Ossenfeld, Ortslage von 1883/84, Amt für Agrarstruktur, Karte 65 (Dransfeld)
Ossenfeld, Sandsteinbogenbrücke, 1856, inzwischen abgetragen
Varmissen, Varmisser Straße 15, Hofanlage
Dransfeld, die hier in einem tiefen Geländeein-
schnitt verläuft. Von der nach Süden leicht an-
steigenden Göttinger Straße, der Hauptdurch-
gangsstraße, zweigen zwei kurze Stichstraßen
ab: die Klostergasse und Am Tie. Am südlichen
Ortsrand erschließt der Waldweg eine gleich-
mäßig parzellierte Neubausiedlung.
Die insgesamt 26 Hofstellen, die in der Kurhan-
noverschen Landesaufnahme von 1784 einge-
zeichnet sind, gruppieren sich beidseits der
Göttinger Straße in lockerer Anordnung auf
schmalen Streifenparzellen.
Der heutige Baubestand des Straßendorfes
besteht zumeist aus mittelgroßen Hakenhöfen,
deren Wohnteil giebelständig zur Straßenflucht
ausgerichtet ist, während die quergestellten
Wirtschaftsgebäude den rückwärtigen Ab-
schluß bilden. Die mit Satteldach gedeckten
Fachwerkbauten sind ausschließlich in Stock-
werkbauweise errichtet. Sind die Hauptge-
bäude überwiegend im frühen 19. Jh. erbaut,
stammen die Wirtschaftsgebäude zumeist aus
dem späten 19. Jh. Leider haben sich nur we-
nige Objekte in einem relativ unveränderten Zu-
stand erhalten. Hierzu gehört der am südlichen
Ortseingang gelegene Dreiseithof Göttinger
Straße 3. Das in zwei Abschnitten errichtete
Wohnhaus, das später zu einem Gasthaus um-
gebaut wurde, stammt wohl aus der 2. Hälfte
des 18. Jh.; die Wirtschaftsgebäude stellen Er-
weiterungen des späten 19. bzw. des frühen
20. Jh. dar.
Die an der Klostergasse/Göttinger Straße er-
richtete Hofanlage besteht aus einem im EG-
Bereich massiv erneuerten Wohnhaus von
1835 und einer Querdurchfahrtscheune mit an-
gebautem Stallteil.
Hervorhebenswert auch die prächtige Sand-
steinbogenbrücke südlich der Ortslage, die
den Geländeeinschnitt der 1856 eingerichteten
Bahnlinie Göttingen-Dransfeld-Münden über-
spannt. Der dreijochige Sandsteinquaderbau,
der inzwischen abgetragen wurde, schließt mit
einer Sandsteinbrüstung ab.
Ev. Kreuzkapelle
An einen mittelalterlichen Wehrturm aus Bruch-
steinmauerwerk fügte man 1774/76 anstelle ei-
nes zunächst im Westen angebauten Kirchen-
schiffes ein einschiffiges Langhaus als Fach-
werkbau östlich des Turmes an. Der 1831 und
1844 veränderte rechteckige Saalbau wird von
einer Flachtonne überspannt.
DRANSFELD-VARMISSEN
Das 1311 erstmals urkundlich erwähnte „Ver-
melsen” liegt an der östlichen Dransfelder Ge-
meindegrenze. Die Ortslage reicht bis dicht an
die bewaldeten Hänge des Sesebühl. Die leicht
geschwungen den Ort von Nordwesten nach
Südosten durchziehende Varmisser Straße ver-
bindet Varmissen im Osten mit Kl. Wiershausen
und stößt im Norden auf die B 3, die von Göttin-
gen nach Dransfeld führt. Ein 1773 gefertigter
historischer Plan zeigt die Struktur des Stra-
ßendorfes mit den beidseits der Varmisser
Straße gelegenen Hofanlagen, die auf baum-
bestandenen schmalen Streifenparzellen er-
richtet wurden und die am Südrand liegende
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Ossenfeld, Sandsteinbogenbrücke, 1856, inzwischen abgetragen
Varmissen, Varmisser Straße 15, Hofanlage
Dransfeld, die hier in einem tiefen Geländeein-
schnitt verläuft. Von der nach Süden leicht an-
steigenden Göttinger Straße, der Hauptdurch-
gangsstraße, zweigen zwei kurze Stichstraßen
ab: die Klostergasse und Am Tie. Am südlichen
Ortsrand erschließt der Waldweg eine gleich-
mäßig parzellierte Neubausiedlung.
Die insgesamt 26 Hofstellen, die in der Kurhan-
noverschen Landesaufnahme von 1784 einge-
zeichnet sind, gruppieren sich beidseits der
Göttinger Straße in lockerer Anordnung auf
schmalen Streifenparzellen.
Der heutige Baubestand des Straßendorfes
besteht zumeist aus mittelgroßen Hakenhöfen,
deren Wohnteil giebelständig zur Straßenflucht
ausgerichtet ist, während die quergestellten
Wirtschaftsgebäude den rückwärtigen Ab-
schluß bilden. Die mit Satteldach gedeckten
Fachwerkbauten sind ausschließlich in Stock-
werkbauweise errichtet. Sind die Hauptge-
bäude überwiegend im frühen 19. Jh. erbaut,
stammen die Wirtschaftsgebäude zumeist aus
dem späten 19. Jh. Leider haben sich nur we-
nige Objekte in einem relativ unveränderten Zu-
stand erhalten. Hierzu gehört der am südlichen
Ortseingang gelegene Dreiseithof Göttinger
Straße 3. Das in zwei Abschnitten errichtete
Wohnhaus, das später zu einem Gasthaus um-
gebaut wurde, stammt wohl aus der 2. Hälfte
des 18. Jh.; die Wirtschaftsgebäude stellen Er-
weiterungen des späten 19. bzw. des frühen
20. Jh. dar.
Die an der Klostergasse/Göttinger Straße er-
richtete Hofanlage besteht aus einem im EG-
Bereich massiv erneuerten Wohnhaus von
1835 und einer Querdurchfahrtscheune mit an-
gebautem Stallteil.
Hervorhebenswert auch die prächtige Sand-
steinbogenbrücke südlich der Ortslage, die
den Geländeeinschnitt der 1856 eingerichteten
Bahnlinie Göttingen-Dransfeld-Münden über-
spannt. Der dreijochige Sandsteinquaderbau,
der inzwischen abgetragen wurde, schließt mit
einer Sandsteinbrüstung ab.
Ev. Kreuzkapelle
An einen mittelalterlichen Wehrturm aus Bruch-
steinmauerwerk fügte man 1774/76 anstelle ei-
nes zunächst im Westen angebauten Kirchen-
schiffes ein einschiffiges Langhaus als Fach-
werkbau östlich des Turmes an. Der 1831 und
1844 veränderte rechteckige Saalbau wird von
einer Flachtonne überspannt.
DRANSFELD-VARMISSEN
Das 1311 erstmals urkundlich erwähnte „Ver-
melsen” liegt an der östlichen Dransfelder Ge-
meindegrenze. Die Ortslage reicht bis dicht an
die bewaldeten Hänge des Sesebühl. Die leicht
geschwungen den Ort von Nordwesten nach
Südosten durchziehende Varmisser Straße ver-
bindet Varmissen im Osten mit Kl. Wiershausen
und stößt im Norden auf die B 3, die von Göttin-
gen nach Dransfeld führt. Ein 1773 gefertigter
historischer Plan zeigt die Struktur des Stra-
ßendorfes mit den beidseits der Varmisser
Straße gelegenen Hofanlagen, die auf baum-
bestandenen schmalen Streifenparzellen er-
richtet wurden und die am Südrand liegende
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