fas-
sadenaufbau nur bei jüngeren Häusern gele-
gentlich durch Zwerchhäuser über der Mittel-
achse bereichert wird, formen sie in den
Abschnitten bis zur Herderstraße ein weitge-
hend einheitliches Straßenbild (Nr. 13-17,
35, 41,45-47, 16, 20, 30-34, 38-50). Eine
erhebliche Anzahl sind auch hier Unterneh-
merbauten, die jeweils in Gruppen von mehre-
ren etwa gleichgestalteten Häusern erbaut
wurden. Einzelne villenähnliche Wohnhäuser
heben sich durch größere Proportionen oder
besonderen Aufwand von den Spekulations-
bauten ab (Nr. 47, 1874, Architekt Hermann
Schultze; Nr. 41,1887; Nr. 35,1889).
An der überwiegend locker bebauten Herder-
straße, deren Erscheinungsbild in dem Ab-
schnitt zwischen Lotter Straße und Kathari-
nenstraße von den relativ großen Parzellen
der ehemaligen Bürgergärten vor dem Heger
Tor bestimmt wird, entstanden seit 1869 erste
Katharinenstraße 44, 42, 40ff.
Herderstraße 34, 32 ff.
Neubauten. Nur noch vereinzelt baute man
auch hier Wohnhäuser des spätklassizisti-
schen Typus, wie er für Arndtstraße und Teile
der Katharinenstraße charakteristisch ist
(Herderstraße 9). Der Hauptteil der Bebauung
der Herderstraße entstammt dem letzten
Jahrzehnt des 19. Jh. Die Veränderungen, die
sich seit den achtziger Jahren im Osnabrücker
Wohnhausbau einstellten, zeichnen sich an
der Bebauung im Umkreis um die Kreuzung
Katharinenstraße/Herderstraße ab. Bereits an
den spätklassizistischen Putzfassaden, die
hier noch um 1890 entstanden, ist die allmähli-
che Aufgabe der handwerklichen Traditionen,
der Wechsel von Werkstein, der an den älte-
ren Häusern für alle Einfassungen und glie-
dernden Fassadenteile eingesetzt wurde, zu
Stuck und Putz zu beobachten. Etwa gleich-
zeitig dringt der Rohziegelbau vor, der bis zur
Jahrhundertwende vorherrschend wird. Eine
Anzahl von Wohnhäusern an Katharinen- und
Herderstraße zeigen diese Wandlungen, wäh-
rend sie doch zugleich noch die typische Ge-
stalt, Anlage und Proportion des traufenstän-
digen, seitlich erschlossenen Vorstadthauses
der Zeit um 1870 wahren (Herderstraße 21,
23, Katharinenstraße 49, 57).
In den achtziger Jahren setzte auch weiter
stadtauswärts im Umkreis um den Gustav-
Heinemann-Platz die Bautätigkeit in größe-
rem Umfang ein. Hier entwickelte sich in den
Jahren bis zur Jahrhundertwende ein Vor-
stadtbereich, in dem in der Mehrzahl kleinbür-
gerliche Wohnhäuser für ein bis zwei Familien
errichtet wurden. An Katharinen-, Adolf- und
Augustenburger Straße, die das Dreieck des
Gustav-Heinemann-Platzes einfassen, ent-
stand eine ein- und zweigeschossige Bebau-
ung in lebendigem Wechsel von trauten- und
giebelständigen Haustypen, die eine an-
spruchslose Kulisse vorstädtischen Charak-
ters formen, die sich trotz mancher Verände-
rungen und Umbauten noch gut erhalten hat
(Adolfstraße 11-23, 32-38, Augustenburger
Straße 10-24, Katharinenstraße 69-91).
Erste mehrgeschossige Mietshausbauten
hielten gegen 1890 ihren Einzug in die Osna-
brücker Stadterweiterungen. An der Kathari-
nenstraße tritt das Mietshaus zunächst im
Kreuzungsbereich von Katharinen- und Her-
derstraße auf, um sich dann rasch in den wei-
ter westlich liegenden Baublöcken auszubrei-
ten. Übergänge vom vorstädtischen Klein-
Herderstraße 7, 9ff.
Katharinenstraße 13, 15, 17, 1876, Zimmermeister
C.J. Kicker
Herderstraße 11-23 (rechts) Katharinenstraße 41,45, 47
Gustav-Heinemann-Platz, Blick von der Katharinenstraße nach Westen
126
Erschließung im schmalen Bauwich. Mit ihren
stets nach ähnlichem Schema gestalteten
verputzten Fassaden, die noch um 1890 voll-
kommen in der klassizistischen Tradition
stehen und deren klarer und regelhafter Fas-
sadenaufbau nur bei jüngeren Häusern gele-
gentlich durch Zwerchhäuser über der Mittel-
achse bereichert wird, formen sie in den
Abschnitten bis zur Herderstraße ein weitge-
hend einheitliches Straßenbild (Nr. 13-17,
35, 41,45-47, 16, 20, 30-34, 38-50). Eine
erhebliche Anzahl sind auch hier Unterneh-
merbauten, die jeweils in Gruppen von mehre-
ren etwa gleichgestalteten Häusern erbaut
wurden. Einzelne villenähnliche Wohnhäuser
heben sich durch größere Proportionen oder
besonderen Aufwand von den Spekulations-
bauten ab (Nr. 47, 1874, Architekt Hermann
Schultze; Nr. 41,1887; Nr. 35,1889).
An der überwiegend locker bebauten Herder-
straße, deren Erscheinungsbild in dem Ab-
schnitt zwischen Lotter Straße und Kathari-
nenstraße von den relativ großen Parzellen
der ehemaligen Bürgergärten vor dem Heger
Tor bestimmt wird, entstanden seit 1869 erste
Katharinenstraße 44, 42, 40ff.
Herderstraße 34, 32 ff.
Neubauten. Nur noch vereinzelt baute man
auch hier Wohnhäuser des spätklassizisti-
schen Typus, wie er für Arndtstraße und Teile
der Katharinenstraße charakteristisch ist
(Herderstraße 9). Der Hauptteil der Bebauung
der Herderstraße entstammt dem letzten
Jahrzehnt des 19. Jh. Die Veränderungen, die
sich seit den achtziger Jahren im Osnabrücker
Wohnhausbau einstellten, zeichnen sich an
der Bebauung im Umkreis um die Kreuzung
Katharinenstraße/Herderstraße ab. Bereits an
den spätklassizistischen Putzfassaden, die
hier noch um 1890 entstanden, ist die allmähli-
che Aufgabe der handwerklichen Traditionen,
der Wechsel von Werkstein, der an den älte-
ren Häusern für alle Einfassungen und glie-
dernden Fassadenteile eingesetzt wurde, zu
Stuck und Putz zu beobachten. Etwa gleich-
zeitig dringt der Rohziegelbau vor, der bis zur
Jahrhundertwende vorherrschend wird. Eine
Anzahl von Wohnhäusern an Katharinen- und
Herderstraße zeigen diese Wandlungen, wäh-
rend sie doch zugleich noch die typische Ge-
stalt, Anlage und Proportion des traufenstän-
digen, seitlich erschlossenen Vorstadthauses
der Zeit um 1870 wahren (Herderstraße 21,
23, Katharinenstraße 49, 57).
In den achtziger Jahren setzte auch weiter
stadtauswärts im Umkreis um den Gustav-
Heinemann-Platz die Bautätigkeit in größe-
rem Umfang ein. Hier entwickelte sich in den
Jahren bis zur Jahrhundertwende ein Vor-
stadtbereich, in dem in der Mehrzahl kleinbür-
gerliche Wohnhäuser für ein bis zwei Familien
errichtet wurden. An Katharinen-, Adolf- und
Augustenburger Straße, die das Dreieck des
Gustav-Heinemann-Platzes einfassen, ent-
stand eine ein- und zweigeschossige Bebau-
ung in lebendigem Wechsel von trauten- und
giebelständigen Haustypen, die eine an-
spruchslose Kulisse vorstädtischen Charak-
ters formen, die sich trotz mancher Verände-
rungen und Umbauten noch gut erhalten hat
(Adolfstraße 11-23, 32-38, Augustenburger
Straße 10-24, Katharinenstraße 69-91).
Erste mehrgeschossige Mietshausbauten
hielten gegen 1890 ihren Einzug in die Osna-
brücker Stadterweiterungen. An der Kathari-
nenstraße tritt das Mietshaus zunächst im
Kreuzungsbereich von Katharinen- und Her-
derstraße auf, um sich dann rasch in den wei-
ter westlich liegenden Baublöcken auszubrei-
ten. Übergänge vom vorstädtischen Klein-
Herderstraße 7, 9ff.
Katharinenstraße 13, 15, 17, 1876, Zimmermeister
C.J. Kicker
Herderstraße 11-23 (rechts) Katharinenstraße 41,45, 47
Gustav-Heinemann-Platz, Blick von der Katharinenstraße nach Westen
126



