poldsberg seit dem frühen 14. Jh. Besitzungen
in Varlosen, das Ende des 16. Jh. 6 Meier, 10
Halbmeier, 33 Köter und 3 Brinksitzer zählte.
Neben dem Meierhof des Klosters Hilwarts-
hausen sind seit dem ausgehenden 17. Jh. ein
Amtsmeierhof, der sich einst auf dem Hof-
grundstück Hinterdorfstraße 6 befand und die
Hilwartshausener Zehntscheune zwischen Mit-
teldorfstraße 22 und 24 nachweisbar. In der
Kurhannoverschen Landesaufnahme von 1784
sind zwei durch die Nieme deutlich voneinan-
der getrennte Siedlungsbereiche erkennbar mit
insgesamt 64 „Feuerstellen”. Nördlich der
Nieme, entlang der Bührener Straße, die
gleichsam den Nordwestrand Varlosens bildet,
kam es zu einer Ansiedlung von gestaffelt an-
geordneten Hakenhöfen auf schmalen Strei-
fenparzellen.
Den von der Straßenflucht zurückgesetzten
giebelständigen Wohnhäusern mit ihren z. T.
baumbestandenen von Hecken umfriedeten
Vorgärten und ihren rückwärtigen Wirtschafts-
gebäuden kommt noch heute ortsbildprä-
gende Bedeutung zu. Während sich die Hofan-
lagen zu beiden Seiten der Bührener Straße zu
einem straßenbildprägenden Gebilde verbin-
Varlosen, Bührener Straße 4, Wohnhaus
Varlosen, Hinterdorfstraße 31, Wohnwirtschafts-
gebäude, Mitte 18. Jh.
Varlosen, Löwenhagener Straße 1,
Wohnwirtschaftsgebäude
den, entstand südlich der Nieme ein angerarti-
ger Siedlungsbereich, der von Mitteldorfstraße
und Hinterdorfstraße umschlossen wird, deren
Hofstellen innerhalb des Angers zumeist zur
Mitteldorfstraße ausgerichtet sind. Bis 1783
befand sich auf der Nordseite des Angers auf
dem erhöhten Grashofe die „Alte Kirche”, der
Vorgängerbau der heutigen Michaeliskirche.
Zwischen Teichstraße und einer weiter östlich
gelegenen, von der Hinterdorfstraße abzwei-
genden Stichstraße kam es zur Ansiedlung von
mehreren Hakenhöfen. Am sog. „Danzeplatz”,
in der Straßenbiegung Bührener- und Teich-
straße erinnert der Grabstein - das Original
befindet sich in Hannover - an den „Langen
Christoffel”, der, laut Inschrift, sechs Ellen und
sechs Zoll (2,48 m) groß gewesen sein soll, und
der einst den Herzögen von Hannover diente.
Die bis ins 17. Jh. zurückreichenden Fachwerk-
bauten (Bührener Straße 4 von 1671) stammen
überwiegend aus der 2. Hälfte des 18. Jh., de-
ren Fassaden jedoch häufig durch modernen
Behang verdeckt sind. An einigen, vom moder-
nen Plattenbehang verschont gebliebenen
Fachwerkbauten, die zumeist als doppelge-
schossige, stockwerkweise abgezimmerte
Bauten auf niedrigem Sandsteinsockel gestellt
sind, findet man als Schmuckformen neben
den symbolischen Andeutungen des Lebens-
baumes in den Eckständern und den ge-
krümmten K-Streben an den Eck- und Bund-
ständern des Oberstocks noch Inschriften auf
den Stockschwellen, die von der Frömmigkeit
ihrer Erbauer künden. Aus dem Althausbestand
heben sich heraus: Bührener Straße 4, 6, 7, 8,
10, 15, 17; Hinterdorfstraße 10, 14,31; Im Winkel
2, 3, 5; Löwenhagener Straße 1, 4; Mitteldorf-
straße 6, 9, 10, 20 von 1788 und 21.
Der älteste noch erhaltene Bau entstand 1671,
wie die Inschrift auf der Oberstockschwelle
Bührener Straße 4 ausweist.
Aufgrund seines konstruktiven Gefüges ver-
dient der Fachwerkbau Im Winkel 2, der den
Übergang vom Ständer-Geschoßbau zum
Stockwerkbau dokumentiert, besonders er-
wähnt zu werden.
Ev. Kirche St. Michael
Am 1. Mai 1784 wurde der Grundstein zur
„Neuen Kirche” am Dorfanger zwischen Mittel-
dorfstraße und Hinterdorfstraße gelegt, nach-
Varlosen, Löwenhagener Straße 4, Wohnwirtschaftsgebäude
Varlosen, Mitteldorfstraße 6, Wohnwirtschaftsgebäude
223
in Varlosen, das Ende des 16. Jh. 6 Meier, 10
Halbmeier, 33 Köter und 3 Brinksitzer zählte.
Neben dem Meierhof des Klosters Hilwarts-
hausen sind seit dem ausgehenden 17. Jh. ein
Amtsmeierhof, der sich einst auf dem Hof-
grundstück Hinterdorfstraße 6 befand und die
Hilwartshausener Zehntscheune zwischen Mit-
teldorfstraße 22 und 24 nachweisbar. In der
Kurhannoverschen Landesaufnahme von 1784
sind zwei durch die Nieme deutlich voneinan-
der getrennte Siedlungsbereiche erkennbar mit
insgesamt 64 „Feuerstellen”. Nördlich der
Nieme, entlang der Bührener Straße, die
gleichsam den Nordwestrand Varlosens bildet,
kam es zu einer Ansiedlung von gestaffelt an-
geordneten Hakenhöfen auf schmalen Strei-
fenparzellen.
Den von der Straßenflucht zurückgesetzten
giebelständigen Wohnhäusern mit ihren z. T.
baumbestandenen von Hecken umfriedeten
Vorgärten und ihren rückwärtigen Wirtschafts-
gebäuden kommt noch heute ortsbildprä-
gende Bedeutung zu. Während sich die Hofan-
lagen zu beiden Seiten der Bührener Straße zu
einem straßenbildprägenden Gebilde verbin-
Varlosen, Bührener Straße 4, Wohnhaus
Varlosen, Hinterdorfstraße 31, Wohnwirtschafts-
gebäude, Mitte 18. Jh.
Varlosen, Löwenhagener Straße 1,
Wohnwirtschaftsgebäude
den, entstand südlich der Nieme ein angerarti-
ger Siedlungsbereich, der von Mitteldorfstraße
und Hinterdorfstraße umschlossen wird, deren
Hofstellen innerhalb des Angers zumeist zur
Mitteldorfstraße ausgerichtet sind. Bis 1783
befand sich auf der Nordseite des Angers auf
dem erhöhten Grashofe die „Alte Kirche”, der
Vorgängerbau der heutigen Michaeliskirche.
Zwischen Teichstraße und einer weiter östlich
gelegenen, von der Hinterdorfstraße abzwei-
genden Stichstraße kam es zur Ansiedlung von
mehreren Hakenhöfen. Am sog. „Danzeplatz”,
in der Straßenbiegung Bührener- und Teich-
straße erinnert der Grabstein - das Original
befindet sich in Hannover - an den „Langen
Christoffel”, der, laut Inschrift, sechs Ellen und
sechs Zoll (2,48 m) groß gewesen sein soll, und
der einst den Herzögen von Hannover diente.
Die bis ins 17. Jh. zurückreichenden Fachwerk-
bauten (Bührener Straße 4 von 1671) stammen
überwiegend aus der 2. Hälfte des 18. Jh., de-
ren Fassaden jedoch häufig durch modernen
Behang verdeckt sind. An einigen, vom moder-
nen Plattenbehang verschont gebliebenen
Fachwerkbauten, die zumeist als doppelge-
schossige, stockwerkweise abgezimmerte
Bauten auf niedrigem Sandsteinsockel gestellt
sind, findet man als Schmuckformen neben
den symbolischen Andeutungen des Lebens-
baumes in den Eckständern und den ge-
krümmten K-Streben an den Eck- und Bund-
ständern des Oberstocks noch Inschriften auf
den Stockschwellen, die von der Frömmigkeit
ihrer Erbauer künden. Aus dem Althausbestand
heben sich heraus: Bührener Straße 4, 6, 7, 8,
10, 15, 17; Hinterdorfstraße 10, 14,31; Im Winkel
2, 3, 5; Löwenhagener Straße 1, 4; Mitteldorf-
straße 6, 9, 10, 20 von 1788 und 21.
Der älteste noch erhaltene Bau entstand 1671,
wie die Inschrift auf der Oberstockschwelle
Bührener Straße 4 ausweist.
Aufgrund seines konstruktiven Gefüges ver-
dient der Fachwerkbau Im Winkel 2, der den
Übergang vom Ständer-Geschoßbau zum
Stockwerkbau dokumentiert, besonders er-
wähnt zu werden.
Ev. Kirche St. Michael
Am 1. Mai 1784 wurde der Grundstein zur
„Neuen Kirche” am Dorfanger zwischen Mittel-
dorfstraße und Hinterdorfstraße gelegt, nach-
Varlosen, Löwenhagener Straße 4, Wohnwirtschaftsgebäude
Varlosen, Mitteldorfstraße 6, Wohnwirtschaftsgebäude
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