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beiständig in lockerer Anordnung beidseits der
Leineweberstraße aufgesiedelt. Leider sind
zahlreiche Bauten durch spätere Baumaßnah-
men und durch modernen Fassadenbehang in
ihrer äußeren Erscheinung erheblich beein-
trächtigt. Zu den gut erhaltenen bemerkens-
werten Objekten zählen: Leineweberstraße
12a, 15, 17, 38, 40; Rehagen 3, 7 und 8.
An der Krümmung der Leineweberstraße ent-
stand vermutlich im letzten Drittel des 18. Jh.
der zweigeschossige, von der Straßenflucht
zurücktretende Fachwerkbau Nr. 12a. Aus der
1. Hälfte des 18. Jh. stammt der traufenstän-
dige Bau Leineweberstraße 15 mit einem ehe-
maligen queraufgeschlossenen Wirtschaftsteil,
an den sich durch eine Staketzauneinfriedung
verbunden das gut erhaltene Nachbargebäude
Nr. 17 wohl aus der 2. Hälfte des 18. Jh. an-
schließt.
Der zweifellos stattlichste und wohl älteste er-
haltene Fachwerkbau Volkmarshausens steht
in exponierter Lage an der platzartig sich er-
weiternden Leineweberstraße. Der ins frühe
18. Jh. zu datierende allseitig vorkragende an-
spruchsvolle Fachwerkbau Nr. 38 zeigt neben
z.T. gekrümmten Fußstreben plastisch heraus-

gearbeitete Säulen in den Eckständern sowie
Reste eines heute zugestellten Dielentores.
Prägender Einfluß auf das Straßenbild kommt
auch dem Nachbargebäude Leineweberstraße
40 zu, ein langgestreckter, im Kern noch aus
der 1. Hälfte des 18. Jh. stammender doppel-
geschossiger Fachwerkbau.
Beachtenswert auch die am steilansteigenden
Rehagen erbauten zweigeschossigen Fach-
werkbauten Nr. 3 (1. Drittel 19. Jh.), Nr. 7 von
1855 und Nr. 8 (im Kern 1. Hälfte 18. Jh.), die
sich zu einer Gruppe baulicher Anlagen verbin-
den.

HANN. MÜNDEN-WIERSHAUSEN

Nahe der Gemeinde Scheden liegt der Ort
Wiershausen, der verbunden ist mit Lippolds-
hausen, Hermannshagen und Meensen. Be-
grenzt von den südlichen Ausläufern des Blü-
mer Berges öffnet sich der ca. 210 m über NN
liegende Ort nach Südosten zur Werra hin. Er-
wähnt wird das alte „Vuizzereshuson”, das
heutige Wiershausen, erstmals in einer Dedika-
tion Ottos 111. von 990, der das Dorf gemeinsam

mit „Manisi” (Meensen) dem Nonnenkloster
Hilwartshausen überschrieb.
Wie der Kopfsteuerbeschreibung zu entneh-
men ist, betrieb auch in Wiershausen Ende des
17. Jh. der überwiegende Teil der fast 300 Ein-
wohner Leineweberei.
Dem unregelmäßigen Haufendorf liegt ein ver-
tracktes Straßen- und Wegenetz zugrunde, das
bestimmt wird von schmalen zumeist stark ge-
schwungenen Straßen und Wegen, die unter-
schiedlich große Areale ringförmig umschlie-
ßen. Hieraus resultiert eine zumeist kleinteilige
Parzellenstruktur, die vom Eulenbach durch-
flossen wird. An den gewachsenen alten Orts-
kern schließen sich nach 1945 neuere Orts-
randsiedlungen mit Einfamilienhaus-Bebauung
Im Rosenwinkel und Am Hopfenberg an.
Die kleinteiligen Hofanlagen bestehen zumeist
aus einem von der Straßenflucht zurückgesetz-
ten traufenständigen Wohnwirtschaftsge-
bäude der 2. Hälfte des 18. Jh., das durch spä-
tere rückwärtige Anbauten erweitert wurde (Auf
dem Kniepe, Im Bruchhof). Auf hohen gelände-
bedingten Quadersockeln gestellt, entstanden
doppelgeschossige, stockwerkweise abge-


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Wiershausen, Auf dem Eichsfeld 9ff.


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Wiershausen, Auf dem Kniepe 2, Wohnhaus, Ende 17. Jh.

Wiershausen, Lippoldshäuser Straße 1,
Wohnhaus, Mitte 18. Jh.


Wiershausen, Auf dem Kniepe 2, Detail


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