ken- oder Sparrendach besaßen, was bis in
dieses Jahrhundert hier üblich war. Auf die
Translozierung zahlreicher Häuser nach 1750
machte W. Henckel in seiner baugeschichtli-
chen Untersuchung zum Hemelner Baube-
stand aufmerksam. Der qualitätvolle rezente
Althausbestand mit seinen durch das Ineinan-
dergreifen der beiden Hauslandschaften her-
vorgerufenen besonderen architektonischen
Ausprägungen unterstreicht die herausra-
gende Stellung Hemelns im südniedersächsi-
schen Raum.
Hervorhebenswert auch der Scheibenkreuz-
stein am östlichen Rand der Wesertalstraße,
der aus der Feldmark hierher versetzt wurde.
Der aus Sandstein gearbeitete Kreuzstein trägt
auf beiden Seiten gleichartige Malteserkreuze
auf vertieftem Grund.
Ev. Pfarrkirche St. Marien
In unmittelbarer Nähe der Weser, inmitten eines
baumbestandenen ehemaligen Friedhofs er-
hebt sich das markanteste Bauwerk Hemelns:
die Pfarrkirche St. Marien. An der geosteten in
Bruchstein gemauerten Saalkirche sind zwei
Bauabschnitte ablesbar. Zum älteren Baube-
stand gehört der querrechteckige romanische
Westturm mit gekuppelten Schallöffnungen, an
den man einen einschiffigen Saalraum mit
Chorpolygon anfügte (Oberhalb des in Werk-
stein gearbeiteten Südportals Inschrift dat.
1681).
Aus der wuchtigen, kaum gegliederten Mauer-
masse des Turmes sind nur die Öffnungen der
gekuppelten Schallarkaden ausgespart, deren
eingestellte Mittelsäule als Besonderheit ein
mit vier Köpfen geziertes Kapitell aufweist
(wohl Ende des 12. Jh.). Die geschlossenen
Wandflächen des blockhaft wirkenden Turmes,
dessen ursprünglich tonnengewölbtes Unter-
geschoß sich zum Langhaus öffnet, kontra-
stiert mit den hohen, in Sandstein gefaßten
Rundbogenfenstern des Schiffes.
Der mit einer Holztonne überspannte Innen-
raum birgt neben einem Altarretabel des späten
17. Jh. noch die von St. Heeren (Gottsbüren)
1820 gefertigte Orgel auf einer hölzernen Em-
pore im Westteil des Kirchenschiffes.
Bramburg
Nördlich von Hemeln, auf einem steil zur Weser
abfallenden Sporn des Bramwaldes erhebt
sich die 1222 erstmals urkundlich erwähnte
Bramburg (ca. 30 x 80 m), die offenbar durch
die Abtei Corvey errichtet wurde. (Die An-
nahme, daß die Bramburg zum Schutz des
1093 gegründeten Klosters Bursfelde ent-
stand, geht vermutlich auf eine fehlinterpre-
tierte Quelle zurück.) Von der Gesamtanlage,
die zur Bergseite einst durch einen Trockengra-
ben geschützt war, haben sich nur noch die
aus rötlichem Bruchstein gemauerte, fast 34 m
hohe Turmruine mit den beiden überwölbten
Stockwerken und Reste der südöstlichen Au-
ßenmauer erhalten. Die von hohen Bäumen
umschlossene und durch den Steilabfall des
Berges schwer zugängliche Befestigungsan-
lage bot nicht nur ausgezeichneten Schutz,
sondern befähigte die Burgherren, das wich-
tige enge Wesertal zu kontrollieren. 1458 wurde
die Burganlage durch Landgraf Wilhelm von
Thüringen zerstört. 1494 wurde die wiederauf-
gebaute Bramburg erneut bezwungen. Die
endgültige Zerstörung der Burganlage ist ur-
kundlich nicht gesichert. Erhalten hat sich die
Ruine des wehrhaften Bergfrieds, der nach
dem Ersten Weltkrieg instand gesetzt wurde
und der zu den bemerkenswerten Burgtürmen
des südniedersächsischen Kulturraumes zählt.
Hemeln, Pfarrkirche St. Marien, Blick nach
Westen, Orgelprospekt, St. Heeren, 1820
Hemeln, Pfarrkirche St. Marien, Blick von Südosten
Hemeln, an der Straße Hemeln/Glashütte-
Bursfelde, Scheibenkreuzstein
Hemeln, Pfarrkirche St. Marien, Turm
200
dieses Jahrhundert hier üblich war. Auf die
Translozierung zahlreicher Häuser nach 1750
machte W. Henckel in seiner baugeschichtli-
chen Untersuchung zum Hemelner Baube-
stand aufmerksam. Der qualitätvolle rezente
Althausbestand mit seinen durch das Ineinan-
dergreifen der beiden Hauslandschaften her-
vorgerufenen besonderen architektonischen
Ausprägungen unterstreicht die herausra-
gende Stellung Hemelns im südniedersächsi-
schen Raum.
Hervorhebenswert auch der Scheibenkreuz-
stein am östlichen Rand der Wesertalstraße,
der aus der Feldmark hierher versetzt wurde.
Der aus Sandstein gearbeitete Kreuzstein trägt
auf beiden Seiten gleichartige Malteserkreuze
auf vertieftem Grund.
Ev. Pfarrkirche St. Marien
In unmittelbarer Nähe der Weser, inmitten eines
baumbestandenen ehemaligen Friedhofs er-
hebt sich das markanteste Bauwerk Hemelns:
die Pfarrkirche St. Marien. An der geosteten in
Bruchstein gemauerten Saalkirche sind zwei
Bauabschnitte ablesbar. Zum älteren Baube-
stand gehört der querrechteckige romanische
Westturm mit gekuppelten Schallöffnungen, an
den man einen einschiffigen Saalraum mit
Chorpolygon anfügte (Oberhalb des in Werk-
stein gearbeiteten Südportals Inschrift dat.
1681).
Aus der wuchtigen, kaum gegliederten Mauer-
masse des Turmes sind nur die Öffnungen der
gekuppelten Schallarkaden ausgespart, deren
eingestellte Mittelsäule als Besonderheit ein
mit vier Köpfen geziertes Kapitell aufweist
(wohl Ende des 12. Jh.). Die geschlossenen
Wandflächen des blockhaft wirkenden Turmes,
dessen ursprünglich tonnengewölbtes Unter-
geschoß sich zum Langhaus öffnet, kontra-
stiert mit den hohen, in Sandstein gefaßten
Rundbogenfenstern des Schiffes.
Der mit einer Holztonne überspannte Innen-
raum birgt neben einem Altarretabel des späten
17. Jh. noch die von St. Heeren (Gottsbüren)
1820 gefertigte Orgel auf einer hölzernen Em-
pore im Westteil des Kirchenschiffes.
Bramburg
Nördlich von Hemeln, auf einem steil zur Weser
abfallenden Sporn des Bramwaldes erhebt
sich die 1222 erstmals urkundlich erwähnte
Bramburg (ca. 30 x 80 m), die offenbar durch
die Abtei Corvey errichtet wurde. (Die An-
nahme, daß die Bramburg zum Schutz des
1093 gegründeten Klosters Bursfelde ent-
stand, geht vermutlich auf eine fehlinterpre-
tierte Quelle zurück.) Von der Gesamtanlage,
die zur Bergseite einst durch einen Trockengra-
ben geschützt war, haben sich nur noch die
aus rötlichem Bruchstein gemauerte, fast 34 m
hohe Turmruine mit den beiden überwölbten
Stockwerken und Reste der südöstlichen Au-
ßenmauer erhalten. Die von hohen Bäumen
umschlossene und durch den Steilabfall des
Berges schwer zugängliche Befestigungsan-
lage bot nicht nur ausgezeichneten Schutz,
sondern befähigte die Burgherren, das wich-
tige enge Wesertal zu kontrollieren. 1458 wurde
die Burganlage durch Landgraf Wilhelm von
Thüringen zerstört. 1494 wurde die wiederauf-
gebaute Bramburg erneut bezwungen. Die
endgültige Zerstörung der Burganlage ist ur-
kundlich nicht gesichert. Erhalten hat sich die
Ruine des wehrhaften Bergfrieds, der nach
dem Ersten Weltkrieg instand gesetzt wurde
und der zu den bemerkenswerten Burgtürmen
des südniedersächsischen Kulturraumes zählt.
Hemeln, Pfarrkirche St. Marien, Blick nach
Westen, Orgelprospekt, St. Heeren, 1820
Hemeln, Pfarrkirche St. Marien, Blick von Südosten
Hemeln, an der Straße Hemeln/Glashütte-
Bursfelde, Scheibenkreuzstein
Hemeln, Pfarrkirche St. Marien, Turm
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