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Lufen, Peter Ferdinand [Oth.]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 5,3): Landkreis Göttingen, Teil 2: Altkreis Duderstadt mit den Gemeinden Friedland und Gleichen und den Samtgemeinden Gieboldehausen und Radolfshausen — Hameln: Verlag CW Niemeyer, 1997

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https://doi.org/10.11588/diglit.44173#0188
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Breitenberg, Königl. Preuss. Landesaufnahme 1876, M 1:25.000, Blatt 4427 Duderstadt (Ausschnitt), Nieder-
sächsisches Landesverwaltungsamt - Landesvermessung - B5 -


Breitenberg, Lange Straße 9, Wohnhaus, Ende 19.Jh.



Breitenberg, Turmstraße 4, Wohnhaus, Ende 19.Jh.

DUDERSTADT-BREITENBERG

Nördlich von Duderstadt, etwas abseits der
Landesstraße 530, die Duderstadt mit Hilkero-
de verbindet, entstand auf einem 267 Meter ü.
NN ansteigendem Hochplateau das Kirchdorf
Breitenberg, der höchstgelegene Ortsteil Du-
derstadts. Seine ältere Siedlungsfläche, die in
der Preussischen Landesaufnahme von 1876
erstmals anschaulich vorliegt, erstreckt sich
entlang der nahezu parallel verlaufenden Ma-
rienstraße/Lange Straße bzw. der Turmstraße
und Hübentalstraße. Mit ihrer kleinteiligen unre-
gelmäßigen Parzellierung setzt sich der histori-
sche Siedlungskern von den neueren Ortsrand-
erweiterungen an den Ausläufern des Rickeis-
berges und des Rahmkeberges ab. Auf dem
Rickeisberg stand bis 1891 eine den Ort über-
ragende, weithin sichtbare Bockwindmühle, die
als Wappenzeichen des Ortes tradiert ist.
Seit mehr als 700 Jahren ist die Entwicklung
Breitenbergs eng verknüpft mit der Geschichte
Duderstadts. 1368 belehnte die Äbtissin Elisa-
beth von Quedlinburg „dy Radmanne und Bor-
gere to Duderstad met dem dorpe und met der
dorpstede to Bredenberge“. Es war zugleich
die erste namhafte Gebietserweiterung der
Stadt außerhalb ihrer Gemarkung und legte den
Grundstein ihres späteren großflächigen Territo-
riums. Fünf Jahre später (1373) erwarb die
Stadt von den Herren von Minnigerode die aus-
gedehnten Forsten des Hübentals und das Dorf
Hilkerode. Mit der Anlage der Duderstädter
Landwehr, die als äußere Verteidigungslinie das
erworbene Territorium und die zum Stadtgebiet
gehörenden Kirchspieldörfer umschloß, ent-
stand u.a. auch die südlich von Breitenberg er-
richtete Tettelwarte, die 1465 erstmals urkund-
lich genannt und 1777 abgetragen wurde. Heu-
te erinnert nur noch die Flurbezeichnung an die
fortifikatorische Anlage.
Dominierend im Straßen- und Wegenetz treten
die Parallelstraßen Marienstraße und Lange
Straße hervor, die, mit geringem Abstand ange-
legt, eine langgestreckte angerförmige Fläche
mit kleinteiliger Parzellierung umschließen.
Gegen Ende des 19.Jh. wurde der Standort der
alten, zum Erzpriestersitz Duderstadt gehören-
den Kirche aufgegeben und auf der gegenüber-
liegenden freien Parzelle der Hübentalstra-
ße/Turmstraße 1895/96 die kath. Pfarrkirche
Mariä Verkündigung errichtet.
Aus dem sehr heterogenen rezenten Baube-
stand zumeist aus der Zeit um 1900 heben sich
neben der an der Straßenkreuzung Turm-
straße/Hübentalstraße gelegenen Kirche und
dem unmittelbar anschließenden Pfarrhaus
(Turmstraße 2) aus dem Ende des 19.Jh. die
Einzelobjekte Lange Straße 9, Marienstraße 5,
21, Schmiedegasse 1 und Turmstraße 4 sowie
das Forsthaus Hübental hervor. Von straßen-
bildprägender Bedeutung war der drei Meter
hohe, in Sandstein gefaßte Bildstock in der
Dorfmitte aus dem Jahre 1721, der 1922/23
umstürzte. Erwähnenswert auch das kleine Hei-
ligenhäuschen, ein kleiner, von Laubbäumen
umschlossener Putzbau. Zeittypisch schmuck-
loses Fachwerk mit ans Rähm geführten Eck-
streben weisen die in der 2. Hälfte des 19.Jh.
errichteten gut erhaltenen Bauten Turmstraße 4
und Lange Straße 9 auf. Aus der 2. Hälfte des
18.Jh. stamt der giebelständig zur Straße aus-

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