Hinterstraße 15, von 1721, Bauherren Henricus Andreas Nolte und Christop Rorman
nen Formenreichtum und gehört zu den vielbe-
achteten Fachwerkbauten des Duderstädter
Altstadtkerns. Die Fassade des elfachsigen,
stockwerkweise abgezimmerten Baues ist
übersät mit Andreaskreuzen, Hängezapfen,
Buckelstreben, netzartigen Zierstreben, ge-
krümmten Fußstreben sowie senkrechten Stie-
len mit geschwungener Kontur in den Brü-
stungsgefachen. In Verbindung mit den un-
terschiedlich gestalteten, beschlagwerkartigen
Flachschnitzereien auf den Füllhölzern der Ge-
bälke, die noch bereichert sind durch markante,
figürliche Knaggen, die die Stockschwellen der
Oberstöcke abfangen, entsteht eine reiche, un-
ruhig wirkende Schmuckfassade. Einen beson-
deren Akzent setzt in dieser Repräsentations-
fassade die aufwendig gestaltete barocke Por-
taleinfassung, deren Aufbau an eichsfeldische
Bildstockformen erinnert, ergänzt durch Akan-
thuskapitelle und gebälktragende Hermen.
In Darstellung und Verwendung der Einzelfor-
men zeigt das ehemalige Hotel zur Tanne Über-
einstimmungen mit dem „Wanke’schen Haus“
Steinstraße 2.
Der dreigeschossige, stockwerkweise abgezim-
merte Eckbau Steinstraße 2/Steintorstraße
ruht auf niedrigem Sandsteinquadersockel und
schließt mit hohem abgewalmtem Satteldach
ab. Seine etwa 25 Zentimeter vorkragenden
Oberstöcke werden von Akanthus- und Mas-
kenknaggen abgefangen. Mannigfaltige Gestal-
tungselemente zeigen die Brüstungsgefache:
Neben Andreaskreuzen, einfachen Streben,
Schmuckrasterungen und netzartigen Ausfa-
chungen mit Viertelkreisstreben sind die Bal-
kenköpfe und abgerundeten Füllhölzer mit be-
schlagwerkartigen Flachschnitzereien überzo-
gen, bereichert durch Inschriftenbänder auf den
Stockschwellen. Die zur Steintorstraße ausge-
richtete Giebelseite des um 1900 im Erdge-
schoßbereich veränderten Baues ist mit Schie-
ferplatten verkleidet.
Wie die Inschrift auf dem Türsturzriegel des
Hauses Scharrenstraße 4 ausweist, ließ der
Bauherr „Friderich Morick“ den dreigeschossi-
gen Bau im Jahre 1716 errichten. Das Bürger-
haus folgt im Fassadenaufbau den für Duder-
stadt zeittypischen Formvorstellungen, erweitert
durch wandhohe K-Streben in den Eckgefa-
chen mit zusätzlich eingezogenen Kopfriegeln.
Durchaus traditionell ist auch die Ausgestaltung
des Gebälks mit Flachschnitzereien, die u.a.
Fabelwesen auf den abgerundeten Füllhölzern
zeigen. Seine Eckausbildung leitet über zum
angrenzenden Bau Scharrenstraße 2, der bis
auf die nachträglich veränderte Erdgeschoßzo-
ne gleichartige Gestaltungselemente aufweist,
die das Bürgerhaus ins frühe 18.Jh. datieren.
Auch der doppelgeschossige, sechsgebindige
Traufenbau Am Pferdeteich 14 bedient sich
des traditionellen Formenrepertoires. Die Brü-
stungsgefache des etwa 20 Zentimeter ausla-
denden Oberstocks sind u.a. mit Zierrasterun-
gen und Hängezapfen ausgefüllt, während das
Gebälk des 1726 errichteten Baues mit floralem
Beschlagwerk verziert ist.
Drei Jahre zuvor entstand der doppelgeschos-
sige Bau Westertorstraße 7, dessen in Balken-
stärke vorkragender Oberstock die für Duder-
stadt zeittypischen charakteristischen Einzelfor-
men aufweist. Eingefaßt durch wandhohe
K-Streben in den Eckgefachen breiten sich im
Brüstungsstreifen rautenförmige Zierstreben
und Schmuckrasterungen aus, zudem sind
Stockschwelle, Türsturzriegel und Füllhölzer mit
Zierwerk überzogen.
Weitaus schlichter sind indes die Fassaden der
in unmittelbarer Nähe der Cyriakuskirche ent-
standenen Zeilenbebauung Bei der Oberkirche
4-8 gehalten. Die doppelgeschossigen, stock-
werkweise abgezimmerten Traufenbauten von
1715 lassen sich aufgrund ihrer einheitlichen
Gestaltwerte zu einem Ensemble zusam-
menschließen. Gleiches gilt für die Bürgerhäu-
ser Hinterstraße 7-17. Die traufständig ausge-
richteten dreigeschossigen Bauten sind das Er-
gebnis eines Wiederaufbaues, nachdem im
Jahre 1720 eine Feuersbrunst auf der Hinter-
straße ausbrach, der insgesamt 29 Häuser und
25 Scheunen zum Opfer fielen. Datierungs-
grundlage für diese Bauten bildet das Haus
Hinterstraße 15. Die Inschrift auf dem Türsturz-
riegel gibt die Entstehungszeit 1721, den Bau-
herren Henricus Andreas Nolte und den (Bau-)
Meister Christop Rorman an.
Die auf niedrigen Sockel gestellten Bauten, de-
ren Oberstöcke in Balkenstärke ausladen,
schöpfen aus dem für Duderstadt zeittypischen
Formenrepertoire, ergänzt durch markante
172
nen Formenreichtum und gehört zu den vielbe-
achteten Fachwerkbauten des Duderstädter
Altstadtkerns. Die Fassade des elfachsigen,
stockwerkweise abgezimmerten Baues ist
übersät mit Andreaskreuzen, Hängezapfen,
Buckelstreben, netzartigen Zierstreben, ge-
krümmten Fußstreben sowie senkrechten Stie-
len mit geschwungener Kontur in den Brü-
stungsgefachen. In Verbindung mit den un-
terschiedlich gestalteten, beschlagwerkartigen
Flachschnitzereien auf den Füllhölzern der Ge-
bälke, die noch bereichert sind durch markante,
figürliche Knaggen, die die Stockschwellen der
Oberstöcke abfangen, entsteht eine reiche, un-
ruhig wirkende Schmuckfassade. Einen beson-
deren Akzent setzt in dieser Repräsentations-
fassade die aufwendig gestaltete barocke Por-
taleinfassung, deren Aufbau an eichsfeldische
Bildstockformen erinnert, ergänzt durch Akan-
thuskapitelle und gebälktragende Hermen.
In Darstellung und Verwendung der Einzelfor-
men zeigt das ehemalige Hotel zur Tanne Über-
einstimmungen mit dem „Wanke’schen Haus“
Steinstraße 2.
Der dreigeschossige, stockwerkweise abgezim-
merte Eckbau Steinstraße 2/Steintorstraße
ruht auf niedrigem Sandsteinquadersockel und
schließt mit hohem abgewalmtem Satteldach
ab. Seine etwa 25 Zentimeter vorkragenden
Oberstöcke werden von Akanthus- und Mas-
kenknaggen abgefangen. Mannigfaltige Gestal-
tungselemente zeigen die Brüstungsgefache:
Neben Andreaskreuzen, einfachen Streben,
Schmuckrasterungen und netzartigen Ausfa-
chungen mit Viertelkreisstreben sind die Bal-
kenköpfe und abgerundeten Füllhölzer mit be-
schlagwerkartigen Flachschnitzereien überzo-
gen, bereichert durch Inschriftenbänder auf den
Stockschwellen. Die zur Steintorstraße ausge-
richtete Giebelseite des um 1900 im Erdge-
schoßbereich veränderten Baues ist mit Schie-
ferplatten verkleidet.
Wie die Inschrift auf dem Türsturzriegel des
Hauses Scharrenstraße 4 ausweist, ließ der
Bauherr „Friderich Morick“ den dreigeschossi-
gen Bau im Jahre 1716 errichten. Das Bürger-
haus folgt im Fassadenaufbau den für Duder-
stadt zeittypischen Formvorstellungen, erweitert
durch wandhohe K-Streben in den Eckgefa-
chen mit zusätzlich eingezogenen Kopfriegeln.
Durchaus traditionell ist auch die Ausgestaltung
des Gebälks mit Flachschnitzereien, die u.a.
Fabelwesen auf den abgerundeten Füllhölzern
zeigen. Seine Eckausbildung leitet über zum
angrenzenden Bau Scharrenstraße 2, der bis
auf die nachträglich veränderte Erdgeschoßzo-
ne gleichartige Gestaltungselemente aufweist,
die das Bürgerhaus ins frühe 18.Jh. datieren.
Auch der doppelgeschossige, sechsgebindige
Traufenbau Am Pferdeteich 14 bedient sich
des traditionellen Formenrepertoires. Die Brü-
stungsgefache des etwa 20 Zentimeter ausla-
denden Oberstocks sind u.a. mit Zierrasterun-
gen und Hängezapfen ausgefüllt, während das
Gebälk des 1726 errichteten Baues mit floralem
Beschlagwerk verziert ist.
Drei Jahre zuvor entstand der doppelgeschos-
sige Bau Westertorstraße 7, dessen in Balken-
stärke vorkragender Oberstock die für Duder-
stadt zeittypischen charakteristischen Einzelfor-
men aufweist. Eingefaßt durch wandhohe
K-Streben in den Eckgefachen breiten sich im
Brüstungsstreifen rautenförmige Zierstreben
und Schmuckrasterungen aus, zudem sind
Stockschwelle, Türsturzriegel und Füllhölzer mit
Zierwerk überzogen.
Weitaus schlichter sind indes die Fassaden der
in unmittelbarer Nähe der Cyriakuskirche ent-
standenen Zeilenbebauung Bei der Oberkirche
4-8 gehalten. Die doppelgeschossigen, stock-
werkweise abgezimmerten Traufenbauten von
1715 lassen sich aufgrund ihrer einheitlichen
Gestaltwerte zu einem Ensemble zusam-
menschließen. Gleiches gilt für die Bürgerhäu-
ser Hinterstraße 7-17. Die traufständig ausge-
richteten dreigeschossigen Bauten sind das Er-
gebnis eines Wiederaufbaues, nachdem im
Jahre 1720 eine Feuersbrunst auf der Hinter-
straße ausbrach, der insgesamt 29 Häuser und
25 Scheunen zum Opfer fielen. Datierungs-
grundlage für diese Bauten bildet das Haus
Hinterstraße 15. Die Inschrift auf dem Türsturz-
riegel gibt die Entstehungszeit 1721, den Bau-
herren Henricus Andreas Nolte und den (Bau-)
Meister Christop Rorman an.
Die auf niedrigen Sockel gestellten Bauten, de-
ren Oberstöcke in Balkenstärke ausladen,
schöpfen aus dem für Duderstadt zeittypischen
Formenrepertoire, ergänzt durch markante
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