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Lufen, Peter Ferdinand [Oth.]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 5,3): Landkreis Göttingen, Teil 2: Altkreis Duderstadt mit den Gemeinden Friedland und Gleichen und den Samtgemeinden Gieboldehausen und Radolfshausen — Hameln: Verlag CW Niemeyer, 1997

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https://doi.org/10.11588/diglit.44173#0165
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versehenen Linienverzierungen auf den Stock-
schwellen, Taubandkehlen auf den Schwellkan-
ten der Füllbalken (Nr. 5) sowie Schiffskehlen
zwischen den abgerundeten Balkenköpfen
(Nr. 7).
Besonderheiten stellen die doppelgeschossigen
Bauten Obertorstraße 38 und Neutorstraße 13
dar, die in die Zeit um 1600 (Nr. 38) bzw. ins
frühe 17.Jh. (Nr. 13) zu datieren sind.
Der in die südliche geschlossene Zeilenbebau-
ung der Obertorstraße eingebundene Fach-
werkbau Nr. 38 ist, wie die angrenzenden Bau-
ten, doppelgeschossig und stockwerkweise
abgezimmert. Akzentuiert wird das Satteldach
durch ein nachträglich aufgesetztes dreiachsi-
ges Zwerchhaus. Bestimmt wird der im Erdge-
schoß veränderte sechsgebindige Fachwerk-
bau durch die prächtige, reich dekorierte Ge-
bälkzone, die übergeht in die friesartige
Reihung der Fächerrosetten des etwa 20 Zenti-
meter ausladenden Oberstocks. Unterhalb des
Reihungsornaments ziert ein ergänztes Inschrif-
tenband die Stockschwelle.
Aufgrund seiner exponierten Lage am Straßen-
knotenpunkt Christian-Blank-Straße/Kardinal-
Kopp-Straße und Neutorstraße kommt dem
Eckbau Neutorstraße 13 auch eine straßenbild-
wirksame Bedeutung zu. Der doppelgeschossi-
ge, stockwerkweise abgezimmerte Fachwerk-
bau schließt mit einem hohen abgewalmten
Satteldach ab. Die Fächerrosetten in den Brü-
stungsfeldern des zweiseitig vorkragenden
Oberstocks weisen die Duderstädter Sonder-
form in Gestalt einer halbkreisförmigen Umrah-
mung auf. In die schlichte, offenbar veränderte
Gebälkzone - Veränderungen erfuhr auch die
Erdgeschoßzone - ist nachträglich eine lateini-
sche Inschrift mit der Jahreszahl 1703 einge-
fügt.
Eingeleitet wird die Reihe der mit Brüstungs-
bohlen ausgestatteten Bauten durch den leider
sehr stark veränderten doppelgeschossigen
Fachwerkbau Börsengasse 5 von 1595. Trotz
seiner baulichen Eingriffe setzt das als Gilde-
haus der Kaufleute geplante Haus, in dem sich
die Duderstädter Münze befunden haben soll,
einen straßenbildwirksamen Akzent. Nach J.
Dieck brannte 1852 ein Teil des Hauses nieder
und wurde durch einen schlichten Fachwerk-
bau ersetzt. An die hohe Zeit des einst prächti-
gen Fachwerkbaues erinnern nur noch rudi-
mentär erhaltene Schmuck- und Zierformen in
der Gebälk- und Brüstungszone.
Zu den prächtigsten Bauten des gesamten Du-
derstädter Altstadtkerns gehört zweifellos der
exponiert gelegene Eckbau Apothekenstraße
11, der um 1620 entstand und die Bezeichnung
Dr. Kritter’sches Haus trug. Der dreigeschossi-
ge, stockwerkweise abgezimmerte Bau mit
dem markanten Eckerker, dessen Überhang
von stark profilierten Volutenknaggen abgefan-
gen wird, ruht auf niedrigem Sandsteinsockel
und schließt mit steilem, nicht ausgebautem
Satteldach ab. Fassadenbestimmendes Zierele-
ment sind die bandartig den Baukörper um-
schließenden Brüstungsplatten, die sich kraft-
voll der Vertikalen entgegenstemmen. Aufgelöst
sind die von Perlschnüren eingefaßten Brü-
stungsplatten durch paarweise angeordnete
Blendarkaturen, deren Bogenfelder reich ver-

Steintorstraße, Straßenaufnahme, Blick nach Osten


Neutorstraße 13/Christian-Blank-Straße, frühes 17.Jh.


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