Göttinger Straße 34, Waschhaus von 1929
des Hospitals übernahmen. Außer der Pflege
der Hospitanten, „die aus Stadtarmen, Siechen
und vermögenslosen Kranken bestanden“, be-
kamen die Schwestern in der ambulanten Kran-
kenpflege für die Stadt eine neue Tätigkeit. Zwi-
schen 1906 und 1908 erfolgte der Neubau des
Krankenhauses St. Martini (Göttinger Straße
38), mit einem quer zur Kapelle gestellten, dop-
pelgeschossigen Trakt, dessen Hauptfront nach
Westen ausgerichtet ist. Planentwerfender Ar-
chitekt war Baurat R. Herzig (Hildesheim), die
Bauleitung lag in den Händen des Maurermei-
sters Fr. Borchard. Auf einer Grundfläche von
600 m2 entstand ein langgestreckter Baukörper
mit ausgebauter Dachzone, der 1908 bezogen
wurde. Zeitgleich entstanden der Neubau einer
„Desinfektions- und Leichenhalle“ - ein freiste-
hender, eingeschossiger Putzbau mit Blendgie-
bel und das „Waschhaus“ von 1929 - ein zeit-
Göttinger Straße 22, Einfamilienwohnhaus für F. Borchard, 1907, Architekt Borchard, Ansichten, Bauarchiv
Duderstadt
typischer, streng gegliederter, eingeschossiger
Putzbau unter Walmdach mit zwei risalitartig
vortretenden Bauteilen.
Einfluß auf das Straßenbild nehmen ferner die
freistehenden villenartigen Solitärbauten, Göt-
tinger Straße 13, 15, 16, 18, 20, 22, 24, 26
und Nr. 7, die sich westlich der Straßeneinmün-
dung Am Sulberg aufsiedeln.
Den gut durchgestalteten Solitärbau Göttinger
Straße 7 plante Maurermeister Fr. Borchard im
Jahre 1900. Er schuf einen freistehenden dop-
pelgeschossigen Bau, der durch einen umfrie-
deten Vorgarten von der Straßenflucht zurück-
springt. Vor- und Rücksprünge, unterschiedli-
che Fensterformate, dekoratives Schmuck-
fachwerk in der Obergeschoß- und Dachzone
lassen einen vielgliedrigen, repräsentativen So-
litärbau entstehen, der durch Lage und Gestal-
tung Einfluß auf das Straßenbild nimmt.
Die gleichen Prinzipien liegen den Bauten
Nr. 16-26 zu Grunde. Im Jahre 1899 entstand
der doppelgeschossige Bau Göttinger Straße
16, ein Putzbau mit altanartigen Vorbauten und
einem in den Baukörper eingebundenen, bis in
die Dachzone reichenden Bauteil, bereichert
durch dekorative Fachwerkelemente. Zeittypi-
schen Formvorstellungen folgt auch der Solitär-
bau Göttinger Straße 18, der, wie auch die Fol-
gebauten, weit von der Straßenflucht zurück-
springt und somit der Straße räumliche Weite
verleiht. Das 1903 von Maurermeister Fr.
Borchard entworfene Wohnhaus für Rentier
D. Döring ist als zweigschossiger Putzbau aus-
geführt, dessen Obergeschoß durch Fachwerk
akzentuiert wird. Auch die öffnungsbezogenen
Putzelemente tragen zur Fassadengliederung
bei. Der Bau leitet über zu dem schlichten 1 1/2
geschossigen Wohnhaus Göttinger Straße 20,
das der Kreissekretär E. Franzen um 1890 er-
richten ließ. Für das angrenzende Zweifamilien-
Wohnhaus Göttinger Straße 22 von 1907
zeichnete Maurermeister Fr. Borchard verant-
wortlich. Der auf hohes Sockelgeschoß gestell-
te, allseitig durchgestaltete, doppelgeschossige
Baukörper erhält durch seinen risalitartigen Vor-
bau, sein eingebundenes Zierfachwerk, seine
öffnungsbezogenen Putzgliederungen und sei-
ne unterschiedlichen Fensterformate eine be-
merkenswerte Fassade, die Einfluß auf das
Straßenbild nimmt.
Göttinger Straße 22, Einfamilienwohnhaus für F. Borchard, 1907, Architekt Borchard, Grundrisse, Schnitt, Lage-
plan, Bauarchiv Duderstadt
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des Hospitals übernahmen. Außer der Pflege
der Hospitanten, „die aus Stadtarmen, Siechen
und vermögenslosen Kranken bestanden“, be-
kamen die Schwestern in der ambulanten Kran-
kenpflege für die Stadt eine neue Tätigkeit. Zwi-
schen 1906 und 1908 erfolgte der Neubau des
Krankenhauses St. Martini (Göttinger Straße
38), mit einem quer zur Kapelle gestellten, dop-
pelgeschossigen Trakt, dessen Hauptfront nach
Westen ausgerichtet ist. Planentwerfender Ar-
chitekt war Baurat R. Herzig (Hildesheim), die
Bauleitung lag in den Händen des Maurermei-
sters Fr. Borchard. Auf einer Grundfläche von
600 m2 entstand ein langgestreckter Baukörper
mit ausgebauter Dachzone, der 1908 bezogen
wurde. Zeitgleich entstanden der Neubau einer
„Desinfektions- und Leichenhalle“ - ein freiste-
hender, eingeschossiger Putzbau mit Blendgie-
bel und das „Waschhaus“ von 1929 - ein zeit-
Göttinger Straße 22, Einfamilienwohnhaus für F. Borchard, 1907, Architekt Borchard, Ansichten, Bauarchiv
Duderstadt
typischer, streng gegliederter, eingeschossiger
Putzbau unter Walmdach mit zwei risalitartig
vortretenden Bauteilen.
Einfluß auf das Straßenbild nehmen ferner die
freistehenden villenartigen Solitärbauten, Göt-
tinger Straße 13, 15, 16, 18, 20, 22, 24, 26
und Nr. 7, die sich westlich der Straßeneinmün-
dung Am Sulberg aufsiedeln.
Den gut durchgestalteten Solitärbau Göttinger
Straße 7 plante Maurermeister Fr. Borchard im
Jahre 1900. Er schuf einen freistehenden dop-
pelgeschossigen Bau, der durch einen umfrie-
deten Vorgarten von der Straßenflucht zurück-
springt. Vor- und Rücksprünge, unterschiedli-
che Fensterformate, dekoratives Schmuck-
fachwerk in der Obergeschoß- und Dachzone
lassen einen vielgliedrigen, repräsentativen So-
litärbau entstehen, der durch Lage und Gestal-
tung Einfluß auf das Straßenbild nimmt.
Die gleichen Prinzipien liegen den Bauten
Nr. 16-26 zu Grunde. Im Jahre 1899 entstand
der doppelgeschossige Bau Göttinger Straße
16, ein Putzbau mit altanartigen Vorbauten und
einem in den Baukörper eingebundenen, bis in
die Dachzone reichenden Bauteil, bereichert
durch dekorative Fachwerkelemente. Zeittypi-
schen Formvorstellungen folgt auch der Solitär-
bau Göttinger Straße 18, der, wie auch die Fol-
gebauten, weit von der Straßenflucht zurück-
springt und somit der Straße räumliche Weite
verleiht. Das 1903 von Maurermeister Fr.
Borchard entworfene Wohnhaus für Rentier
D. Döring ist als zweigschossiger Putzbau aus-
geführt, dessen Obergeschoß durch Fachwerk
akzentuiert wird. Auch die öffnungsbezogenen
Putzelemente tragen zur Fassadengliederung
bei. Der Bau leitet über zu dem schlichten 1 1/2
geschossigen Wohnhaus Göttinger Straße 20,
das der Kreissekretär E. Franzen um 1890 er-
richten ließ. Für das angrenzende Zweifamilien-
Wohnhaus Göttinger Straße 22 von 1907
zeichnete Maurermeister Fr. Borchard verant-
wortlich. Der auf hohes Sockelgeschoß gestell-
te, allseitig durchgestaltete, doppelgeschossige
Baukörper erhält durch seinen risalitartigen Vor-
bau, sein eingebundenes Zierfachwerk, seine
öffnungsbezogenen Putzgliederungen und sei-
ne unterschiedlichen Fensterformate eine be-
merkenswerte Fassade, die Einfluß auf das
Straßenbild nimmt.
Göttinger Straße 22, Einfamilienwohnhaus für F. Borchard, 1907, Architekt Borchard, Grundrisse, Schnitt, Lage-
plan, Bauarchiv Duderstadt
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