Schildweges erfolgte fast vollständig im
letzten Jahrzehnt des 19. Jh. (Ausnahmen:
Nr. 3 von ca. 1913; Nr. 25 von ca. 1915; Nr. 40,
Haus der Burschenschaft Brunsviga, erbaut
1913 von O. Krege). Auf der Ostseite des
Abschnitts zwischen Calsowstraße und
Hainholzweg stehen bescheidenere Mehr-
familienhäuser mit zum Teil großen Vorgär-
ten, unter denen sich der Fachwerkbau Nr.
34 von ca. 1890 besonders gut erhalten hat.
Auf der Ecke dominiert ein etwas anspruchs-
volleres dreigeschossiges Mietwohnhaus
(Nr. 38, datiert 1894), das mit seinem diffe-
renzierten Baukörper aus rotem Klinker mit
originalem Natursteindekor und originalem
Gitterwerk an den Baikonen die Randbe-
bauung zum Albanifriedhof prägt. Es besitzt
zwei fast symmetrische Straßenfassaden
und die zeittypische, turmartig ausgebildete
Ecke, der allerdings der Helm fehlt.
Im übrigen entspricht derSchildweg mit sei-
ner villenähnlichen Einzelhausbebauung -
Ausnahmen sind das Doppelhaus Nr. 8/8a
von Architekt Hannig von ca. 1898 und die
Reihe Nr. 10/10a/12/12a von Architekt Beh-
rens von ca. 1899 - in Vorgärten, deren Ein-
Schildweg 4/6, Bonifatiusschule, Architekt
Hannig, 1901
Schildweg (15), 17, 19
Calsowstraße 17, Architekt Rathkamp, 1897
friedigungen mit Mauern, Pfosten und Git-
tern überwiegend erhalten sind, und mit
dem alten Baumbestand beispielhaft den
um die Jahrhundertwende entstandenen
Wohnstraßen im Ostviertel; es fehlen aller-
dings die anspruchsvollen Villen, dafür ist
das Bild umso geschlossener. Die Gebäude
- übrigens teilweise Spekulationsobjekte -
variieren den Typ des traufständigen Hauses
mit einem giebelständigen Seitenrisalit, das
zweigeschossig meist unter Satteldach
(Ausnahme: Schildweg 13, erbaut ca. 1899
mit Walmdach) ein ausgebautes Dachge-
schoß birgt. Der Eingang liegt in der Seiten-
fassade, seltener findet er sich vorn seitlich
(Nr. 15 und Nr. 17, von Behrens ca. 1895
erbaut); manche Häuser haben auch einen
Treppenhausanbau (z. B. Nr. 9 von 1895,
Nr. 11 von 1899). Alle Gebäude besitzen vorn
einen verandaartigen Vorbau z. T. mit Altan
am Obergeschoß. Das Fassadenmaterial ist
Klinker (blaßgelb, gelb und rot) oder Putz
(Nr. 8/8a, s. o.; Nr. 11, s. o.) mit Sandsteinsok-
kel und -gliederung; manchmal verwendete
man auch Zierfachwerk (z. B. Nr. 21 und 23a,
Architekt Behrens, ca. 1900 erbaut) in der
Dachzone und an den Vorbauten. Die Dekor-
formen sind von der Spätgotik und von der
Weserrenaissance angeregt.
Im westlichen Straßenkniestehtseit1901 die
katholische Bonifatius-Schule (Nr. 4-6) von
Hannig, ein roter Klinkerbau auf Naturstein-
sockel mit Putzgliederung und Sgraffito in
den Brüstungsfeldern.
Der Schildweg endet am Hainholzweg, des-
sen Bebauung - teilweise zumindest - älter
und auch anspruchsvoller ist (s. o.). Dage-
gen ähnelt der Charakter der Calsowstraße,
die den mittleren Abschnitt des Schildwe-
ges nach Osten bis zum Werner-Heisen-
berg-Platz verlängert, durchaus jenem des
Schildweges. Die freistehenden Häuser mit
Vorgärten entstanden ebenfalls im letzten
Jahrzehnt des 19. Jh., dazwischen stehen
zwei jüngere Bauten (Nr. 11/13 von ca. 1935
und Nr. 15 von ca. 1910).
Den westlichen Eingang der Straße
beherrscht das anspruchsvolle große Miet-
wohnhaus Nr. 2/4 von 1897/98 aus gelbem
Klinker mit Natursteinsockel und Sand-
steingliederung. Es hat ein ausgebautes
Mansardwalmdach mit Schiefer- undZiegel-
Schildweg 8 ff
Calsowstraße 2/4, 1897/98
Keplerstraße 3/3 a, Architekt Behrens, ca. 1903
100
letzten Jahrzehnt des 19. Jh. (Ausnahmen:
Nr. 3 von ca. 1913; Nr. 25 von ca. 1915; Nr. 40,
Haus der Burschenschaft Brunsviga, erbaut
1913 von O. Krege). Auf der Ostseite des
Abschnitts zwischen Calsowstraße und
Hainholzweg stehen bescheidenere Mehr-
familienhäuser mit zum Teil großen Vorgär-
ten, unter denen sich der Fachwerkbau Nr.
34 von ca. 1890 besonders gut erhalten hat.
Auf der Ecke dominiert ein etwas anspruchs-
volleres dreigeschossiges Mietwohnhaus
(Nr. 38, datiert 1894), das mit seinem diffe-
renzierten Baukörper aus rotem Klinker mit
originalem Natursteindekor und originalem
Gitterwerk an den Baikonen die Randbe-
bauung zum Albanifriedhof prägt. Es besitzt
zwei fast symmetrische Straßenfassaden
und die zeittypische, turmartig ausgebildete
Ecke, der allerdings der Helm fehlt.
Im übrigen entspricht derSchildweg mit sei-
ner villenähnlichen Einzelhausbebauung -
Ausnahmen sind das Doppelhaus Nr. 8/8a
von Architekt Hannig von ca. 1898 und die
Reihe Nr. 10/10a/12/12a von Architekt Beh-
rens von ca. 1899 - in Vorgärten, deren Ein-
Schildweg 4/6, Bonifatiusschule, Architekt
Hannig, 1901
Schildweg (15), 17, 19
Calsowstraße 17, Architekt Rathkamp, 1897
friedigungen mit Mauern, Pfosten und Git-
tern überwiegend erhalten sind, und mit
dem alten Baumbestand beispielhaft den
um die Jahrhundertwende entstandenen
Wohnstraßen im Ostviertel; es fehlen aller-
dings die anspruchsvollen Villen, dafür ist
das Bild umso geschlossener. Die Gebäude
- übrigens teilweise Spekulationsobjekte -
variieren den Typ des traufständigen Hauses
mit einem giebelständigen Seitenrisalit, das
zweigeschossig meist unter Satteldach
(Ausnahme: Schildweg 13, erbaut ca. 1899
mit Walmdach) ein ausgebautes Dachge-
schoß birgt. Der Eingang liegt in der Seiten-
fassade, seltener findet er sich vorn seitlich
(Nr. 15 und Nr. 17, von Behrens ca. 1895
erbaut); manche Häuser haben auch einen
Treppenhausanbau (z. B. Nr. 9 von 1895,
Nr. 11 von 1899). Alle Gebäude besitzen vorn
einen verandaartigen Vorbau z. T. mit Altan
am Obergeschoß. Das Fassadenmaterial ist
Klinker (blaßgelb, gelb und rot) oder Putz
(Nr. 8/8a, s. o.; Nr. 11, s. o.) mit Sandsteinsok-
kel und -gliederung; manchmal verwendete
man auch Zierfachwerk (z. B. Nr. 21 und 23a,
Architekt Behrens, ca. 1900 erbaut) in der
Dachzone und an den Vorbauten. Die Dekor-
formen sind von der Spätgotik und von der
Weserrenaissance angeregt.
Im westlichen Straßenkniestehtseit1901 die
katholische Bonifatius-Schule (Nr. 4-6) von
Hannig, ein roter Klinkerbau auf Naturstein-
sockel mit Putzgliederung und Sgraffito in
den Brüstungsfeldern.
Der Schildweg endet am Hainholzweg, des-
sen Bebauung - teilweise zumindest - älter
und auch anspruchsvoller ist (s. o.). Dage-
gen ähnelt der Charakter der Calsowstraße,
die den mittleren Abschnitt des Schildwe-
ges nach Osten bis zum Werner-Heisen-
berg-Platz verlängert, durchaus jenem des
Schildweges. Die freistehenden Häuser mit
Vorgärten entstanden ebenfalls im letzten
Jahrzehnt des 19. Jh., dazwischen stehen
zwei jüngere Bauten (Nr. 11/13 von ca. 1935
und Nr. 15 von ca. 1910).
Den westlichen Eingang der Straße
beherrscht das anspruchsvolle große Miet-
wohnhaus Nr. 2/4 von 1897/98 aus gelbem
Klinker mit Natursteinsockel und Sand-
steingliederung. Es hat ein ausgebautes
Mansardwalmdach mit Schiefer- undZiegel-
Schildweg 8 ff
Calsowstraße 2/4, 1897/98
Keplerstraße 3/3 a, Architekt Behrens, ca. 1903
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