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ROSDORF-KLEIN-WIERSHAUSEN

Die Anfänge von Klein-Wiershausen lassen
sich bis ins frühe 14. Jh. zurückverfolgen. Um
1460 war das Dorf in Besitz der Herren von
Boventen, die außer dem Zehnten auch die
Dienste und Pflichten der Einwohner für die
Burg Jühnde verlangen konnten.
Die Kreisstraße 34, die innerhalb des Ortskerns
die Bezeichnung Dorfstraße trägt, verbindet
den in ca. 280 m über NN gelegenen Ort Klein-
Wiershausen mit Varmissen und Settmarshau-
sen. Nach der Kurhannoverschen Landesauf-
nahme von 1785 und der Feldmarkkarte von
1868 konzentrierte sich die Bebauung zu bei-
den Seiten der Dorfstraße. Hier entstanden auf
rechteckig zugeschnittenen Parzellen 14 Hof-
stellen, mit zumeist giebelständig zur Dorf-
straße ausgerichteten Wohn- bzw. Wirtschafts-
gebäuden.
Nach 1945 kam es zwischen Hohlweg und Ler-
chenfeld zu einer zusammenhängenden, klein-
teiligen Ortsranderweiterung. Von der Dorf-
straße zweigt in Ortsmitte nach Norden eine
kurze Stichstraße ab, an deren Kopfende die
Kapelle entstand. An die Kapelle schloß sich

einst der „Begräbnisplatz” an. Die Wirkung der
doppelgeschossigen Fachwerkbauten ist
durch neuzeitliche Fassadenverkleidungen er-
heblich beeinträchtigt. Aus dem Straßendorf
sind die beiden traufenständig ausgerichteten
Fachwerkbauten Dorfstraße 13 und 20 in un-
mittelbarer Nähe des Ties und der Kapelle her-
vorhebenswert.
Das doppelgeschossige, relativ gut erhaltene
Wohnwirtschaftsgebäude Dorfstraße 13 wohl
aus der Zeit um 1800 nimmt prägenden Einfluß
auf das Straßenbild und leitet über zum älte-
sten noch erhaltenen Fachwerkbau Dorfstraße
20. Der mit einem Krüppelwalmdach abschlie-
ßende zweiseitig vorkragende Fachwerkbau
dokumentiert gleichsam den entwicklungsge-
schichtlichen Übergang vom älteren Geschoß-
bau zum jüngeren Stockwerkbau, dessen rück-
wärtige Traufenseite von querrechteckigen, la-
gernden Gefachen und durchlaufendem Stän-
derwerk bestimmt wird.
Kapelle
Am Kopfende einer kurzen Stichstraße ent-
stand der weithin sichtbare, mit einem Zeltdach
abschließende wuchtige dreigeschossige Turm

aus geschlämmtem Bruchsteinmauerwerk.
Der auf einer Grundfläche von 8 x 8 m errich-
tete Turm birgt im Erdgeschoß einen schlichten
Kapellenraum, dessen Gewölbe durch den Ein-
bau der Empore abgetragen wurde.

ROSDORF-LEMSHAUSEN

Vorgeschichtliche Funde wurden in der Feldflur
von Lemshausen gemacht - Funde, die bis in
die mittlere Steinzeit zurückreichen. Im Jahre
1330 wird der Ort als „Lemmenshusen” ur-
kundlich erwähnt, der nach der Kopfsteuerbe-
schreibung von 1689 neun Großköter, elf Klein-
köter, ein Brinksitzer, drei Leibzüchter und drei
Häuslinge zählt.
Die Feldmarkkarte von 1874 zeigt die nur leicht
gekrümmte Straße Im Dorfe, die sich an ihrem
Ostende angerartig weitet. Von der unregelmä-
ßig geschnittenen, den Ortsgrundriß entschei-
dend prägenden baumbestandenen Platzan-
lage zweigen strahlenförmig die Erschlie-
ßungsstraßen An der Brücke und Im Winkel ab.
Ein Vergleich der Feldmarkkarte mit dem heuti-
gen Ortsgrundriß zeigt, daß sich das Bild des

Klein-Wiershausen, Dorfstraße 13, Wohnwirtschaftsgebäude, wohl um 1800



Klein-Wiershausen, Dorfstraße 20, Wohnhaus

Klein-Wiershausen, Kapelle


Lemshausen, Im Dorfe 1, Backhaus,
2. Hälfte 19. Jh.


Lemshausen, Im Dorfe (Foto K. Grote)


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