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Während der historische Ortskern geprägt ist
von der klassizistischen Kapelle St. Petri und
der sie umschließenden, gestaffelt angeordne-
ten, leider jedoch stark veränderten kleinteili-
gen Fachwerkbebauung, bestimmen stattliche
Hofanlagen auf großzügig bemessenen Grund-
stücken, die im Norden bis zur Straße Hinter
dem Dorfe und im Süden bis zur Schwülme
reichen, den angrenzenden nordwestlichen
Siedlungsbereich. Von gänzlich anderer Struk-
tur sind die mitunter noch auf Fachwerk zu-
rückgreifenden Ortserweiterungen des späten
19. und frühen 20. Jh. sowie die nach 1945
entstandenen Neubaugebiete.
Der gegenwärtige Althausbestand läßt sich bis
ins frühe 18. Jh. zurückverfolgen (Steinweg 12
von 1719); der überwiegende Teil stammt indes
aus dem Ende des 18. bzw. der 2. Hälfte des
19. Jh., der bis auf wenige Beispiele starke
Überformungen des konstruktiven Fachwerk-
gefüges und Behang aufweist.
Aus dem übrigen Baubestand hebt sich das
Wohnhaus der Hofanlage Steinweg 12aus dem
1. Drittel des 18. Jh. ab. Der allseitig vorkra-
gende Oberstock des doppelgeschossigen
Fachwerkhauses von 1719 ist durch umlau-
fende Brustriegel und kurze, aneinanderge-
reihte Fußbänder, die in die Ständer eingezapft
sind, akzentuiert.
Das Wohnhaus Steinweg 12 ist Teil einer
Gruppe baulicher Anlagen, zu welcher der dop-
pelgeschossige Fachwerkbau Steinweg 9 aus
dem letzten Drittel des 19. Jh., der von einem
mächtigen Mansardsatteldach bekrönte Bau
Steinweg 10 sowie der nahezu gänzlich verklei-
dete Fachwerkbau Steinweg 14 gehören.
Beachtenswert sind auch die am nördlichen
Ortsausgang liegende Schule von 1910 - ein
stattlicher Putzbau mit Zierfachwerk im Ober-
stock, der in Anlehnung an zeitgenössische
Vorbilder der städtischen Villenarchitektur auf
historisierende Einzelformen zurückgreift, das
Backhaus der Hofanlage Steinweg 14 aus dem
frühen 19. Jh. sowie der aus dem frühen 19. Jh.
stammende, gut erhaltene Fachwerkbau An
der Kirche 6.
Ev. Kapelle St. Petri
Der fünfachsige rechteckige Saalbau aus
Sandstein, der vermutlich auf den Fundamen-
ten eines quellenmäßig gesicherten Vorgänger-
baues ruht, wurde 1840-1844 erbaut und mit
einem hohen schieferverkleideten Giebelreiter
versehen.

ADELEBSEN-WIBBECKE

Wibbecke liegt im nordöstlichen Teil des Flek-
kens Adelebsen und lehnt sich auf seiner Süd-
seite an den bewaldeten, relativ steil ansteigen-
den Großen Kuhberg und an den nördlichen
Ausläufer des Großen Hetzigberges an, die die
Topographie des Ortes maßgeblich beeinflus-
sen.
Erstmals um 1009 urkundlich erwähnt, war
Wibbecke im Hochmittelalter Sitz der Herren
von Wibbecke, die Ahnen der späteren Herren
von Adelebsen, die im frühen 13. Jh. zum nahe-
gelegenen Ort Adelebsen übersiedelten und es
zum Zentrum eines kleinen Herrschaftsbezir-
kes machten. Neuere archäologische Untersu-

Lödingsen, Topographische Karte Gericht Adelebsen von 1720, Hauptstaatsarchiv Hannover,
210 Adelebsen 12g



Lödingsen, Steinweg 10, Wohnhaus

Lödingsen, An der Kirche 6, Wohnhaus,
frühes 19. Jh.


Lödingsen, Kapelle St. Petri, 1840-44


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